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I wish you

a Merry Christmas and a Happy New Year!!

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Ja, ich lebe noch…

…ich komme bloß zu nichts mehr! Unter der Woche arbeite ich, abends muss ich tausend Dinge erledigen und planen oder auch mal schlafen, am Wochenende bin ich IMMER mit den Mädels unterwegs, und dann fängt schon wieder die neue Woche an.

Die Zeit fliegt nur so an mir vorbei. Die ersten 3-4 Monate gehen ungefähr so schnell vorbei, wie man sich 3-4 Monate vorstellt…Aber danach vergeht alles wie im Flug! Eine Woche kommt einem vor wie 3 Tage, ein Monat wie 2 Wochen. Montags denkt man sich noch, ach ich habe ja noch die ganze Woche vor mir, aber wenn der Freitag da ist, wundert man sich, wo Dienstag, Mittwoch und Donnerstag geblieben sind. Theoretisch haben wir alle doch ein falsches Zeitverständnis, es kommt uns immer alles viel zu schnell vor.

Aber ich schweife gerade ab. Ihr brennt doch wohl eher darauf, zu wissen, was ich in den mittlerweile letzten Monaten so getrieben habe, oder ;-)

Nach unserem Familienurlaub in Port Macquarie haben wir drei (Anja2, Nina und ich) uns jedes Wochenende getroffen und viele verschiedene Dinge unternommen. Wir waren z.B. im Wildlife World Sydney und auf dem Sydney Tower. Von dem Wildlife World war ich ein wenig enttäuscht. Man bekommt zwar alle australischen Tiere, die der Europäer aus dem Fernsehen kennt (oder auch nicht), zu sehen, das allerdings in einer nicht allzu schönen Atmosphäre. Die meisten Tiere haben ein viel zu kleines Gehege, Koalas und Kängurus kann man – im Vergleich zu richtigen Wildlife Parks – nicht einfach so streicheln und und und. Es ist für Kurzzeittouristen ausgelegt, die nicht allzu viel herumkommen, um die Tiere in der Wildnis zu sehen. Ich war noch nicht im Zoo, aber der ist bestimmt etwas schöner. Der Preis ist übrigens auch viel zu überzogen. 40$ für einen einmaligen Eintritt. Wer aber noch in den Tower will und das Aquarium besuchen möchte, sollte sich den „Unlimited Adventure Pass“ besorgen. Der kostet 60$ und ist mehrere Monate gültig, allerdings nicht übertragbar. Den haben wir uns alle besorgt und somit mehr als 40$ gespart. Das Aquarium habe ich mir an einem Donnerstag mal alleine angeschaut. Es ist ähnlich wie das Wildlife World. Es ist zwar schon ziemlich cool, wenn die Haie, Seekühe und Rochen gerade über dem Kopf herumschwimmen, aber ich war auch hier wieder ein wenig enttäuscht. Am Ästhetischen könnte man teilweise noch einiges ändern. Vielleicht bin ich auch zu verwöhnt mit den ganzen Freizeitparks in Florida…Der Sydney Tower hat mich hingegen richtig begeistert! Man hat auf so gut wie die ganze Stadt einen tollen Blick. Es lohnt sich wirklich. Ich gehe demnächst mal nachts hoch.

‘Do you ALL have your ID’s with you?’ Das hat man uns tatsächlich gefragt, als wir drei Bier kaufen wollten. Ich hatte als einzige meinen Ausweis bei Anja2 gelassen, sodass wir unser geliebtes Pure Blonde im Bottleshop lassen mussten. Wenn man in einer Gruppe ist, muss jeder seinen Ausweis dabeihaben, sonst wird kein Alkohol ausgehändigt. Theoretisch eine gute Idee, praktisch hatten wir kein Bier für das große German „Novemberfest“. Anjas Gastpapa Manfred hat anlässlich seines Geburtstages ein deutsches Fest mit deutschem Essen geschmissen :-) Anja2, Nina und ich waren waitresses und haben die ca. 30 Gäste bedient und auch Geld dafür bekommen. Bier war dann übrigens auch noch genug da.

Am nächsten Wochenende waren wir auf dem The Rocks Moonlight Market (der sich jedoch kaum vom „normalen“ Wochenendemarkt tagsüber unterscheidet). Mittlerweile haben wir beiden Anjas schon zwei Mal bei Nina in Mosman (North Sydney) übernachtet. Wir kochen dann immer lecker Abendessen und gehen am nächsten Tag z.B. an den Strand (der Strand von Belmoral ist sehr schön!). Oder wir waren auf den Glebe Markets (das war richtig klasse, so ein bisschen wie auf dem Hippy Markt auf Ibiza). Wer auf Schokolade steht, sollte die Max Brenner Chocolate Bar nicht verpassen. Da kann man sich u.a. viele Leckereien mit flüssiger Schokolade bestellen. Bei mir haben wir uns abends auch schon getroffen. Als wir auf der Terrasse dann unser leckeres Essen gegessen haben, gab es großes Kino noch dazu: Ein Auto wurde von Zivilpolizisten angehalten und die Frau musste sich halb nackt ausziehen. Die haben das ganze Auto durchsucht; nach was wissen wir leider bis heute nicht.

Steph hat für ihre große Konferenz von ihrem Boss einen Gutschein für ein berühmtes Steakhouse bekommen. Wir 4 sind also alle zusammen an einem Sonntagabend dort essen gegangen. Ich habe mir natürlich lecker Ribs bestellt :-) Es gab so ein paar Wochen, in denen es mit meiner Family nicht so rund lief. Wir hatten sogar einmal eine richtige Diskussion über die eigentlich banalste meiner Aufgaben, das Abendessen. Wir haben uns gegenseitig Sachen vorgeworfen, die eigentlich alle nur aus Missverständnissen entstanden sind. Jedenfalls war die Situation etwas angespannt für einige Tage. Das hat sich mittlerweile zum Glück gelegt und wir kommen wieder gut klar.

Mein Hobby ist in letzter Zeit Kino mit Anja2! Und wenn wir mal nicht ins Kino gehen, gucken wir How I Met Your Mother bei jemandem zu Hause (Das heißt, wir fahren viel Auto, und ich fahre hier unheimlich gerne). Ich war also jetzt schon in The Town, Paranormal Activity 2, Due Date und natürlich: HARRY POTTER 7! Steph hatte eigentlich Freikarten für die Vorpremiere, aber da Clint unbedingt Fußball spielen musste, fiel das ins Wasser. Dafür habe ich aber vor einem Monat schon Karten für die sogenannte Gold Class gekauft. Das war eine interessante Erfahrung (, zu der wir fast zu spät gekommen sind…). Man kann Essen und Trinken vor Beginn bestellen und sagen, wann man bedient werden möchte. Es gab große Sessel, bei denen die Rückenlehnen verstellbar sind. Das heißt, man konnte sich hinlegen, wenn man wollte. Auch wenn nicht allzu viele Personen in den Saal passen, ist es allerdings etwas laut und teilweise nervig. Bedienungen laufen immer mal wieder vor der Nase herum, es wird geschmatzt und Geschirr klirrt. Man sollte es mal gemacht haben, aber Gold Class hat auch seine Nachteile. Einen kleinen Gag haben die sich auch geleistet: mitten im Film lief auf einmal eine als Voldemort verkleidete Gestalt herum und blieb vor jedem mal kurz stehen. Alle haben gelacht. War schon lustig, aber man konnte sich dann nicht wirklich auf den Film konzentrieren. Ich musste irgendwann mal richtig dolle aufs Klo. Das war für mich eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, während eines HP-Films auf die Toilette zu gehen. Aber es ging nicht mehr und bei einer etwas unspannenden Szene bin ich losgerannt – mit noch zwei anderen Mädels :-) Es war so lustig! Wir sind den stillen Gang langgerannt, waren gleichzeitig fertig und sind wieder lachend zurückgerannt. Haben nicht viel verpasst… Donnerstags habe ich jetzt versucht, die wichtigsten Touristenattraktionen abzuklappern, die mir mein Reiseführer so empfiehlt. Ich bin viel herumgekommen und es hat sich wirklich gelohnt (an dieser Stelle mal ein allgemeines Kompliment an den Reise Know-How Verlag). Der Stadtteil The Rocks hat wirklich viele interessante Orte zu bieten! Es gibt einen echten Kolonialwarenladen, alte Hotels (=Pubs), wo man lecker Essen gehen und Bier trinken kann; das habe ich letztens mit Tina mal gemacht. Man kann sich kostenlos das Sydney Observatory angucken. Von dessen Garten aus hat man einen schönen Blick auf die Harbour Bridge. Man kommt übrigens von The Rocks aus auf die Harbour Bridge. Das haben Anja2, Nina und ich mal gemacht, wir sind dann über die Brücke gelaufen. Wirklich sehr empfehlenswert! Man hat einen richtig tollen Blick auf das Opera House und die ganze Stadt mit ihren Hochhäusern. Auf der anderen Seite befindet sich der älteste Freizeitpark Australiens, der Luna Park. Klein, aber fein. Zurück in der Stadt gibt es den Hyde Park, den Stadtteil Kings Cross und die Botanic Gardens. Sollte man alles mal gesehen haben. Kings Cross ist allerdings nicht unbedingt für abends geeignet, da es sich hierbei um das Rotlichtviertel Sydneys handelt. Ich bin auch nur hingegangen, um die riesige Coca Cola Werbung zu fotografieren. Auf dem Rückweg bin ich an einer Boomerang School vorbeigekommen. Ich habe nachgefragt, leider gibt es nur dienstags Stunden. Vielleicht sollte ich mir eine andere Schule suchen… Die Botanic Gardens sind wirklich sehr schön. Und am Rand gibt es einige Attraktionen, wie die National Gallery (, die ich mir allerdings nicht angetan habe,) auf der einen Seite, das Parliament House und das Government House auf der anderen Seite. Weiter unten am nördlichen Ende des Hyde Parks befindet sich das Australian Museum (kann ich auch nichts zu sagen, 10$ sind mir zu viel, wo man doch in anderen Städten keinen Eintritt für den gleichen Inhalt zahlen muss) und die Hyde Park Barracks. Letztere waren wirklich sehr interessant und ich würde einen Besuch unbedingt empfehlen! Es geht um die Anfänge der (weißen) australischen Geschichte, also um die convicts (=Strafgefangene) und das frühe Sydney. Der Eintritt in das ehemalige Gefängnis kostet 5 bzw. 10$, je nachdem, ob man z.B. Besitzer einer Discount Karte (YHA oder VIP) ist. Man kann sehen, dass sich jemand wirklich große Mühe gegeben hat, das Museum schön zu gestalten. Es waren an dem Tag nicht allzu viele Besucher da und ich war alleine im obersten Stockwerk, als es angefangen hat, zu gewittern. Das war so was von gruselig, denn oben sind die alten Hängematten aufgehängt, in denen früher Verbrecher geschlafen hatten. Die Fenster waren abgedunkelt, dann noch das Donnern im Hintergrund…

Mit Tina habe ich endlich die Opera House Essential Tour gemacht. Man erhält viele Informationen über das Gebäude und bekommt den ein oder anderen Saal zu sehen. War ganz gut, sollte man aber eigentlich nur machen, wenn man sich wirklich dafür interessiert und/oder mal drinnen gewesen sein möchte.

