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Woche 15

Montag: Ein ganz normaler Arbeitstag. Einziges Highlight war, dass Anja mich mit einem ihrer Jungs besuchen kam und wir vier dann zusammen auf den Spielplatz gegangen sind.

Dienstag: Ganz normaler Arbeitstag. Seit dieser Woche haben wir endlich schönes Wetter! Im Radio haben die schon gesagt, es sei der kälteste Frühling seit 7 Jahren, was ich nur bestätigen kann… Jedenfalls lege ich mich jetzt immer in die Sonne, wenn Holly schläft. Schööön :)

Mittwoch: Steph kam zurück von ihrer Konferenz. Sie war 3 Tage weg, aber jetzt ist endlich alles vorbei. Da bin ich so froh drum! Sie ist nicht mehr so im Stress und wir verstehen und wieder super nach meiner Krankheit.

Abends habe ich mich mit Anja getroffen und wir sind zu einem Freund ihrer Hostfamily gegangen. Er hat uns zum Essen eingeladen. Es gab selbstgemachte Nudeln. Der Abend war ganz nett, der Typ etwas komisch. Er ist Anfang 30 und lebt mit 3 anderen in einer WG. Dieses Haus ist aber einfach so heruntergekommen und eklig. Wenn ich da wohnen müsste, würde ich lieber auf der Straße schlafen. Aber gut, die Pasta war lecker und ich weiß jetzt wenigstens, wie man Nudeln macht.

Donnerstag: Morgens war ich tatsächlich schwimmen im Olympic Park! Ich habe fast verschlafen. Mein Wecker ging nicht an und ich habe geträumt, dass ich verschlafen würde und ich nur noch 3 Minuten Zeit hätte, um mich fertig zu machen. Geträumt, passiert. Ich hatte wirklich nur noch 5 Minuten, als ich aufgewacht bin. Also bin schnell aus dem Bett gesprungen, habe meinen Bikini angezogen und einen Joghurt aus dem Kühlschrank geschnappt und schon sind wir losgefahren. Waren wie letztes Mal natürlich trotzdem zu spät, aber ich konnte schwimmen :) Wie lange ich das nicht mehr gemacht habe… Dementsprechend war ich nach 4 Bahnen total K.O. Aber Holly’s Kurs geht ja eh nur 20 Minuten. Danach habe ich mich nur noch in die Sonne gelegt; es wird wirklich wärmer.

Abends bin ich mal wieder mit Anja ins Kino gegangen. Ich habe wieder das Auto genommen. Das mit der Vorfahrt ist so eine Sache. Wenn kein Schild zu sehen ist, gebe ich jedem vorsichtshalber seine Vorfahrt. Außerdem ist die ganze Zeit Polizei hinter mir gewesen. Den Film haben wir uns eigentlich nur angeguckt, weil Steph mir wieder einen Gutschein gegeben hat. Charlie St. Cloud mit Zac Efron. Dieser Film war ja mal so langweilig. Zum Glück hatten wir beide das Kino ganz für uns alleine, dass wir es uns gemütlich gemacht und uns die ganze Zeit über den Film lustig gemacht haben. Technisch ist der Film top, inhaltlich will ich mich nur kurz fassen: Zac Efron und sein „body“ waren das Hauptthema.

Freitag: Partytime! Clint ist abends mit seinen Kumpels feiern gegangen, um in seinen 35. Geburtstag reinzufeiern und ich habe mich auch fertig gemacht für Party. Ich war mit Anja und Nina (ich habe sie vor ein paar Wochen über Anja kennengelernt) in der Stadt verabredet. Wir wollten (das erste Mal) in Sydney richtig feiern gehen. Ich hatte ganz arge Probleme mit meinem Outfit, denn hier feiert man definitiv anders als in Deutschland. So ziemlich jedes Mädchen hat ein Kleid an, schwarze Strumpfhose und Highheels mit Pfennigabsatz. Mit Steph’s Modeberatung hatte ich schließlich mein neues schwarzes Kleid an, das eigentlich für Silvester gedacht war. Aber in Syndey muss alles ein bisschen extravagant sein.

