MELBOURNE 2

Nachtrag zu meiner Stadttour:

Die ging los am Ufer des Yarra-Flusses mit Blick auf interessante Brücken, die Southbank und den Eureka Tower, dem zweithöchsten Wolkenkratzer Australiens (auf dem höchsten in Surfers Paradise war ich natürlich auch). An der schönen Fassade der berühmten Flinders Street Station vorbei bin ich zum Federation Square gekommen. Das scheint eine Art Treffpunkt für Jugendliche und Touristengruppen zu sein. Nachdem ich ein paar Fotos von dem interessanten Platz geschossen habe, bin ich noch ein Stückchen weitergelaufen, um bei den Fitzroy Gardens das zu Hause von James Cook’s Eltern mir mal anzugucken. Es soll wohl das Original-Haus sein, das aufwendig mit dem Schiff von England hierher gebracht wurde. Das Cook’s Cottage ist begehbar. War mal interessant zu sehen, wie man so im 18. Jahrhundert lebte. Verkleiden konnte man sich sogar mit kolonialer Mode, wenn man Lust auf Läuse hatte. Auch hier wieder der Vorteil: mit der YHA-Karte gibt es Rabatt auf den Eintritt. Auf dem Weg zurück in die Stadt bin ich an einer deutschen Kirche vorbeigekommen, erbaut 1847.

Die letzten Sehenswürdigkeiten für Tag 1 waren: das Parliament House von Victoria, das leerstehende Gebäude, wo früher das Hard Rock Cafe war (ich wollte nur sichergehen, dass es das wirklich nicht mehr gibt), China Town, wobei es dieses Mal wohl nur um eine einzige große Straße handelt, verschiedene sogenannte Arcades, ein altes Gefängnis (welches ich nicht besucht habe, da ich ja erst 3 Monate zuvor in Fremantle war), die Ice Lounge (da bin ich zufällig vorbeigekommen; das ist eine Bar aus Eis), viele kleine und große Theatergebäude, die Staatsbibliothek, die eine tolle Decke aus Fensterglas hat und natürlich die Einkaufsstraße von Melbourne, die Bourke Street. Dort hatte sich das große MEYER-Kaufhaus zu Weihnachten was Besonderes ausgedacht: In seinen großen Schaufenstern konnte man die komplette Geschichte vom Nussknacker sehen und hören. Puppen bewegten sich und eine Stimme erzählte. Da war ein Andrang!

Mittlerweile war es Abend, die Bürgersteige wurden auch hier mittlerweile hochgeklappt und ich brauchte noch Verpflegung für die nächsten Tage. Also habe ich einen Großeinkauf bei Woolworths gemacht. Ein Fehler, wenn ich bedenke, dass ich den ganzen Tag schon laufe, meine körperliche Verfassung also nicht gerade die beste war, ich keine vernünftige Einkaufstasche dabeihatte und der Weg zum Hostel mindestens eine Viertelstunde dauern würde. Ich hatte volle Einkaufstüten und besonders die ganzen Trinkflaschen gaben mir den Rest. Durch diese blöde quadratische Straßenanordnung zog sich der Weg auch noch unnötig in die Länge. Kurz vor dem Hostel fragte mich eine Backpackerin, ob sie mir helfen kann. Ihr ist auch nicht entgangen, dass diese berühmten australischen Einkaufs-Plastiktüten innerhalb den nächsten Meter ihr zeitliches segnen würden. Naja, wie ich halt bin, meinte ich, thanks but no thanks.

Endlich angekommen, habe ich mir meine leckeren Asia-Nudeln von Papas Survivalpack geschnappt und mein Abendessen gekocht. Da sich in diesem Hostel auf jeder Ebene eine eigene kleine Küche befindet, war es ganz gemütlich an dem kleinen Tisch. Ich bin dabei mit einigen ins Gespräch gekommen. Da war eine Chinesin, eine Italienerin und eine Spanierin. Letztere war übrigens meine Zimmernachbarin und die Chinesin wollte mir vorher beim Tragen helfen. Das war ganz interessant, was die so erzählt haben. Mich interessiert ja immer, was man mit Ende Zwanzig-, Anfang Dreißig in Australien so treibt. Für Au Pairs sind die ja eigentlich schon zu alt, oder? Die eine möchte einfach nur ein paar Monate reisen und arbeiten, die nächste hat gerade Semesterferien oder sowas und die andere hat eigentlich keine Ahnung, was sie hier macht. Nach dem Essen sind wir alle so langsam ins Bett gegangen (, bis auf die Italienerin, die hat einen anderen Gesprächspartner von irgendwo anders aus der Welt gefunden).

Das war mein erster Tag in Melbourne. Was in der Nacht passiert ist, wisst ihr ja schon.

Category: While
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