Mit Anja2 und Nina habe ich endlich den Bondi to Coogee Walk gemacht. Wir hatten erst einmal Probleme, nach Bondi Junction zu kommen, da mal wieder Trackwork war. In den letzten Wochen war es besonders schlimm. Ganz viele Züge fallen dann aus und werden teilweise durch Busse ersetzt. Meine Station Ashfield wird zum Glück fast immer noch von den Zügen angefahren. Jedenfalls sind wir mit dem normalen Linienbus von der Stadt aus nach Bondi Beach gekommen. Wichtig zu wissen: Bondi Junction und der eigentliche Strand liegen ca. 30-40 Minuten (zu Fuß) auseinander entfernt. In Bondi Junction gibt es eigentlich nur eine kleine Shopping Mall und ein riesen Shopping Centre von der Kette „Westfield“. Der Stadtteil lohnt sich also nicht wirklich, es sei denn, man hat einen großen Geldbeutel. Den habe ich hier schon lange nicht mehr…Nun gut, wir sind also direkt zum Beach gefahren und haben unseren Walk an der Küste entlang begonnen. Der dauert ungefähr 1.5 – 2 Stunden und ist ganz schön. Problem ist nur: man ist nicht alleine. Alle Touristen quetschen sich – besonders im Sommer – auf den Wegen und man wird alle paar Meter von schwitzenden einheimischen Selbstmördern (=Jogger…wer tut sich das an bei 30° unter knallender Sonne??) überholt. Die Strände und Aussichten sind allerdings wirklich schön und fotogen. Es gibt dort sogar einen Friedhof direkt am Meer. Wenn man allerdings in Coogee ankommt, ist man wohl eher enttäuscht. Coogee Beach ähnelt Bondi Beach. Beide sind viel zu touristisch und haben das Motto „sehen und gesehen werden“. Das Volk besteht also aus Modelfiguren und Gaffern. Außerdem ist der Sand in Coogee gar nicht mal so schön. Also es hat uns dann nicht so viel Spaß gemacht, am Strand zu liegen.

Donnerstag Morgen waren ja immer Hollys Schwimmstunden, wobei Steph die letzten Male gar nicht mehr hingegangen ist. Holly hatte zu viel Angst vor der „Lehrerin“. Kann man ihr aber auch nicht verübeln… Jedenfalls fiel für mich dann auch das Schwimmen aus. Und auch die Möglichkeit, kostenlos in den Olympic Park zu kommen. Das haben wir drei Mädels aber auch schon nachgeholt. Wir waren erst bei IKEA (, um uns natürlich nichts zu kaufen) und sind von dem Shoppingcentre aus dorthin gelaufen. Der Weg war ganz schön und es gibt noch viele weitere Fahrrad- und Wanderwege im Park, die bestimmt auch sehr interessant sind. Im eigentlichen Olympic Park an sich braucht man nicht allzu viel Zeit. Man kann im Novotel Hotel mit dem Aufzug kostenlos bis zu einem Observation Deck fahren, von wo aus man den gesamten Park überblicken kann. Sogar die Harbour Bridge und das Opera House kann man von dort aus sehen. Wir wollten danach eigentlich das ANZ Stadium besichtigen, aber da U2 zwei große Konzerte in den nächsten Tagen hatte, fielen alle Touren flach. Ich werd’s überleben. Das ist übrigens „mein“ Spruch geworden, wenn mal etwas nicht klappt. Später werden dann mal meine Kinder ihren Kindern erzählen: „Das hat Oma Anja immer gesagt“.

Wieder zurück in der Stadt gibt es meinen Lieblingsstadtteil: Darling Harbour! Das ist ein kleiner Hafen mit Bötchen und Yachten, um den sich viele Leute auf der großen Flaniermeile tummeln. Ich war letztens im Maritime Museum. Kostenlos und gut. Daneben gibt es ein schönes Shoppingcentre, das viel zu bieten hat. Ein unheimlich leckeres Pancake Restaurant, das Hurricanes (das Steakhouse, wo wir waren), lange Geschäftszeiten und jetzt wieder gaaanz neu: HARD ROCK CAFE! Die beiden in Sydney und Melbourne wurden aus irgendwelchen Gründen geschlossen. Aber es gibt noch eins in Surfers Paradise und jetzt seit wenigen Tagen auch wieder in Sydney :-) Und hier gibt es einfach mal den schönsten Gitarren-Pin auf der ganzen Welt! Darling Harbour hat aber noch mehr zu bieten, besonders zur Weihnachtszeit. Es gibt einen (wie immer hier in Australien) unechten Weihnachtsbaum, abends wird darunter gesungen und an manchen Wochenenden gibt es sogar ein Feuerwerk mit Musik. Ich war letzte Woche da, es war wunderschön…

Um es mir selbst ein bisschen weihnachtlich zu machen, habe ich mir einen Adventskalender (hoch lebe ALDI) gekauft, ganz viele Plätzchen gebacken und immer mal wieder deutsche Weihnachtsmusik gehört. Weihnachtliche Stimmung kommt hier nämlich nicht wirklich auf. Es ist zwar ein äußert ungewöhnliche kaltes Wetter dieses Jahr hier in Australien, aber trotzdem ist es noch wärmer als bei euch in Europa. DAS Weihnachtsspektakel hier in Sydney bzw. Australien habe ich dumme Nuss aber leider verpasst! Ich ärgere mich so sehr darüber… Carols in the Domain. Steph hat mir davon erzählt, ich habe es mal im Internet gelesen, aber mich nicht mehr weiter darum gekümmert. Stattdessen waren wir auf der Weihnachtsfeier von Stephs Arbeit. Die war auf einer Farm außerhalb von Sydney, war auch mal interessant, aber für mich relativ langweilig. Jedenfalls kam abends die Live-Übertragung von dem großen Event. Das war so schön! Da sitzt man im Freien mit seinen Freunden und seiner Nikolausmütze, macht Picknick und was nicht alles und abends gibt es dann das große Konzert mit vielen australischen, aber auch internationalen Künstlern, mit Chor und Orchester. Das wäre echt was für mich gewesen…Die Übertragung habe ich gleich aufgenommen, aber das ist ja nicht das Gleiche. Aber ich hätte auch niemanden gehabt, der mit mir gekommen wäre. Ninas boyfriend und Anja2s Freundin (Anja3) sind morgens angekommen. Das heißt, unsere unternehmungsreichen Wochenenden sind nun vorbei. Bis deren Besuch wieder weg ist, kommt meine Mama :-) . Wir alle sind zu unterschiedlichen Zeiten on Tour, also werden wir uns wohl nicht mehr allzu oft sehen…ich sach’s ja, die Zeit… Als kleine Entschädigung für das verpasste Weihnachtskonzert waren wir am letzten Sonntag bei den Wiggles! Das ist eine Kinderband, die mich meine ganze Au Pair-Zeit begleitet hat. 4 Männer, die Nursery Rhymes (=Kinderlieder) singen. Ich habe mich so auf dieses Konzert gefreut, das war mir fast schon peinlich. Aber die sind auch wirklich gut und Holly liebt sie. Ich werde mir hier eine DVD von denen kaufen, so toll finde ich die^^ Das Konzert war nicht so der Hammer mit den ganzen schreienden Kindern (war aber auch klar), doch dafür waren es mal wieder Freikarten.

Ende dieser Woche geht es nach Byron Bay, wo ich unseren Heiligabend mit Anja2 und ihrer Freundin, Anja3, am Strand verbringen werde. Danach steht Weihnachten mit der Familie an und zwei Tag in Brisbane. Die Gold Coast passt hoffentlich auch noch irgendwo dazwischen. Denn ich möchte pünktlich zu meinem lang ersehnten New Year`s Eve in Sydney sein! Ich freue mich schon so darauf, auch wenn ich noch keine genauen Pläne für den Abend habe… Im November war ich übrigens in Melbourne. Dazu gibt es allerdings ganz bald (!) einen eigenen, ganz interessanten Bericht.

Für all meine komplizierten Satzkonstruktionen und Schreibfehler möchte ich mich entschuldigen, ich leide unter chronischem Schlafmangel…

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ALICE SPRINGS

(Nachtrag)

„Heart of Australia“. Da war ich nun, in der Mitte dieses riesigen Kontinents. Der erste Eindruck war gut, weil: Es war heiß! Die Tage zuvor waren es nur um die 20°, ich aber hatte mit täglich ca. 30° wohl die schönste Woche in diesem ungewöhnlich kalten australischen Frühling erlebt. Nach der Ankunft mit dem Ghan habe ich mich natürlich gleich wieder auf die Suche nach einem kostenlosen Reiseführer gemacht und bin fündig geworden. Da ich die Entfernungen auf der Karte noch überhaupt nicht einschätzen konnte und ich zwei schwere Taschen bei mir hatte, habe ich den Shuttlebus zum Hostel genommen. War ja ganz praktisch, aber viel zu teuer für gerade mal 5 Minuten Fahrt. Tatsächlich hätte ich ihn nicht gebraucht.

Schon wegen meiner Mitgliedskarte vom DJH (Deutsches Jugendherbergswerk), aber auch wegen der Qualität habe ich mich auch dieses Mal für das YHA-Hostel entschieden. Bisher war ich jedoch nur in Großstädten, Alice Springs hingegen ist ein Kuhkaff. So hat sich auch die Anlage von den bisherigen unterschieden: Ich kam mir vor wie im Sommerurlaub. Fehlte nur noch das Meer (, welches jedoch mindestens knappe 1000 km entfernt liegt). Ich wurde von einem gutgelaunten Surfer (er sah zumindest so aus) begrüßt und habe mich mit dem Schlüssel (sonst waren es immer Magnet-Karten) auf die Suche nach meinem Zimmer gemacht. Wie gesagt, die Anlage löst Urlaubsfeeling aus. Alles ist sehr offen und familiär und es gibt einen (winzig)kleinen Pool. Die Toiletten sind dieses Mal außerhalb der Hauptgebäude. Leider habe ich das wohl einzige Zimmer ohne Fenster erwischt. Aber gut, war ja eh nur für eine Nacht, wie so oft.