Wir sind zuerst in eine Sportsbar gegangen und haben Bierchen getrunken. Die Bar ist auf verschiedene „floors“ aufgeteilt und wir waren auf der Dachterasse. Das war richtig schön, unter freiem Himmel und zwischen den Hochhäusern zu sitzen. Nächstes Mal gehen wir da bestimmt wieder hin. Danach sind wir in den wohl bekanntesten Club Sydneys gegangen: das Ivy. Reingekommen sind wir ziemlich schnell und bezahlen mussten wir nicht, da der Eintritt freitags frei ist. Der Club ist ebenfalls auf verschiedene Floors aufgeteilt und in der Mitte ist Open Air. Das heißt, man tanzt mehr oder weniger unter freiem Himmel. Man sollte also nicht unbedingt hingehen, wenn es regnet. Der DJ war anfangs ganz gut und hat meine Musik gespielt: House. So langsam ist er zu R’n’B übergegangen und blieb auch dabei. Es ist nicht nur so, dass ich die Musik nicht mag, sondern ich kann einfach nicht darauf tanzen. Nach einer halben Ewigkeit sind wir ein bisschen enttäuscht gegangen und haben noch lecker bei Hungry Jack’s (Burger King) gegessen. Als wir uns auf den Weg zum Nachtbus gemacht haben, haben wir Housemusik aus dem Ivy gehört…Toll…

Die Nachtbusse sind echt klasse. Die fahren praktisch die ganze Nacht und überall hin, wo auch der Zug tagsüber hinfährt. Anja und ich konnten den gleichen nehmen, da wir ja nicht weit auseinander wohnen. Leider habe ich kein „Day Return“-Ticket gekauft, denn damit kann man auch in dem Night Ride Bus einsteigen. So hat es mich etwas mehr gekostet, aber wenigstens konnte ich beim Busfahrer noch ein Ticket kaufen. Der Nachtbus ist echt lustig, denn man sieht die schrägsten Vögel. Besoffene Jungs, bunt angezogene Schwule, hängende Köpfe von allerlei schlafenden Menschen, die aussehen wie diese Wackeldackel und und und. Von Ashfield aus muss ich normalerweise noch den Bus nehmen. Der fuhr um die Uhrzeit natürlich nicht mehr, also habe ich nicht lange rumgemacht und ein Taxi genommen und war um 3 zu Hause. War aber echt mal eine Erfahrung!

Samstag: Lange Ausschlafen nach der Nacht war nicht drin, denn ich war mit dem Strand verabredet :-) Anja und ich haben die Fähre nach Manly genommen. Dieser Ort ist zwar total touristisch, aber der Strand ist einfach herrlich! In Deutschland kennen einige vielleicht Bondi Beach, jedoch kaum einer hat schon mal was von Manly gehört. Ich finde den Strand viel schöner als Bondi, auch wenn ich nicht mal genau sagen kann, woran das liegt.

Man kann in Manly nicht nur faul am Strand liegen oder in den großen Wellen baden, sondern auch viel, viel Geld loswerden. Jede Surfermarke, die es gibt, ist in Manly vertreten, es ist sozusagen ein kleines Shoppingparadies.

Wir haben uns mit Nina und einem anderen Au Pair getroffen. Letztere hat bei Anjas Familie eine Woche lang gewohnt, weil ihre Hostfamily sie noch nicht aufnehmen konnte oder so was in der Art. Dieses „Mädel“ ist schon 26 und strohdoof, richtig merkwürdig und fast schon gruselig. Aber sie will immer überall dabei sein. Boah, es gibt Geschichten über die, darüber könnte man ein ganzes Buch schreiben. Sie ist natürlich auch Lästerthema Nr. 1 unter uns geworden.

Wie auch immer, wir hatten super schönes Wetter: Sonne, 27° und zur Abwechslung mal keinen Wind. Nur leider war aber für den Nachmittag schlechtes Wetter angesagt. Ich hab nach 10 Minuten am Strand zu Anja gesagt, wenn ich jetzt nicht ins Wasser gehe, gehe ich gar nicht. Und so sind wir beide ins eiskalte aber so wunderbare Wasser gegangen. Es hat so viel Spaß gemacht mit den teilweise riesigen Wellen! Aber immer daran denken: Between the flags. Man darf nur zwischen den rot-gelben Fahnen schwimmen, in den anderen Bereichen ist sehr starke Strömung. Aber zum Glück gibt es ganz viele lifeguards, die aufpassen, dass dort keiner ins Wasser geht.

