Nach meiner interessanten Krankenhauserfahrung bin ich mit dem Taxi zurück zum Hostel gefahren und habe mich in die endlich geöffnete Küche gesetzt und gefrühstückt. Es war mittlerweile nämlich schon so spät, dass nur noch knappe 2 Stunden von meiner ersten Nacht in Melbourne übrig geblieben sind.
Nach dem Frühstück (natürlich leckere Oats (Haferflocken), die ich mir am “Vortag” gekauft hatte) bin ich dann schon zum Treffpunkt für die Tour gelaufen. Der Bus hatte natürlich erst mal Verspätung…Als ich an der Reihe war, einzusteigen, stand ich nicht auf der Liste. Der Tourguide hat bei seiner Agentur angerufen und es hat sich herausgestellt, dass die einen Fehler gemacht und mich für den nächsten Tag eingebucht haben. Ich hatte also die Wahl, wann ich auf Tour gehen möchte. Da ich schon mal am Treffpunkt war, entschied ich mich, gleich – wie eigentlich geplant – mitzufahren. Ich hab mich natürlich gleich wieder nach vorne auf den Beifahrersitz gesetzt. Erster Halt: YHA-Hostel, um noch ein paar Leute abzuholen…Toll, hätte ich nicht so weit laufen müssen! Melbourne, ich sach’s euch.
Aber nun endlich ging es los, auf zur Great Ocean Road. Keine 5 Minuten, nachdem wir losgefahren sind, fing es an, zu regnen. Es hat dann eigentlich an dem Tag auch nicht mehr wirklich aufgehört.
Wir haben an diesem Tag die wichtigsten Stationen abgeklappert. Da war der Anfangspunkt mit einem Denkmal für die Erbauer der GOR, Bells Beach und Lorne, wo wir unser Picknick zu uns nahmen. Zwischendurch hielten wir mal an, um noch Fotos zu schießen, aber leider war es einfach zu nass und duster, als dass man schöne Bilder machen könnte. Auch auf dieser Tour haben wir wieder Koalas und bunte Vögel gesehen. In Apollo Bay gab es dann Mittagessen und wir konnten uns ein wenig das berühmte Kaff ansehen. Es ist nicht sehr spannend dort bei Regen, aber immerhin habe ich endlich meine Magnetics bekommen.
Als ob wir nicht schon nass genug waren, fuhren wir auch noch an einem Regenwald vorbei, in dem wir einen kleinen Walk gemacht haben. Ganz große Bäume gibt es da. Um das ganze authentischer zu gestalten, hat es angefangen, nochmal richtig zu regnen. Ich war generell nicht wirklich gut gekleidet für so viel Regen (und Kälte!), denn ich hatte nicht mal eine lange Hose angezogen. Und eine Regenjacke besitze ich überhaupt nicht. Also wirklich, eine gute, dünne Regenjacke ist das erste, was in den Koffer für Australien gehört! Gleich danach folgen feste, wasserdichte Schuhe. Ich meine, mit meinen schwarzen Wunder-Ballerinas von Deichmann bin ich schon durch so manche Witterung gelaufen, aber besonders warm und trocken ist diese Schuhwahl natürlich nicht.
Beim nächsten Stop wurde es endlich richtig spannend: die Twelve Apostels, die neben dem Opera House und Uluru zu den berühmtesten Fotomotiven Australiens zählen. Auch hier brach die Sonne nicht durch die Wolkendecke, aber beeindruckend was es trotzdem. Ich habe viele Fotos von den Felsformationen gemacht. Mittlerweile sind es allerdings gar nicht mehr 12 Apostel, da die Witterung und das peitschende Meer einige schon verschluckt haben. Der nächste interessante Halt war beim Loch Ard Gorge, eine historische kleine Bucht, zu der man hinunter steigen kann. Dort hat mich der Tourguide beim Sand sammeln erwischt
In der Nähe sei vor vielen Jahren ein Schiff gekentert, zwei Überlebende – Männlein und Weiblein – konnten sich in der Bucht retten. Drumherum gibt es heute einige Wanderwege. So wie die Landschaft aussieht, muss es dort vor wenigen Jahren ein Bushfire gegeben haben.
Die London Bridge ist das letzte Highlight auf der Tour. Das ist eine weitere Felsformation, die bis vor wenigen Jahren aussah wie eine Brücke. Mittlerweile ist auch sie eingebrochen.
Leider hing alles an diesem Tag in einem Wolkenschleier, aber ich war da und hab’s gesehn. Und meiner Meinung nach ist ein Tag auch genug. Die wichtigsten Strecken, die auch direkt am Meer entlangführen, sind eh auf der ersten Hälfte von Melbourne nach Adelaide zu finden.
Von der weiteren Rückfahrt nach Melbourne ist nicht viel hängengeblieben, da ich mittlerweile über 40 Stunden wach war und mit Sekundenschläfen kämpfen musste. Es ist nicht mehr weit, habe ich mir immer eingeredet. Am nächsten Tag hatte ich außerdem „frei“, also würde ich sofort ins Bett gehen und schlafen, bis ich ausgeschlafen bin. Soweit es eben mit 5 room mates ging.
So habe ich das dann auch gemacht. Als wir endlich beim Hostel angekommen sind, habe ich mich von diesem Tourguide (der war irgendwie komisch) und den anderen Leuten verabschiedet, habe noch eine Kleinigkeit gegessen und bin schlafen gegangen. Zum Glück war keiner im Zimmer zu der Zeit. Aber natürlich hat sich das auch sehr schnell geändert. Nach ungefähr einer Stunde kam die Señora española vom Vorabend rein und hat ich-weiß-nich-was getrieben. Unter meinem Bett befanden sich meine und auch ihre Abschließfächer und die ließen sich immer nur mit Gewalt wieder schließen. Gefühlte 20 Mal ging sie da dran. Nur Bohrmaschinen sind schlimmer. Sie hat sich tausendmal entschuldigt, aber ich habe das eh alles nur im Halbschlaf mitbekommen.
Ich bin dann noch 2-3 Mal aufgewacht, aber schließlich habe ich durchgeschlafen bis halb 10. Dass ich keinen Wecker brauchen würde, war mir ja klar. So ziemlich jeder im Zimmer fing “Das große Packen” an. Tür auf, Tür zu, hier ein ratsch, da ein zip, dort noch ein undefinierbares klacken und zum Schluss noch die obligatorische Durchsage durch die Lautsprecher, dass jetzt gleich check-out time ist…Eine wahre Freude. Aber das Beste dieses Mal daran: Um ungefähr 10 Uhr war ich alleine auf dem Zimmer. Juhuu, endlich! Erst dann habe ich mich auch aus dem Bett herausgetraut. Aber Momemt mal, sind die wirklich alle weg? Hier liegt noch so viel Zeug rum…Aber tatsächlich, die hatten einfach viel liegenlassen. Gut für mich, ich habe erst mal alles Nützliche eingesammelt: Noch verschlossene Cracker mit Käsedip, ganz viele Gefrier-Ziptüten und und und. Ist ja wie Weihnachten!

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