Dann saß ich da mit meinem Guide und einer Stadtkarte auf dem Bett und war heftig am Überlegen. Auch wenn Alice nicht allzu groß ist, gab es doch ein paar Dinge, die ich sehen wollte und die meisten davon würden in ca. 1 Stunde schließen. Ich dachte ja, dass ich noch einen ganzen halben Tag in Alice hätte, aber da sich der Ghan verspätet hat und man ja auch nicht gleich für eine Stadttour fertig ist, musste ich mich schnell entscheiden. Was und wann. Ich entschied mich zunächst mal für ein Fahrrad. Ganz blöde Idee… So richtig bescheuert… Ich, untrainiert wie ich sowieso schon bin, komme gerade von einer 25-stündigen Zugfahrt, die ich natürlich hauptsächlich sitzend verbracht habe, und miete mir ein Fahrrad, um schnell noch das Wichtigste von diesem winzigkleinen Alice abzuklappern. Dieser Fehler wurde mir nach ca. 10 Sekunden bewusst. Aber gut, da habe ich schon umgerechnet 10€ für ein Fahrrad bezahlt, dessen Sitz alle paar hundert Meter nach unten rutscht und wieder nach oben geschoben werden will. Und wenigstens musste ich nicht lange nach diesem Drahtmonster suchen, denn man kann sie im Hostel selbst mieten.

Mein erstes Ziel war die Shopping Mall, Todd Mall genannt. Sie ist das Zentrum und liegt 100 Meter vom Hostel entfernt. Aber irgendjemand meinte es echt nicht gut mit mir. Zum wohl ersten und letzten Mal in der Geschichte dieses Dorfes in the real Middle of Nowhere gab es eine Bombenwarnung. Es wurde eine herrenlose Tasche in einer Bank gefunden und die gesamte Mall war deswegen gesperrt. Gut, dann fuhr ich eben weiter zur nächsten Attraktion, zur Royal Flying Doctor Service Base. Weil ich, wie gesagt, die Abstände noch nicht einschätzen konnte, bin ich zu weit gefahren. Ich war so gestresst… Im Endeffekt hätte ich das Fahrrad nicht mal gebraucht! Ich wäre auch zu Fuß noch pünktlich zur letzten Führung um 4 pm gekommen. Die sehr kurze, aber interessante Führung kostete Eintritt, der jedoch, wie uns später erzählt wurde, wie eine Spende eingesetzt würde. Der Besuch der RFDS-Base ist empfehlenswert.

Nach diesem ersten Stopp habe ich mich auf die Suche nach etwas Essbarem gemacht. In letzter Zeit schwöre ich auf Subway. Nach der Stärkung bin ich Richtung Todd River gefahren. Der Fluss ist nicht so einfach zu entdecken, da er bis auf wenige Tage im Jahr ausgetrocknet ist. Ich habe Aborigine-Familien gesehen, die im Flussbett gepicknickt haben, andere sind darin Spazieren gegangen. Aus Zeitmangel und im Angesicht der nahenden Dämmerung habe ich mein Rad abgestellt und bin den sogenannten Anzac Hill hochgetigert. Von diesem Hügel aus hat man einen schönen Blick über ganz Alice Springs und kann dem Sonnenuntergang über dem Outback zuschauen. Da es recht schnell dunkel wird, bin ich zurück zum Hostel gefahren, durch die inzwischen bombenfreie, aber leider auch menschenleere Todd Mall. Ich wollte nur noch duschen und so langsam ins Bett gehen. Nachts alleine in Alice herumzulaufen kam mir nicht so angemessen vor, da hier viele Aborigines leben und mir ihre dunklen Gesichter ehrlich gesagt nachmittags schon ein bisschen Angst gemacht haben; nicht böse gemeint.

Im Hostel wird anscheinend jeden Abend eine DVD auf einer Open Air Leinwand gezeigt. Man kann sich dann in Liegestühlen die (C-Klasse-) Filme ansehen. So habe ich mit meinen Ravioli den Abend ausklingen lassen. Dabei ist mir eine Sache an Alice Springs aufgefallen, die ich als nervig empfunden habe: Wo man hingeht, hört man Deutsch. Diese Stadt muss die größte Dichte deutscher Touristen haben -.- Ich würde mal sagen, dass 80% der Hostelgäste deutschsprachig waren…

Nachdem ich meine Taschen gepackt habe (den Koffer musste ich schon früher packen, da die Rezeption und der dazugehörige Raum für die Koffer mal nicht 24 Stunden geöffnet hat; wichtig zu wissen!), bin ich schlafen gegangen. Ich hatte eine 2-Day Red Centre Tour vor mir.

Das war es aber noch nicht mit Alice. Nach der Tour hatte ich noch den ganzen Samstag Abend und Sonntag Vormittag Zeit, mich noch mal umzusehen. Als ich nun also nach der Tour zum zweiten Mal im Hostel eingecheckt und meinen Koffer abgeholt habe, habe ich mein neues Bett in einem anderen Zimmer bezogen. Ein anderes Mädchen ist kurz nach mir angekommen und hat es mir gleichgetan. Ich bin mit ihr ins Gespräch gekommen und sie ist sehr nett gewesen. She comes from the U.S. by the way. Wir haben uns Abendessen gemacht und über Gott und die Welt geredet (, während vor uns ein D-Klasse Film abgespielt wurde). Sie würde in Canberra studieren, gerade Urlaub machen und in Alice nur für eine Nacht bleiben, um am nächsten Tag mit dem Ghan nach Adelaide fahren. Dann bin ich wenigstens nicht die einzige Verrückte ;-) Sie wollte nach dem Essen noch in einen bestimmten Pub gehen, der ihr von einem Freund ans Herz gelegt wurde. Da ich nichts weiter vorhatte, bin ich einfach mit ihr gegangen. Dieser Pub bzw. die Menschen darin sind ganz interessant, aber mehr auch nicht. Wir haben beide ein Bier getrunken und sind schnell geflüchtet, als mich eine Aborigine-Frau mit irgendeinem Typen verkuppeln wollte. Wir haben uns vor dem Schlafengehen schon verabschiedet, da wir zu unterschiedlichen Zeiten aufstehen wollten. Wir haben uns für das nächste Wochenende in Sydney verabredet (, woraus leider nichts geworden ist, da ich ja krank geworden bin).

Am nächsten Morgen bin ich früh aufgestanden, denn mein Tagesziel war die Telegrafenstation, der Geburtsort von Alice Springs. Sie liegt knapp 3 km nördlich vom Stadtzentrum entfernt. Es war sehr schönes Wetter für eine solche Wanderung. Ich kann jetzt sagen, ich bin schon mal auf dem Grund eines Flusses gelaufen. Na denn. Mir sind einige ehrgeizige Jogger, mehr oder weniger viele Spinnennetze und ein kleines Wallaby begegnet. Als ich endlich angekommen bin, war alles geschlossen. Um 8 am sollte diese Touristenattraktion öffnen, ich war von 8:15-8:30 da. Nichts. Gut, man kann vom Zaun aus ein paar Fotos von den gut erhaltenen Gebäuden machen. Nur leider konnte ich nun die Station nicht betreten. Und sehnsüchtig habe ich die Souvenirs vom Ladenfenster aus betrachtet. Ich hatte nämlich noch keine.

So bin ich zügig zurückgelaufen und habe die zuvor menschenleere Einkaufsstraße total überfüllt wieder vorgefunden. Ich weiß nicht, aus welchem Anlass genau, jedenfalls war die ganze Straße ein großer Markt. Da hat Alice die gesperrte Mall vom Donnerstag wieder gut gemacht. Der Markt war ziemlich gut, mit vielen internationalen Essständen und Beiträgen von den Ureinwohnern. Ich habe mir ein kleines Gemälde a la Aboriginal Kunst und endlich meine Souvenirs gekauft. Danach habe ich noch schnell die letzten kleineren Attraktionen abgeklappert und das war es auch schon. Ich hätte gerne noch die vielen anderen Dinge gesehen, die die Umgebung noch so bereithält, nur leider liegt das meiste außerhalb und ist ohne Auto nicht zu erreichen. So habe ich weder den Desert Park noch das Ghan-Museum gesehen.

Die Flughafenstory habe ich ja schon erzählt, aber eine Kleinigkeit, die beweist, dass es zu viele Arschlöcher auf dieser Welt gibt, habe ich noch zu erzählen: Ich habe an der Stelle gewartet, an der der Bus mich abholen sollte. Da ich fast zu spät war und gerade in dem Moment ein Fahrzeug (so eine Familienkutsche) anhielt und der Fahrer ausstieg, bin ich in seine Richtung gelaufen. Der Typ hat nicht lange um den heißen Brei herumgeredet und hatte schon meine Koffer in der Hand und ist Richtung Kofferraum gelaufen. Ich hab zum Glück gerade noch das Wort TAXI gelesen, dass ich schnell hinterhergerannt bin und ihm meine Koffer fast aus der Hand reißen musste. Ich habe kein Taxi bestellt und das weiß er ganz genau. Er meinte noch, ich wolle doch zum Flughafen. Arsch. Nach seinem Misserfolg, ist er ganz schnell abgezischt und eine Minute später kam der richtige Bus. Man macht hier in der Tat Erfahrungen.

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Woche 15

Montag: Ein ganz normaler Arbeitstag. Einziges Highlight war, dass Anja mich mit einem ihrer Jungs besuchen kam und wir vier dann zusammen auf den Spielplatz gegangen sind.

Dienstag: Ganz normaler Arbeitstag. Seit dieser Woche haben wir endlich schönes Wetter! Im Radio haben die schon gesagt, es sei der kälteste Frühling seit 7 Jahren, was ich nur bestätigen kann… Jedenfalls lege ich mich jetzt immer in die Sonne, wenn Holly schläft. Schööön :)

Mittwoch: Steph kam zurück von ihrer Konferenz. Sie war 3 Tage weg, aber jetzt ist endlich alles vorbei. Da bin ich so froh drum! Sie ist nicht mehr so im Stress und wir verstehen und wieder super nach meiner Krankheit.

Abends habe ich mich mit Anja getroffen und wir sind zu einem Freund ihrer Hostfamily gegangen. Er hat uns zum Essen eingeladen. Es gab selbstgemachte Nudeln. Der Abend war ganz nett, der Typ etwas komisch. Er ist Anfang 30 und lebt mit 3 anderen in einer WG. Dieses Haus ist aber einfach so heruntergekommen und eklig. Wenn ich da wohnen müsste, würde ich lieber auf der Straße schlafen. Aber gut, die Pasta war lecker und ich weiß jetzt wenigstens, wie man Nudeln macht.