Später zog es tatsächlich zu. Dicke Gewitterwolken hingen schon am Himmel. Die haben mich aber eher weniger gestört, denn ich hatte einen Rückschlag…Durchfall ist das Schlimmste, was einem am Strand passieren kann. Zum Glück gibt es in Australien an jeder Ecke öffentliche Toiletten, sogar am Strand. Ich hatte natürlich alle meine Tabletten nicht mit an den Strand genommen, wer rechnet auch damit. Also bin ich schnell zur Apotheke gelaufen und habe mir neue Tabletten gekauft. Ich habe keine Ahnung, wo das schon wieder herkam, aber es geht mir langsam auf den Keks. Ich bin allerdings nicht die einzige, die Magen-Darm-Probleme hat. Alle deutschen Au Pairs kämpfen mit aufgeblähten Bäuchen und Ähnlichem. Wahrscheinlich merkt der Körper nach drei Monaten, dass ihm etwas fehlt, irgendwas, was man Deutschland sonst immer zu sich nimmt, keine Ahnung…

Da es dann aus Kübeln geregnet hat und mir es ja nicht so gut ging, ist unsere Shoppingtour „ins Wasser gefallen“ und wir haben die Fähre zurück genommen. Trotzdem hatten wir einen schönen Tag und ich war endlich im Meer baden :-D

Sonntag: fauler Tag im Bett mit Ausschlafen und so. Es regnet sowieso mal wieder… Heute werde ich wohl weiter meine nächsten Touren planen. Denn nächste Woche bin ich schon wieder im Urlaub! Mit der Family in Port Macquarie für 4 Tage. Ich habe mich schon für einen Surfkurs angemeldet. Der geht zwar nur 2 Stunden, aber das reicht mir. Und ich kann sagen, dass ich es wenigstens ausprobiert habe. Ich hoffe jedenfalls, dass das Wetter einigermaßen mitspielt.

Die nächste Tour ist dann Melbourne und Umgebung. Im Dezember fahren wir wahrscheinlich nicht nur eine Woche an die Goldcoast, sondern zwei. Und größte Neuigkeit: Meine Mama kommt mich besuchen und wir machen zusammen die Eastcoast-Tour und fliegen zusammen dann zurück nach Deutschland! Ich freue mich so :)

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Woche 14

Ich wollte eigentlich nur noch nach Hause. Zu Hause gibt’s die Mama, die immer für mich da ist, zu Hause gibt es das passende Essen für solche Fälle (z.B. Zwieback) und die richtigen Medikamente. Hier habe ich mich so alleine gefühlt wie noch nie. Steph hat mich zwar ab und zu mal gefragt, ob ich etwas brauche und hat mir auch was von der Apotheke geholt, aber Fürsorge ist was anderes. Gerade weil die selbst alle krank waren und es bei ihnen nur 1,5 Tage gedauert hat, haben sie nicht verstanden, warum es mir nach 3 Tagen immer noch schlecht ging. Ich konnte zwei Tage gar nichts essen und am dritten Tag gab es für mich nichts zu essen. Nur Toast. Ich habe Steph dann gebeten, mir Banane und Salzbrezeln zu kaufen. Sie hat dann das Gesicht verzogen, aber das war mir egal. Ich brauchte etwas zu essen, und eben kein bzw. nicht nur Toast. Wie auch immer, als ich so krank war, habe ich gemerkt, dass sie doch immer noch meine Arbeitgeber sind…

Am Montag kam Holly’s Patentante und hat auf sie aufgepasst. Dienstags habe ich wieder gearbeitet, denn es ging mir besser und ich war ja praktisch sowieso die ganze Zeit zu Hause. Die Patentante kam morgens trotzdem noch für ein paar Stunden und hat für mich allerlei Sachen gekauft: Pfefferminztee, Brühe, Bananen, Reis. Das fand ich ja total lieb von ihr. Mittwoch, Donnerstag und Freitag habe ich ebenfalls gearbeitet, da Steph ihre große Konferenz bevorstand. Sie hat mir dann fast mein volles Gehalt gezahlt, obwohl ich in den letzten 2 Wochen nur 6 von eigentlich 8 Tagen gearbeitet habe. Das fand ich sehr nett!