Donnerstag: Morgens war ich tatsächlich schwimmen im Olympic Park! Ich habe fast verschlafen. Mein Wecker ging nicht an und ich habe geträumt, dass ich verschlafen würde und ich nur noch 3 Minuten Zeit hätte, um mich fertig zu machen. Geträumt, passiert. Ich hatte wirklich nur noch 5 Minuten, als ich aufgewacht bin. Also bin schnell aus dem Bett gesprungen, habe meinen Bikini angezogen und einen Joghurt aus dem Kühlschrank geschnappt und schon sind wir losgefahren. Waren wie letztes Mal natürlich trotzdem zu spät, aber ich konnte schwimmen :) Wie lange ich das nicht mehr gemacht habe… Dementsprechend war ich nach 4 Bahnen total K.O. Aber Holly’s Kurs geht ja eh nur 20 Minuten. Danach habe ich mich nur noch in die Sonne gelegt; es wird wirklich wärmer.

Abends bin ich mal wieder mit Anja ins Kino gegangen. Ich habe wieder das Auto genommen. Das mit der Vorfahrt ist so eine Sache. Wenn kein Schild zu sehen ist, gebe ich jedem vorsichtshalber seine Vorfahrt. Außerdem ist die ganze Zeit Polizei hinter mir gewesen. Den Film haben wir uns eigentlich nur angeguckt, weil Steph mir wieder einen Gutschein gegeben hat. Charlie St. Cloud mit Zac Efron. Dieser Film war ja mal so langweilig. Zum Glück hatten wir beide das Kino ganz für uns alleine, dass wir es uns gemütlich gemacht und uns die ganze Zeit über den Film lustig gemacht haben. Technisch ist der Film top, inhaltlich will ich mich nur kurz fassen: Zac Efron und sein „body“ waren das Hauptthema.

Freitag: Partytime! Clint ist abends mit seinen Kumpels feiern gegangen, um in seinen 35. Geburtstag reinzufeiern und ich habe mich auch fertig gemacht für Party. Ich war mit Anja und Nina (ich habe sie vor ein paar Wochen über Anja kennengelernt) in der Stadt verabredet. Wir wollten (das erste Mal) in Sydney richtig feiern gehen. Ich hatte ganz arge Probleme mit meinem Outfit, denn hier feiert man definitiv anders als in Deutschland. So ziemlich jedes Mädchen hat ein Kleid an, schwarze Strumpfhose und Highheels mit Pfennigabsatz. Mit Steph’s Modeberatung hatte ich schließlich mein neues schwarzes Kleid an, das eigentlich für Silvester gedacht war. Aber in Syndey muss alles ein bisschen extravagant sein.

Wir sind zuerst in eine Sportsbar gegangen und haben Bierchen getrunken. Die Bar ist auf verschiedene „floors“ aufgeteilt und wir waren auf der Dachterasse. Das war richtig schön, unter freiem Himmel und zwischen den Hochhäusern zu sitzen. Nächstes Mal gehen wir da bestimmt wieder hin. Danach sind wir in den wohl bekanntesten Club Sydneys gegangen: das Ivy. Reingekommen sind wir ziemlich schnell und bezahlen mussten wir nicht, da der Eintritt freitags frei ist. Der Club ist ebenfalls auf verschiedene Floors aufgeteilt und in der Mitte ist Open Air. Das heißt, man tanzt mehr oder weniger unter freiem Himmel. Man sollte also nicht unbedingt hingehen, wenn es regnet. Der DJ war anfangs ganz gut und hat meine Musik gespielt: House. So langsam ist er zu R’n’B übergegangen und blieb auch dabei. Es ist nicht nur so, dass ich die Musik nicht mag, sondern ich kann einfach nicht darauf tanzen. Nach einer halben Ewigkeit sind wir ein bisschen enttäuscht gegangen und haben noch lecker bei Hungry Jack’s (Burger King) gegessen. Als wir uns auf den Weg zum Nachtbus gemacht haben, haben wir Housemusik aus dem Ivy gehört…Toll…

Die Nachtbusse sind echt klasse. Die fahren praktisch die ganze Nacht und überall hin, wo auch der Zug tagsüber hinfährt. Anja und ich konnten den gleichen nehmen, da wir ja nicht weit auseinander wohnen. Leider habe ich kein „Day Return“-Ticket gekauft, denn damit kann man auch in dem Night Ride Bus einsteigen. So hat es mich etwas mehr gekostet, aber wenigstens konnte ich beim Busfahrer noch ein Ticket kaufen. Der Nachtbus ist echt lustig, denn man sieht die schrägsten Vögel. Besoffene Jungs, bunt angezogene Schwule, hängende Köpfe von allerlei schlafenden Menschen, die aussehen wie diese Wackeldackel und und und. Von Ashfield aus muss ich normalerweise noch den Bus nehmen. Der fuhr um die Uhrzeit natürlich nicht mehr, also habe ich nicht lange rumgemacht und ein Taxi genommen und war um 3 zu Hause. War aber echt mal eine Erfahrung!

Samstag: Lange Ausschlafen nach der Nacht war nicht drin, denn ich war mit dem Strand verabredet :-) Anja und ich haben die Fähre nach Manly genommen. Dieser Ort ist zwar total touristisch, aber der Strand ist einfach herrlich! In Deutschland kennen einige vielleicht Bondi Beach, jedoch kaum einer hat schon mal was von Manly gehört. Ich finde den Strand viel schöner als Bondi, auch wenn ich nicht mal genau sagen kann, woran das liegt.

Man kann in Manly nicht nur faul am Strand liegen oder in den großen Wellen baden, sondern auch viel, viel Geld loswerden. Jede Surfermarke, die es gibt, ist in Manly vertreten, es ist sozusagen ein kleines Shoppingparadies.

Wir haben uns mit Nina und einem anderen Au Pair getroffen. Letztere hat bei Anjas Familie eine Woche lang gewohnt, weil ihre Hostfamily sie noch nicht aufnehmen konnte oder so was in der Art. Dieses „Mädel“ ist schon 26 und strohdoof, richtig merkwürdig und fast schon gruselig. Aber sie will immer überall dabei sein. Boah, es gibt Geschichten über die, darüber könnte man ein ganzes Buch schreiben. Sie ist natürlich auch Lästerthema Nr. 1 unter uns geworden.

Wie auch immer, wir hatten super schönes Wetter: Sonne, 27° und zur Abwechslung mal keinen Wind. Nur leider war aber für den Nachmittag schlechtes Wetter angesagt. Ich hab nach 10 Minuten am Strand zu Anja gesagt, wenn ich jetzt nicht ins Wasser gehe, gehe ich gar nicht. Und so sind wir beide ins eiskalte aber so wunderbare Wasser gegangen. Es hat so viel Spaß gemacht mit den teilweise riesigen Wellen! Aber immer daran denken: Between the flags. Man darf nur zwischen den rot-gelben Fahnen schwimmen, in den anderen Bereichen ist sehr starke Strömung. Aber zum Glück gibt es ganz viele lifeguards, die aufpassen, dass dort keiner ins Wasser geht.

Später zog es tatsächlich zu. Dicke Gewitterwolken hingen schon am Himmel. Die haben mich aber eher weniger gestört, denn ich hatte einen Rückschlag…Durchfall ist das Schlimmste, was einem am Strand passieren kann. Zum Glück gibt es in Australien an jeder Ecke öffentliche Toiletten, sogar am Strand. Ich hatte natürlich alle meine Tabletten nicht mit an den Strand genommen, wer rechnet auch damit. Also bin ich schnell zur Apotheke gelaufen und habe mir neue Tabletten gekauft. Ich habe keine Ahnung, wo das schon wieder herkam, aber es geht mir langsam auf den Keks. Ich bin allerdings nicht die einzige, die Magen-Darm-Probleme hat. Alle deutschen Au Pairs kämpfen mit aufgeblähten Bäuchen und Ähnlichem. Wahrscheinlich merkt der Körper nach drei Monaten, dass ihm etwas fehlt, irgendwas, was man Deutschland sonst immer zu sich nimmt, keine Ahnung…

Da es dann aus Kübeln geregnet hat und mir es ja nicht so gut ging, ist unsere Shoppingtour „ins Wasser gefallen“ und wir haben die Fähre zurück genommen. Trotzdem hatten wir einen schönen Tag und ich war endlich im Meer baden :-D

Sonntag: fauler Tag im Bett mit Ausschlafen und so. Es regnet sowieso mal wieder… Heute werde ich wohl weiter meine nächsten Touren planen. Denn nächste Woche bin ich schon wieder im Urlaub! Mit der Family in Port Macquarie für 4 Tage. Ich habe mich schon für einen Surfkurs angemeldet. Der geht zwar nur 2 Stunden, aber das reicht mir. Und ich kann sagen, dass ich es wenigstens ausprobiert habe. Ich hoffe jedenfalls, dass das Wetter einigermaßen mitspielt.

Die nächste Tour ist dann Melbourne und Umgebung. Im Dezember fahren wir wahrscheinlich nicht nur eine Woche an die Goldcoast, sondern zwei. Und größte Neuigkeit: Meine Mama kommt mich besuchen und wir machen zusammen die Eastcoast-Tour und fliegen zusammen dann zurück nach Deutschland! Ich freue mich so :)

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Woche 14

Ich wollte eigentlich nur noch nach Hause. Zu Hause gibt’s die Mama, die immer für mich da ist, zu Hause gibt es das passende Essen für solche Fälle (z.B. Zwieback) und die richtigen Medikamente. Hier habe ich mich so alleine gefühlt wie noch nie. Steph hat mich zwar ab und zu mal gefragt, ob ich etwas brauche und hat mir auch was von der Apotheke geholt, aber Fürsorge ist was anderes. Gerade weil die selbst alle krank waren und es bei ihnen nur 1,5 Tage gedauert hat, haben sie nicht verstanden, warum es mir nach 3 Tagen immer noch schlecht ging. Ich konnte zwei Tage gar nichts essen und am dritten Tag gab es für mich nichts zu essen. Nur Toast. Ich habe Steph dann gebeten, mir Banane und Salzbrezeln zu kaufen. Sie hat dann das Gesicht verzogen, aber das war mir egal. Ich brauchte etwas zu essen, und eben kein bzw. nicht nur Toast. Wie auch immer, als ich so krank war, habe ich gemerkt, dass sie doch immer noch meine Arbeitgeber sind…

Am Montag kam Holly’s Patentante und hat auf sie aufgepasst. Dienstags habe ich wieder gearbeitet, denn es ging mir besser und ich war ja praktisch sowieso die ganze Zeit zu Hause. Die Patentante kam morgens trotzdem noch für ein paar Stunden und hat für mich allerlei Sachen gekauft: Pfefferminztee, Brühe, Bananen, Reis. Das fand ich ja total lieb von ihr. Mittwoch, Donnerstag und Freitag habe ich ebenfalls gearbeitet, da Steph ihre große Konferenz bevorstand. Sie hat mir dann fast mein volles Gehalt gezahlt, obwohl ich in den letzten 2 Wochen nur 6 von eigentlich 8 Tagen gearbeitet habe. Das fand ich sehr nett!