Am Donnerstag hatte Holly ihre erste Schwimmstunde. Das heißt, Mama trägt Kind im Wasser herum und singt Lieder. Aber gut, vielleicht hilft es ja, Holly ein bisschen an das Wasser zu gewöhnen. Der Schwimmkurs findet im Olympic Park statt, denn sie haben es zu einem öffentlichen Schwimmbad umgebaut. Das beste an diesem Schwimmkurs ist, dass ich kostenlos mit reinkomme. Ich werde jetzt also jeden Donnerstag Morgen schwimmen gehen :) Das ist toll!

Ansonsten ist in der Woche nicht allzu viel passiert, ich musste mich schließlich noch schonen. Im Fernsehen kam Crocodile Dundee. Ich weiß nicht, wie dieser Film auf Deutsch lustig sein konnte, denn der „running gag“ ist nämlich eigentlich der Unterschied zwischen dem australische und dem amerikanische Englisch…

Die letzten Wochen habe ich mich total auf Freitag Abend gefreut. Seit ich die Vorschau gesehen habe, habe ich mir vorgenommen, diesen Film hier in Sydney im IMAX-Kino (auf der größten 3D-Leinwand der Welt) anzuschauen, Harry Potter 7! Ab Freitag Abend konnte man Karten kaufen. Ich hatte mich so gefreut, bis mich die Realität eingeholt hat. Anfang der Woche hat Warner Brother die Vorstellung in 3D aus Zeitgründen abgesagt. Menno. Stattdessen gehe ich mit Steph nach Bondi Junction (Stadtteil von Sydney) in ein Kino mit sogenannter Gold Class. Das heißt, man sitzt in großen Sesseln und wird mit Popcorn vollgestopft. Wenigstens etwas…

Dieses Wochenende war – natürlich – schöner. Ich habe mich mit Anja getroffen und wir sind endlich (!) shoppen gegangen! Das habe ich so lange nicht mehr gemacht. Wir haben so tolle Sachen gekauft. Anja unter anderem Chucks für gerade mal 30€ und eine Tasche von Country Road (bekannte Marke hier in Australien), ich einen australischen Lederhut (leider nicht von Akubra…) und den schönsten Bikini (von Rhoxi), den ich je gesehen habe. Obwohl wir beide komplett unterschiedliche Sachen gekauft haben, haben wir fast auf den Dollar genau das Gleiche ausgegeben…lustig…Samstags habe ich bei ihr übernachtet und Sonntags haben wir Aldi ausgeplündert: Lebkuchen, Spekulatius, Dominosteine und Stollen, wie toll ich das denn :) In ihrem Suburb Summer Hill gab es an dem Tag ein Food Festival. Wir hatten uns vorher schon etwas zu essen gekocht und hatten deshalb keinen Hunger mehr. Aber man hätte dort alle möglichen Sachen probieren können. Wir haben uns nur mit einem Eis in die Sonne gesetzt. Bis abends war ich noch bei ihr und habe auch mal ihre Family kennengelernt. Ein bisschen zu öko, aber eigentlich ganz nett.

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Woche 13

Also gut, hier bin ich mal wieder…Ich habe drei turbulente Wochen hinter mir! Das wird nun eine Herausforderung, alles zusammenzufassen.

Nach meiner Tour (die restlichen Berichte folgen noch) war ich erst einmal 2 Tage alleine. Das hieß leider auch, dass ich alleine erst mal vom Flughafen nach Hause fahren musste. Das war allerdings kein Problem, denn die öffentlichen Verkehrsmittel sind echt klasse. Mein Flug war leider nicht so schön, wie ich es erhofft hatte… Nachdem ich von dem Shuttlebus, den ich einen Tag vorher gebucht hatte, von einem lustigen Busfahrer zum Flughafen gefahren wurde, habe ich die letzten Sonnenstrahlen von Alice Springs genossen und mich für den Check-In angestellt. Leider hatte ich dieses Mal kein Online Check-In, da ich ehrlich gesagt zu faul war, nach einem Drucker im Hostel zu fragen. So musste ich mich also in die längere Schlange einreihen. Aber für Sydney war der Schalter sowieso noch nicht geöffnet, denn auf so einem kleinen Flughafen wie in Alice ist der Check-In erst 60 Minuten vor Abflug geöffnet. Als ich dann endlich an der Reihe war, habe ich eine ziemlich gestresste Frau erwischt, die ständig zwischendurch irgendwelche Durchsagen machen musste. Ich habe ihr gesagt, dass ich nach Sydney fliegen möchte und sie höflich gefragt, ob sie einen Fensterplatz hinten im Flieger für mich hätte. Ihre Antwort war: „Ich hab noch ganz viele freie Plätze für dich, Schätzchen“. Ich habe mir an ihrer Tonart nichts weiter bei gedacht und mich gefreut. Es war ja schließlich kein normaler Flug wie jeder andere, über die rote Erde werde ich vielleicht nie wieder fliegen.

Bei der Sicherheitskontrolle wurde ich dann rausgewunken. Ein ausländischer Mitarbeiter hat mich auf seinem Englisch zugemüllt. Ich meine, ich verstehe ja mittlerweile das australische Englisch sehr gut, aber wenn Ausländer, hauptsächlich Asiaten und Inder, sprechen, verstehe ich kein Wort. Zum Glück hatte er einen Bogen mit allen möglichen Sprachen. Einen Sprengstofftest wollte er also…mal wieder…War natürlich wieder negativ. Ich wollte noch fragen, warum ausgerechnet ich, habe es aber gelassen, denn ich hätte ihn eh nicht verstanden.

Auf dem Flughafen habe ich noch ein paar kleinere Souvenirs und ein kleines Mittagessen gekauft. Kurze Zeit später war das Boarding und ich habe schließlich gemerkt, dass mich diese dumme Kuh am Schalter doch tatsächlich VORNE und in die MITTE gesetzt hat. Ich saß also kurz vor der Tragfläche und hatte weder einen Fensterplatz noch wenigstens einen Platz am Gang. Ich war so sauer! Hätte ich mal gleich auf das Ticket geguckt, denn dann wäre mir aufgefallen, welchen Platz mir diese Tussi gegeben hat. Aber daran hatte ich auch nicht gedacht, ich hatte sie ja schließlich gefragt. Der Flieger war natürlich voll, dass ich mich auch nicht umsetzen konnte. Leider zu spät hatte ich eine klasse Idee, ich hätte mich einfach ans Fenster setzen können und mich doof stellen sollen. Ich hätte doch nach einem Fensterplatz gefragt… Der Mann hätte dann bestimmt nicht auf den Platz bestanden, ihn hat das Fenster nämlich nicht wirklich interessiert. Naja, so hatte ich halt kaum Aussicht und viel Wut im Bauch. Mein teures Mittagessen hätte ich mir auch nicht kaufen müssen, denn bei Qantas bekommt man alles, ganz normal Essen und Trinken, wie sich das gehört.