Am Donnerstag hatte Holly ihre erste Schwimmstunde. Das heißt, Mama trägt Kind im Wasser herum und singt Lieder. Aber gut, vielleicht hilft es ja, Holly ein bisschen an das Wasser zu gewöhnen. Der Schwimmkurs findet im Olympic Park statt, denn sie haben es zu einem öffentlichen Schwimmbad umgebaut. Das beste an diesem Schwimmkurs ist, dass ich kostenlos mit reinkomme. Ich werde jetzt also jeden Donnerstag Morgen schwimmen gehen :) Das ist toll!

Ansonsten ist in der Woche nicht allzu viel passiert, ich musste mich schließlich noch schonen. Im Fernsehen kam Crocodile Dundee. Ich weiß nicht, wie dieser Film auf Deutsch lustig sein konnte, denn der „running gag“ ist nämlich eigentlich der Unterschied zwischen dem australische und dem amerikanische Englisch…

Die letzten Wochen habe ich mich total auf Freitag Abend gefreut. Seit ich die Vorschau gesehen habe, habe ich mir vorgenommen, diesen Film hier in Sydney im IMAX-Kino (auf der größten 3D-Leinwand der Welt) anzuschauen, Harry Potter 7! Ab Freitag Abend konnte man Karten kaufen. Ich hatte mich so gefreut, bis mich die Realität eingeholt hat. Anfang der Woche hat Warner Brother die Vorstellung in 3D aus Zeitgründen abgesagt. Menno. Stattdessen gehe ich mit Steph nach Bondi Junction (Stadtteil von Sydney) in ein Kino mit sogenannter Gold Class. Das heißt, man sitzt in großen Sesseln und wird mit Popcorn vollgestopft. Wenigstens etwas…

Dieses Wochenende war – natürlich – schöner. Ich habe mich mit Anja getroffen und wir sind endlich (!) shoppen gegangen! Das habe ich so lange nicht mehr gemacht. Wir haben so tolle Sachen gekauft. Anja unter anderem Chucks für gerade mal 30€ und eine Tasche von Country Road (bekannte Marke hier in Australien), ich einen australischen Lederhut (leider nicht von Akubra…) und den schönsten Bikini (von Rhoxi), den ich je gesehen habe. Obwohl wir beide komplett unterschiedliche Sachen gekauft haben, haben wir fast auf den Dollar genau das Gleiche ausgegeben…lustig…Samstags habe ich bei ihr übernachtet und Sonntags haben wir Aldi ausgeplündert: Lebkuchen, Spekulatius, Dominosteine und Stollen, wie toll ich das denn :) In ihrem Suburb Summer Hill gab es an dem Tag ein Food Festival. Wir hatten uns vorher schon etwas zu essen gekocht und hatten deshalb keinen Hunger mehr. Aber man hätte dort alle möglichen Sachen probieren können. Wir haben uns nur mit einem Eis in die Sonne gesetzt. Bis abends war ich noch bei ihr und habe auch mal ihre Family kennengelernt. Ein bisschen zu öko, aber eigentlich ganz nett.

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Woche 13

Also gut, hier bin ich mal wieder…Ich habe drei turbulente Wochen hinter mir! Das wird nun eine Herausforderung, alles zusammenzufassen.

Nach meiner Tour (die restlichen Berichte folgen noch) war ich erst einmal 2 Tage alleine. Das hieß leider auch, dass ich alleine erst mal vom Flughafen nach Hause fahren musste. Das war allerdings kein Problem, denn die öffentlichen Verkehrsmittel sind echt klasse. Mein Flug war leider nicht so schön, wie ich es erhofft hatte… Nachdem ich von dem Shuttlebus, den ich einen Tag vorher gebucht hatte, von einem lustigen Busfahrer zum Flughafen gefahren wurde, habe ich die letzten Sonnenstrahlen von Alice Springs genossen und mich für den Check-In angestellt. Leider hatte ich dieses Mal kein Online Check-In, da ich ehrlich gesagt zu faul war, nach einem Drucker im Hostel zu fragen. So musste ich mich also in die längere Schlange einreihen. Aber für Sydney war der Schalter sowieso noch nicht geöffnet, denn auf so einem kleinen Flughafen wie in Alice ist der Check-In erst 60 Minuten vor Abflug geöffnet. Als ich dann endlich an der Reihe war, habe ich eine ziemlich gestresste Frau erwischt, die ständig zwischendurch irgendwelche Durchsagen machen musste. Ich habe ihr gesagt, dass ich nach Sydney fliegen möchte und sie höflich gefragt, ob sie einen Fensterplatz hinten im Flieger für mich hätte. Ihre Antwort war: „Ich hab noch ganz viele freie Plätze für dich, Schätzchen“. Ich habe mir an ihrer Tonart nichts weiter bei gedacht und mich gefreut. Es war ja schließlich kein normaler Flug wie jeder andere, über die rote Erde werde ich vielleicht nie wieder fliegen.

Bei der Sicherheitskontrolle wurde ich dann rausgewunken. Ein ausländischer Mitarbeiter hat mich auf seinem Englisch zugemüllt. Ich meine, ich verstehe ja mittlerweile das australische Englisch sehr gut, aber wenn Ausländer, hauptsächlich Asiaten und Inder, sprechen, verstehe ich kein Wort. Zum Glück hatte er einen Bogen mit allen möglichen Sprachen. Einen Sprengstofftest wollte er also…mal wieder…War natürlich wieder negativ. Ich wollte noch fragen, warum ausgerechnet ich, habe es aber gelassen, denn ich hätte ihn eh nicht verstanden.

Auf dem Flughafen habe ich noch ein paar kleinere Souvenirs und ein kleines Mittagessen gekauft. Kurze Zeit später war das Boarding und ich habe schließlich gemerkt, dass mich diese dumme Kuh am Schalter doch tatsächlich VORNE und in die MITTE gesetzt hat. Ich saß also kurz vor der Tragfläche und hatte weder einen Fensterplatz noch wenigstens einen Platz am Gang. Ich war so sauer! Hätte ich mal gleich auf das Ticket geguckt, denn dann wäre mir aufgefallen, welchen Platz mir diese Tussi gegeben hat. Aber daran hatte ich auch nicht gedacht, ich hatte sie ja schließlich gefragt. Der Flieger war natürlich voll, dass ich mich auch nicht umsetzen konnte. Leider zu spät hatte ich eine klasse Idee, ich hätte mich einfach ans Fenster setzen können und mich doof stellen sollen. Ich hätte doch nach einem Fensterplatz gefragt… Der Mann hätte dann bestimmt nicht auf den Platz bestanden, ihn hat das Fenster nämlich nicht wirklich interessiert. Naja, so hatte ich halt kaum Aussicht und viel Wut im Bauch. Mein teures Mittagessen hätte ich mir auch nicht kaufen müssen, denn bei Qantas bekommt man alles, ganz normal Essen und Trinken, wie sich das gehört.

Das war also mein Flug zurück nach Sydney. Dort angekommen hat es natürlich geregnet und es war kalt. Ich bin, wie gesagt, gut zu Hause angekommen und war allein. Abends habe ich nur noch die Wäsche gewaschen und überall im Haus verteilt aufgehängt. Die Wäscheleine draußen war im Regen nicht zu gebrauchen und Keller gibt es hier in Australien nicht. Essen war fast keines mehr da, also musste meine letzte Pasta (es heißt nicht Noodles!) hinhalten. Der nächste Tag war ziemlich langweilig, das Wetter war immer noch schlecht. Außerdem musste ich auch sehr viel Schlaf nachholen. So habe ich innerhalb von 30 Stunden ca. 20 geschlafen. Steph, Clint und Holly waren für ein paar Tage zu ihren Eltern hochgeflogen. Clints Eltern hatte beide Geburtstag und die Kinder hatten eine große Überraschungsparty veranstaltet. Nach der Feier sind die drei zu Stephs Eltern weitergefahren und haben da noch 1-2 Tage verbracht. Am Dienstag früh sollten alle wieder zurückfliegen. Es kam aber nur Clint, denn Steph und ihre Eltern haben wohl etwas Schlechtes gegessen und Steph konnte den Flieger nicht nehmen. Clint ging es wohl auch nicht so gut. Ich saß dann also da und hatte nichts zu tun. Am Mittwoch kamen dann auch die beiden Mädels zurück, immer noch etwas angeschlagen. So habe ich schließlich in dieser Woche nur Donnerstag und Freitag gearbeitet. Wie ist das dann mit der Bezahlung, habe ich mich die ganze Zeit gefragt, aber dazu später mehr.

Freitag Abend hätte ich zu gerne etwas unternommen, aber wirklich jeder, den ich hier kenne, musste abends noch oder Samstag morgens arbeiten. Mir war so langweilig! Ich wollte dann gerade zu McDonald’s laufen, als Coles an der Tür geklopft hat. Coles ist neben Woolworths die größte Supermarktkette. Man kann sogar online dort einkaufen und es wird alles nach Hause geliefert. Das hat Steph also gemacht. Dann stand ich da mit tausend Tüten und habe alles erst mal ausgepackt. Schließlich habe ich mich dann entschlossen, hier etwas zum Abendessen zu „kochen“. Also habe ich mir Crepes mit Schinken und Käse gemacht. Das war wohl ein großer Fehler, denn die meisten wissen, was dann passiert ist.

3 Tage habe ich mich mit den schlimmsten Bauchkrämpfen und allem, was zu einer schönen Magen-Darm-Grippe dazugehört, herumgeschlagen. Ich lag das ganze Wochenende und den Montag drauf nur im Bett und habe nichts essen können. Woher das kam, kann ich nur vermuten. Dass ich mich bei den anderen angesteckt habe, schließe ich aus, denn ich habe mein eigenes Bad und mir mein eigenes Essen gemacht. Ich tippe eher auf Salmonellen, weil das Ei für meine Crepes schon ziemlich alt war, was mir erst später eingefallen ist.

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The Ghan

Wer fährt 25,5 Stunden mit einem Zug hunderte Kilometer durch Wüste und Prärie und das auch noch freiwillig? Ich. Dabei fliegt man vielleicht gerade mal 2 Stunden von Adelaide nach Alice Springs. Aber gut, ich wollte ja unbedingt mit diesem Zug fahren und … es hat auch noch Spaß gemacht! Für 100€ bekommt man natürlich keinen Luxus, aber es war ausreichend (, hätte ich eine Decke dabei gehabt…).

Der Zug fährt nur 2x in der Woche, ich habe den am Mittwoch genommen. Morgens bin ich in Adelaide noch kurz zum Supermarkt gelaufen, um mich für mehr oder weniger den Rest der Woche mit Essen und Trinken einzudecken, auch für Alice Springs, denn schließlich ist alles im Outback ein bisschen teurer. Die schweren Tüten mussten im Hostel noch in die Koffer umgepackt werden und fertig war ich. Hat aber auch lange gedauert, bis ich mich entschieden habe, welches Gepäck ich aufgebe, welches ich als Handgepäck mitnehmen soll.. Zum Glück hatte ich nur eine Zimmernachbarin, Claire from England. Die war ja mal supernett! Als ich am Abend vorher von meiner Kangaroo Island-Tour zurückkam, lag sie schon im Bett. Aber da sie noch nicht schlief, haben wir uns noch ewig unterhalten. Das war das erste Mal, dass ich das mit jemanden aus den ganzen Hostels gemacht habe…Und ich habe geplappert, was das Zeug hält. So viel wie ich auf Deutsch rede, habe ich auf Englisch gebabbelt. Und sie war so nett, war echt schade, dass ich schon wieder weitergereist bin. Sie hat mir für facebook ihren Namen gesagt, aber da gibt es leider zu viele von und ich hab sie nicht mal richtig bei Tagelicht gesehen, ist mir später aufgefallen.

Nach dem Kofferpacken bin ich dann also zum Busterminal gelaufen, um mich dann mit dem Shuttlebus zur Trainstation fahren zu lassen. Es gibt immer und überall Shuttlebusse, was wirklich toll ist, aber nicht immer ganz billig (und manchmal sogar unnötig, später mehr..). Und da stand er dann: The Ghan. Ein langer silberner Zug mit roter Lok und Kamel-Logo. Bevor ich mich jedoch ans Fotoschießen rangemacht habe, musste erstmal das Gepäck weg und davor noch ein Namensschild vom Southern Railway-Shop mit dem Ghan-Logo her. Die Gepäckaufnahme war an einem Schalter wie am Flughafen. 40 Kilo konnte man mitnehmen, ach wie toll :-) So, Gepäck war weg, jetzt wurde erst einmal mein leckere Croissant vom adelaider Bäcker gefrühstückt. Danach stand für den Kamelzug natürlich das angekündigte Fotoshooting auf dem Programm. Hochkant, quer, hinten, vorne und und und. Ich war immer noch ca. 45 Minuten zu früh, also bin ich wieder in den Shop gegangen und habe mir ein paar Souvenirs gekauft. Und dann endlich ging es los! Ich glaube, es gab nicht mal eine richtige Ansage, aber ich bin schon mal zum Red Service-Wagen gelaufen. Und schon wurden die Türen geöffnet. Platz 10, Gang :-( Aber die Beinfreiheit! Die hat man im Flugzeug frühestens ab der Business Class. Das ist auch wichtig, denn wenn man den „Day/Night Seater“ ganz nach hinten stellt, nimmt das ganz schön viel Platz weg. So ist also trotzdem noch genug Platz, selbst wenn der eigene Sitz aufrecht steht. Es gab ziemlich wenige, die mit dem Red Service gereist sind, denn es waren dafür nur zwei Waggons. Ich hatte natürlich wieder unverschämtes Glück! Der Fensterplatz neben mir blieb frei :-) Es könne ja sein, dass nachts noch jemand zusteige, sagt man mir, aber bis dahin, dachte ich mir, könne ich ja mal ruhig am Fensterplatz sitzen und es mir auf den beiden Sitzen gemütlich machen. Gesagt getan, da spricht mich diese Frau vom Fenster gegenüber an. Ob ich nicht tauschen würde mit ihrer Familie, weil es schief gelaufen sei, sie wollten doch alle nebeneinander sitzen. Ich sagte, ich sei ganz zufrieden mit meinem Platz. Sie hat sich damit zufrieden gegeben, aber hat mir mit ihrem Gesichtsausdruck die ganze Fahrt über gezeigt, dass ihr meine Entscheidung nicht gefallen hat. Ich tausche doch nicht, wenn ich mich gerade häuslich eingerichtet habe und sich vorne das große, laute und vor allem einzige Klo befindet (das kleine, hintere war nach wenigen Stunden aufgrund fehlender Belüftung und eigenem Interesse nicht mehr benutzbar). Das mag egoistisch sein, bin ich auch manchmal. Außerdem hätte Platz Nummer 9 auch noch auftauchen können, was ein Chaos mitten in der Nacht gegeben hätte.

Man hat gleich am Anfang gemerkt, dass man im Backpacker-Abteil sitzt. Der Mitarbeiter, der uns willkommen hieß, hat den totalen Pausenclown raushängen lassen und seine kleine Performance vorgetragen. Es war wirklich ziemlich affig, aber mehr hat man vom ihm auf der ganzen Fahrt auch nicht mehr gehört.

Die Fahrt wurde nie langweilig. Es gibt immer was zu sehen, man kann sich immer beschäftigen. Im Speisewagen habe ich mir zu den Mahlzeiten immer etwas zu Essen, was übrigens gar nicht so schlecht war, geholt. 2-3 Stunden nach der Abfahrt haben wir mitten in der Pampa gehalten, um einen Aborigine vom (fehlenden) Bahnsteig abzuholen. Noch ein paar Stunden später haben wir einen Stopp gemacht, bei dem wir sogar für eine Stunde aussteigen konnten. Die meisten sind natürlich nicht weit gelaufen und haben Fotos gemacht. Fotos zu schießen war während der Fahrt sowieso meine Lieblingsbeschäftigung und den GPS-Logger, mein ständiger Wegbegleiter, auf Empfang überprüfen. Und Musik hören natürlich. Man hat auch viel Zeit zum Lesen, wenn man möchte, oder um einfach aus dem Fenster zu schauen (und dem Sonnenuntergang zuzuschauen). Die anderen Fahrgäste lernt man übrigens zwangsläufig kennen, wenn auch nur „von Weitem“. Es gibt erschreckend viele Deutsche, generell in Australien, dass ich mir manchmal denke, ich will gar nicht „dazugehören“. Zwei Dinge konnte man jedoch nicht. Das eine ist Telefonieren; man hat auf der gesamten Strecke zu 90% kein Netz. Das sollte man wissen, wenn man diese Reise machen will. Ich habe mir gedacht, ich hätte ja dann genug Zeit, mit dem ein oder anderen zu telefonieren…Pustekuchen! Das ist besonders fatal, wenn man zum Beispiel eine Tour soundso viele Stunden vorher bestätigen muss (so wie ich.. hat zum Glück kurz vor Alice dann noch geklappt). Mit super teuren Outback-Handyverträgen von Telstra hat man vielleicht mehr Glück, ich weiß es nicht. Die andere Sache finde ich sehr schade, hätte ich zu gerne mal gemacht, durch den ganzen Zug zu laufen. Habe gefragt, darf man nicht. Ich habe also gerade mal 3 Waggons von innen gesehen.

Man kann übrigens nachträglich für einen Schlafwagen draufzahlen, was im Endeffekt billiger ist, als es direkt zu buchen. Das kommt aber bestimmt auch darauf an, wie voll der Zug ist. Außerdem werden kurze Touren angeboten. Das ist interessant, wenn zum Beispiel nach Darwin Reisende während des recht langen Stopps in Alice das Wichtigste von der Stadt sehen wollen.

Na ja, irgendwann macht man sich dann jedenfalls für die Nacht fertig (möchte an dieser Stelle das Wort „bettfertig“ vermeiden). Um 22 Uhr, pardon, 10 pm wird das Licht abgedunkelt und jeder versucht zu schlafen. Die einen mehr, die anderen weniger erfolgreich. Wenn man zum Beispiel einen Schnarcher vor sich hat, dürfte man zu den weniger erfolgreichen gehören. Hatte Glück. Ich habe wirklich an alles gedacht auf der gesamten Reise, habe nichts in der Woche vergessen, vermisst oder ähnliches, nur diese eine Sache: eine Decke. Ich kann ohne nicht schlafen. Ich dachte mir, mein Pareotuch aus Ibiza wird reichen, nur um das Gefühl zu haben, sich zudecken zu können, aber genau das ist bei meinem ewigen Gepacke in Adelaide im Koffer gelandet. Toll. Und irgendwann wird es kalt. Ich habe also gefroren. Ein älterer Mann, Engländer, hat mich wohl beobachtet (keine Angst, war ein ganz lieber, harmloser Kerl) und hat mir eine Decke von vorne holen wollen. Das hatte ich nicht mitbekommen, dass welche gestellt werden. Es waren aber natürlich keine mehr da. Letztendlich konnte ich auch ohne Decke ein paar Stündchen schlafen und bin rechtzeitig zum Sonnenaufgang aufgewacht. Die Erde war dann auch schon so rot, wie man sie sich vorstellt. Nicht überall, aber doch ab und zu. Später haben wir die Grenze zwischen Southern Australia und Northern Territory passiert und ein paar gekennzeichnete „Sehenswürdigkeiten“ gesehen. Es wurde immer angekündigt und der Zug fuhr dann immer extra langsam. Kurz vor Alice ist uns sogar der Schwesterzug aus Darwin entgegengekommen.

Nach den also nicht zu kurzen und nicht zu langen (!) 25,5 Stunden war sie dann schon wieder vorbei, die seit Monaten gewollte und seit Wochen geplante Fahrt mit dem legendären Zug mitten durch Australien. Zum Abschluss durften wir noch über unseren Pausenclown lachen, der angesagt hat: „Welcome to Adelaide Springs“. Na dann… Es wurde ein Wagen mit unseren Koffern und Taschen zum Selbstabholen 20 Minuten später auf den Bahnsteig gestellt. Die Lock wurde leider gleich abgetrennt, um den PKW-Träger freizugeben. Fotos konnte man also nicht mehr schießen. Ein dann doch nicht ganz charmanter Abgang.

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Kangaroo Island

War eine richtig tolle Tour! Mit den (gerade mal) 17 Leuten zwei Tage lang um die Insel zu fahren, hat echt Spaß gemacht.

Erst hatte ich ja gar keine Zeit für Kangaroo Island, was mich ein wenig bedrückt hat, weil mir die Insel immer wieder über den Weg gelaufen ist. Anika und Kaddi fanden es total toll dort, jeder Reiseführer empfiehlt einen Besuch und und und.. Zum Glück hat es sich ja dann doch noch ergeben, dass ich zwei Tage früher fliegen konnte und somit zwei Tage für KI zur Verfügung hatte. Also habe ich mich nach Touren umgeguckt und eine gefunden; und die Tour gab es sogar zum Sonderpreis (3 Tage später nicht mehr :) ). Es hat sich also, wie gesagt, echt gelohnt! PickUp-Time war natürlich wieder in aller Herrgottsfrühe, aber ich beklage mich ja nicht. Den Koffer hab ich im Hostel gelassen und nur meine neue RipCurl-Reisetasche und meinen Rucksack mit den wichtigsten Sachen, inkl. Wertsachen, mitgenommen. Der Tourguide Tony war so ein „cooler“ Surfertyp. Ich hab mir in dem Bus gleich die vorderste Bank geschnappt und neben mir saß glücklicherweise nur mein Rucksack und meine Kameraausrüstung. Nach dem letzten PickUp mussten wir erst mal zwei (oder noch mehr) Stunden zur Fähre fahren. Ich war todmüde, auch wenn ich schon um 9 im Bett war, aber dieser Bus und dieses Geschunkel ist sehr ermüdend :)

Die Fähre hat eine knappe Stunde gedauert. Mich hat ein Mädel von unserer Gruppe angesprochen, ob sie und noch ein paar andere sich neben mich setzen könnten. Es hat sich herausgestellt, dass sie und ihre Schwester aus der Schweiz kommen und die anderen beiden Mädels Deutsche sind. Die eine Schweizerin ist schon 8 Monate hier, Schwester kam sie besuchen, die beiden Deutschen machen seit 2 Monaten Work&Travel. Endlich auf der drittgrößten Insel Australiens angekommen, empfing uns glasklares Wasser und weißer Sandstrand…Meine Welt :) Der erste Stop war ein Supermarkt und der Bottleshop (für ein paar Bierchen am Lagerfeuer). Danach sind wir zu dem Strand gefahren, wo die ersten Siedler unter Matthew Flinders gelandet sind und dachten, sie hätten das Festland erreicht. Die Kerle haben der Insel auch den Namen gegeben: als sie ankamen, waren sie ausgehungert und suchten sofort nach Nahrung. Das erste Tier, das sie gesehen haben, hat ihnen dann das Leben gerettet, das Känguru. Von dort aus sind wir ich-weiß-nicht-wie-viele Stufen zu einem Aussichtspunkt hochgetigert. Ich hasse Treppensteigen! Aber man hat eine ganz schöne Aussicht von da oben über die ganze Insel.

Halbe Stunde hochlaufen, 10 Minuten Fotos und Videos machen, 20 Minuten wieder runter…ungefähr. Nach einiger Fahrt quer über die Insel folgte ein Besuch bei einer doch relativ wichtigen Eukalyptusöl Distillery (Emuöl gab’s auch), bei der eine kleine DVD gezeigt wurde, um nicht jeder Reisetruppe den gleichen Kram immer und immer wieder erzählen zu müssen. Als geübter „Pinnacle Studio“-User ist mir natürlich sofort aufgefallen, mit welchem Programm diese DVD erstellt wurde; nicht zuletzt weil ich die gleiche Musik auch schon verwendet habe ;) Es gab ansonsten eine Menge Öle und Cremes zu begutachten und man ist auch nicht daran vorbeigegangen, ohne eine kleine Probe davon zu kaufen…Kann man ja immer mal gebrauchen, sagt man sich da, und es sieht auch ganz schön aus in der Vitrine. Dort habe ich übrigens mein erstes Emu gesehen.

Danach haben wir einen kleinen Abstecher zu unserer Unterkunft gemacht, ein Schuppen, umzingelt von mähenden Schafen. Die Zimmer waren ansonsten nicht anders als im Hostel. Wir hatten sogar „freie“ Verpflegung aus dem riesigen Vorratsschrank. Ich hab mir erst mal Hot Chocolate mit Marshmallows gemacht. Es war nämlich ziemlich kalt, besonders der Wind war eisig. Hallo, Frühling, wo bist du?

Nach dem Mittagessen (ich schaffe es immer wieder, zu spät zu sein, wenn es darum geht, wer was vorbereitet…Das tut mir ja leid, aber wenn sich alle darum kloppen, Karotten zu schälen oder das Fleisch zu braten und für mich kein Job mehr übrig ist, wenn ich eine Minute später dazukomme, kann ich auch nichts dafür.

Selbst zum Abwaschen und Abtrocknen bin ich dann zu spät, weil die alle das Essen in sich reinschlingen…nicht mein Problem) sind wir zu einem Koala-Walk gefahren, um in ein paar aneinandergereihten Bäumen Koalas zu suchen. Waren auch ziemlich viele davon da! Ein paar faule Kangaroos lagen auch rum. Nächster Stop sollten die Remarkable Rocks sein, komische Fels- und Steinformationen an der Küste. So ging es also vorbei an komischen KI-Gänsen, von Buschbränden verödeten Wäldern und achterbahnartigen Straßen zur Steilküste, wo wir mal wieder von eisigem Wind in Empfang genommen wurden. Es hat aber viel Spaß gemacht, weil unser Tourguide uns alle möglichen Stellen gezeigt hat, wo man lustige Fotos machen kann. Eine Bucht weiter konnten wir dann noch Neuseeländische Seelöwen beobachten. Es war leider mittlerweile Winter von den Temperaturen her, weil auch noch die Sonne untergegangen war…Dann wollten die auch alle noch ewig dableiben, um auf Haie zu warten…Oh Mann, kam natürlich keiner. Zum Abschluss dieses schönen, aber anstrengenden Tages sind wir zu einem Strand gefahren, wo man Pinguine sehen kann. Wir haben auch tatsächlich ein paar gefunden :) Und was fast noch schöner war, war der Sternenhimmel! Ich glaube, da habe ich zum ersten Mal die Milchstraße gesehen…Sooo schön…

Auf dem Weg zu unserem Mini-Bauernhof, sind wir einigen Kängurus und Wallabies am Straßenrand begegnet, zwei von denen sind sogar eine Zeit lang vor uns hergehoppelt, dass es so aussah, als wollten sie uns den Weg zeigen.

Zum Abendessen gab es Spaghetti mit selbstgemachter Soße. Wir saßen dann alle um das Lagerfeuer und haben uns im Didgeridoo-Spielen versucht…Ging bei mir nur daneben, bis ich mal das Instrument gewechselt habe, dann kam auch mal ein richtiger Ton raus.

Am nächsten Morgen gab es Bacon & Eggs vom Grill, sowie Pancakes, ebenfalls von Grill :) Sandboarding stand an, mal wieder. Ich hatte das ja schon mal in Lancellin bei Perth versucht, hat mir aber nicht wirklich Spaß gemacht. Und jetzt war auch noch der Sand nass und kalt. Ne, muss nich sein, manchmal bin ich lieber nur der Fotograf… Nach einer halben Ewigkeit sind wir weitergefahren zu den diesmal australischen Seelöwen. Faule Säcke! Aber mal ehrlich, welches australische Tier ist eigentlich nicht faul? Koalas, alle Arten von Kängurus, Seelöwen…Fett sind die auch noch, aber auch süß irgendwie, wie die sich so aneinanderkuscheln. Um unsere Tierpalette noch weiter aufzufüllen, haben wir danach eine Birdshow besucht. Eigentlich interessieren mich Vögel nicht wirklich, aber der Kerl war so begeistert von seinen Schützlingen, dass es richtig Spaß gemacht hat, dem zuzuhören! „Na komm mal wieder her du Racker…willst du grad nicht? Ok, dann warte ich halt meine Süße“ etc. Und die Vögel waren auch interessanter als die europäischen 0815-Vögel. Da hat der eine einen Schnabel wie ein Frosch, der andere „lacht“ und hört sich eher an wie ein Affe.

Und der große Outback-Adler war natürlich auch sehr beeindruckend.

Danach gab es die Möglichkeit entweder Quad zu fahren (für weitere 60$ -.-) oder einen Strandspaziergang zu machen. Da ich noch Sand brauchte, habe ich mich für den Strand entschieden. Gute Entscheidung. So ein schöner Strand! Kajak kann man da auch fahren, aber leider erst im Sommer :( Zum Mittag gab es Kängurufleisch. Ich hatte mir ja vorgenommen, es nicht zu probieren. Aber jetzt war es ja schon mal tot und die hätten die Reste sonst eh weggeschmissen. Aber ich muss sagen, mir sind die ganze Zeit kleine Kängurus im Kopf rumgehoppelt. Und es schmeckt überhaupt nicht! Und zäh ist es auch noch. No, thanks.

Abschluss unserer großen Tour war eine – im Vergleich zu z.B. Mallorca – ziemlich kleine Tropfsteinhöhle und eine noch kürzere Tour hindurch. Ich habe da die Schweizerin aus meinem Zimmer in Adelaide wiedergetroffen.. Nicht nur die Welt ist klein, Australien ist es auch.

Naja, der Tony hat dann doch noch einen draufgelegt und der wirkliche Abschluss war dann eine Pelikanfütterung. Da konnte man sich auf die Felsen setzen und einem lustigen alten Mann zugucken, wie er 30-40 riesige Pelikane füttert. Da haben dann zwei andere Pelikane versucht, dem einen das Fressen wieder aus dem Maul/Schnabel zu schnappen. Große, ausgewachsene Hochseemöwen waren auch da.

Das war sie dann also, meine 2-Tages-Tour, die mir wie mindestens 4 vorkamen. Wir haben so viel gesehen und erlebt! Und die Tiere… Kängurus, Wallabies , Koalas, verschiedene Seelöwen, Pinguine, Emus, australische Gänse und Schafe und alle möglichen Vögel. Es hat sich also richtig gelohnt, auch wenn das Wetter leider nicht wirklich mitgespielt hat. Und Glück hatte ich auch noch, denn eigentlich sind die Vogelshow und die Höhlentour nur ganz selten dabei bzw. gar nicht inbegriffen, das macht der Tony wohl nur ganz selten.

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ADELAIDE

Der Flieger ging natürlich wieder mal um 6 Uhr morgens. Dieses Mal mit Jetstar, der Tochterfluggesellschaft von Qantas. Clint hat mich wieder zum Flughafen gefahren, eigentlich früh genug…dachte ich… Es war rappelvoll vor den Check-In-Schaltern! Ich hab mir natürlich erst mal Stress gemacht, weil der Check-In nur noch 10 Minuten offen war. Als ich eine Angestellte gefragt habe, hat sie gemeint, ich solle mich hinten anstellen, wär alles kein Problem. Würde ja nur ca. eine Stunde dauern, hab ich mir dann gedacht. Ich also bis ans andere Ende der Halle, um dann 5 Minuten später wieder nach vorne geholt zu werden: Fluggäste nach Adelaide hatten plötzlich einen eigenen Schalter. Hat also im Endeffekt doch noch geklappt und ich bin gerade noch rechtzeitig zum Boarding gekommen. Neben mir war ein Platz frei und am Gang saß ein Südafrikaner, der mich zugelabert hat. Was er studiert, wie sehr er Fußball mag etc. Und ich sei doch so mutig, das alles alleine zu machen. Der Flug ging etwas mehr als 2 Stunden und ich hatte teilweise einen guten Ausblick, besonders auf Sydney kurz nach dem Start. Komisch auf die Stadt vom Flugzeug aus zu gucken, weil man nämlich nicht nach Hause fliegt, sondern wieder hierher zurückkommt, zum neuen „zu Hause“. Ankunft in Adelaide, der Koffer war (wie erwartet) sofort da, und auf Richtung Touristen-Informationsstand für Stadtpläne und kostenlose Reiseführer. Zum Glück gibt es so was an jedem Flughafen. Dann muss noch der Shuttle-Bus (in diesem Fall war es jedoch ein Linienbus) gefunden werden und los geht’s. Erstes Ziel war natürlich das Hostel, um den Koffer loszuwerden. In jedem YHA-Hostel gibt es überwachte Räume für die Koffer. Zum Glück findet man in manchen kostenlosen Reiseführern eine 3-4-stündige Stadttour mit den wichtigsten Attraktionen. Die habe ich dann auch gemacht, war dann nach ca. 5 Stunden fertig und habe wohl wirklich alles Wichtige gesehen, was die doch recht überschauliche Stadt zu bieten hat: Eine breite Shoppingmall, einen schönen Sonntagsmarkt, einen gemütlichen botanischen Garten, eine Aborigine-Kunstausstellung, ein Casino und einige Sexshops, natürlich ein Museum und eine Art Gallery, den Victoria Square, das Entertainment Centre am Fluss und ein paar weitere Kleinigkeiten. Was mir an Adelaide gut gefallen hat, ist das Alte, Viktorianische. Es existieren noch viele eindrucksvolle Häuser und Bauten aus dem 19. Jahrhundert, mal was anderes als die Skyline von Sydney. Die Straßen sind sehr breit und symmetrisch gebaut, was natürlich auch den Effekt hat, dass sich alles in die Länge zieht, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Es gibt auch in Adelaide einen freien Bus, den ich aber dieses Mal gar nicht benutzt habe. Nach meiner 5-Stunden-Tour habe ich mich erst mal im Hostel ausgeruht und bin nur noch mal kurz auf die andere Seite des (winzigkleinen) Flusses gelaufen und habe nach Magnetics & co. geguckt. Souvenirläden sind nicht ganz so schlimm davon betroffen, aber eigentlich wird um 17 Uhr der Bürgersteig hochgeklappt. Selbst die Supermärkte haben schon geschlossen (Sydney ist ja zum Glück schon so weit, dass Coles und Woolworths, die Hauptsupermärkte, meistens bis Mitternacht geöffnet haben). Stattdessen musste ich meine Getränke für meine Kangoroo Island Tour in einem viel zu teuren Convenience Store kaufen.

Abends habe ich mir nur Ravioli im Hostel gemacht. Das wirklich Blöde am Alleine-Reisen ist, dass man immer doof angeguckt wird, nach dem Motto „Warum ist (bzw. isst) die denn alleine?!“ Naja, nach dem Essen habe ich meine Tasche für die nächsten 2 Tage gepackt und bin schon um 9 schlafen gegangen. Adelaide war mal was anderes, sowohl im positiven als auch im negativen Sinn. Die Stadt hat eine ziemlich ruhige Atmosphäre, alle sind ziemlich gechillt drauf. Auf der anderen Seite kann es schnell langweilig werden und ich bin der Meinung, 1-2 Tage reichen für Adelaide alleine völlig aus. Aber natürlich gibt es auch hier zahlreiche Tagestouren, z.B. an den Strand von Glenelg oder nach Barossa Valley für die Weintrinker.

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Wir müssen verrückt sein…

…hab ich zu Tina gesagt, mehrmals, als wir den steilen Weg gesehen haben, der uns in die Berge des Ku-Ring-Gai Chase Nationalpark führen sollte. Steigung: ca. 30° oder so.

Aber von Anfang an: Letzte Woche ist nicht allzu viel passiert. Aaaber: ich habe mich mit Anika und Katharina von der guten alten Ziehenschule getroffen und den beiden ein bisschen von der Stadt gezeigt :-) Schon komisch mit den beiden in Sydney, am anderen Ende der Welt, Pancakes zu essen! Hoffentlich können wir uns noch öfter treffen..

Es gibt übrigens ein paar Neuigkeiten bzw. Planänderungen. Ich habe meinen Flug nach Adelaide auf diesen Sonntag umgebucht, da ich noch den Montag freibekommen habe. So eine Umbuchung geht ziemlich schnell, kostet dann aber eine Gebühr (bei mir 40$) und da dieser Flug teurer war als mein ursprünglicher, musste ich da auch noch draufzahlen. Hat mich also insgesamt umgerechnet ca. 50€ gekostet. Das heißt also, dass ich mir den ganzen Sonntag Adelaide angucke und ab Montag auf Kangoroo Island bin für eine 2-Tagestour :-) Ich freue mich total darauf! Ich fand es nämlich total schade, dass ich nicht mehr Zeit dafür hatte – die Insel soll nämlich richtig toll sein – und jetzt klappt es doch! Die weitere Planung steht noch: Mittwoch-Donnerstag im Ghan nach Alice, Freitag-Samstag die Red-Centre-Tour und sonntags zurück nach Hause. (Montag habe ich auch noch frei, weil da ein Feiertag ist). Des Weiteren habe ich mich mit meinen nächsten Trips beschäftigt. Das heißt, die nächsten Flüge nach Melbourne sind gebucht und ich habe einen vollständigen Plan für meine Cairns-Brisbane-Tour aufgestellt. Also weiß ich schon, wo ich wann im Januar und Februar sein werde. Silvester in Harbour von Sydney steht auch schon :-)

So viel zu meinen ganzen Planungen… Diese Wochenende war ich aber endlich mal Tina besuchen! In Avalon, das heißt, an den Nordstränden von Sydney. Die Fahrt hat inklusive Umsteigen und Wartezeiten knapp 3 Stunden gedauert. Da ist man ja schneller auf Malle… Aber ich bin endlich mal über die Harbour-Bridge gefahren und habe die Nordseite Sydneys gesehen…richtig schön! Da hat man auch eher Urlaubsfeeling mit den ganzen Cafés, Bars und Surfshops. Muss man auf jeden Fall noch mal hin. Avalon hingegen ist ein relativ kleines Kaff, mit einem kleinen Strand inklusive. Die Family von Tina ist ganz nett. Er kommt ursprünglich aus Irland und hat eine waschechte Australierin geheiratet. Die beiden sind schon ein bisschen älter und leben so ein bisschen nach dem Motto „Kommste heut nich, kommste morgen…“, schien mir zumindest so. Die Kinder sind außerdem ein bisschen zu verwöhnt… Ich stelle immer wieder fest, wie viel Glück ich habe..!

Wir waren am Samstag nur kurz noch am Strand und die Familie hat mich zum Abendessen eingeladen. Am Sonntag sind wir relativ früh losmarschiert, um den NP (National Park) zu erkunden. Mit dem Bus ging es nach Palm Beach und von dort mit der Fähre nach Basin, das ist eine kleine Bucht am Fuße des Gebirges. Dort gibt es viele Campingmöglichkeiten… und Wallabys, eine Art Kangaroo. Einige von denen hatten sogar Kleine im Beutel. Wir sind dann also losgelaufen, den Berg hoch. Das war anstrengend! Es hat auch nicht mehr aufgehört, denn als wir endlich ein kurzes Stück bergab gehen konnten, ging es gleich danach wieder berauf. Das alles knapp 3 Kilometer. Zwischendurch kamen wir an Aboriginal-Malereien vorbei, die aussahen, als hätte sie jemand vor Kurzem erst gemalt. Als der Wanderweg schließlich vorbei war, mussten wir uns entscheiden: Einfach wieder zurück oder die Straße weiter zum West Head Lookout, bestimmt noch mal 3-4 km. Wir gingen weiter. Nach Ewigkeiten und einen kleinen Ausflug in den tiefen, tiefen Wald (wo eine weitere „Malerei“ auf uns wartete, eine nicht allzu spektakuläre rote Aborigine-Hand) sind wir auch noch beim Lookout angekommen. Nachdem wir ein paar schöne Fotos geschossen haben, haben wir zum Glück jemand Nettes gefunden, der uns wenigstens bis zum Wanderweg mitgenommen hat. Unten bei Basin wieder angekommen, wurden wir von Tinas Nachbarn, ein älteres Ehepaar, zum Kaffeetrinken auf ihrem Boot eingeladen. Also haben wir noch 1-2 Stündchen auf dem Bötchen in der Bucht verbracht. Das ist total lustig, denn die anlegenden Boote in der Bucht sind wie Häuser in einer Straße: Jeder kennt jeden, man grüßt den Nachbarn, fährt den ein oder anderen sogar einfach mal mit seinem kleinen Rettungsbötchen besuchen, es gibt (viel) Klatsch und Tratsch über jede und jeden  etc. Ein kleines Dorf auf dem Wasser.

Das war mein letztes Wochenende… Und diese Woche ist so schnell vorbeigeflogen!! Heute ist schon wieder Freitag. Heute Abend war ich wieder im Kino mit Anja (Tomorrow when the War began). Ein ziemlich guter (australischer) Film und eine wirklich mal gelungene Mischung aus Humor und richtig viel Action. Ich muss sagen, ich liebe das australische Englisch! Und außerdem will ich nie wieder Filme auf Deutsch gucken…wie langweilig…

Naja, morgen treff ich mich noch mal mit Anja und zwei anderen Au Pairs, bisschen die Stadt erkunden. Und übermorgen geht es schon los nach Adelaide & co.! Hab alles gut durchgeplant…hoffentlich ;-)

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