Das war also mein Flug zurück nach Sydney. Dort angekommen hat es natürlich geregnet und es war kalt. Ich bin, wie gesagt, gut zu Hause angekommen und war allein. Abends habe ich nur noch die Wäsche gewaschen und überall im Haus verteilt aufgehängt. Die Wäscheleine draußen war im Regen nicht zu gebrauchen und Keller gibt es hier in Australien nicht. Essen war fast keines mehr da, also musste meine letzte Pasta (es heißt nicht Noodles!) hinhalten. Der nächste Tag war ziemlich langweilig, das Wetter war immer noch schlecht. Außerdem musste ich auch sehr viel Schlaf nachholen. So habe ich innerhalb von 30 Stunden ca. 20 geschlafen. Steph, Clint und Holly waren für ein paar Tage zu ihren Eltern hochgeflogen. Clints Eltern hatte beide Geburtstag und die Kinder hatten eine große Überraschungsparty veranstaltet. Nach der Feier sind die drei zu Stephs Eltern weitergefahren und haben da noch 1-2 Tage verbracht. Am Dienstag früh sollten alle wieder zurückfliegen. Es kam aber nur Clint, denn Steph und ihre Eltern haben wohl etwas Schlechtes gegessen und Steph konnte den Flieger nicht nehmen. Clint ging es wohl auch nicht so gut. Ich saß dann also da und hatte nichts zu tun. Am Mittwoch kamen dann auch die beiden Mädels zurück, immer noch etwas angeschlagen. So habe ich schließlich in dieser Woche nur Donnerstag und Freitag gearbeitet. Wie ist das dann mit der Bezahlung, habe ich mich die ganze Zeit gefragt, aber dazu später mehr.

Freitag Abend hätte ich zu gerne etwas unternommen, aber wirklich jeder, den ich hier kenne, musste abends noch oder Samstag morgens arbeiten. Mir war so langweilig! Ich wollte dann gerade zu McDonald’s laufen, als Coles an der Tür geklopft hat. Coles ist neben Woolworths die größte Supermarktkette. Man kann sogar online dort einkaufen und es wird alles nach Hause geliefert. Das hat Steph also gemacht. Dann stand ich da mit tausend Tüten und habe alles erst mal ausgepackt. Schließlich habe ich mich dann entschlossen, hier etwas zum Abendessen zu „kochen“. Also habe ich mir Crepes mit Schinken und Käse gemacht. Das war wohl ein großer Fehler, denn die meisten wissen, was dann passiert ist.

3 Tage habe ich mich mit den schlimmsten Bauchkrämpfen und allem, was zu einer schönen Magen-Darm-Grippe dazugehört, herumgeschlagen. Ich lag das ganze Wochenende und den Montag drauf nur im Bett und habe nichts essen können. Woher das kam, kann ich nur vermuten. Dass ich mich bei den anderen angesteckt habe, schließe ich aus, denn ich habe mein eigenes Bad und mir mein eigenes Essen gemacht. Ich tippe eher auf Salmonellen, weil das Ei für meine Crepes schon ziemlich alt war, was mir erst später eingefallen ist.

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The Ghan

Wer fährt 25,5 Stunden mit einem Zug hunderte Kilometer durch Wüste und Prärie und das auch noch freiwillig? Ich. Dabei fliegt man vielleicht gerade mal 2 Stunden von Adelaide nach Alice Springs. Aber gut, ich wollte ja unbedingt mit diesem Zug fahren und … es hat auch noch Spaß gemacht! Für 100€ bekommt man natürlich keinen Luxus, aber es war ausreichend (, hätte ich eine Decke dabei gehabt…).

Der Zug fährt nur 2x in der Woche, ich habe den am Mittwoch genommen. Morgens bin ich in Adelaide noch kurz zum Supermarkt gelaufen, um mich für mehr oder weniger den Rest der Woche mit Essen und Trinken einzudecken, auch für Alice Springs, denn schließlich ist alles im Outback ein bisschen teurer. Die schweren Tüten mussten im Hostel noch in die Koffer umgepackt werden und fertig war ich. Hat aber auch lange gedauert, bis ich mich entschieden habe, welches Gepäck ich aufgebe, welches ich als Handgepäck mitnehmen soll.. Zum Glück hatte ich nur eine Zimmernachbarin, Claire from England. Die war ja mal supernett! Als ich am Abend vorher von meiner Kangaroo Island-Tour zurückkam, lag sie schon im Bett. Aber da sie noch nicht schlief, haben wir uns noch ewig unterhalten. Das war das erste Mal, dass ich das mit jemanden aus den ganzen Hostels gemacht habe…Und ich habe geplappert, was das Zeug hält. So viel wie ich auf Deutsch rede, habe ich auf Englisch gebabbelt. Und sie war so nett, war echt schade, dass ich schon wieder weitergereist bin. Sie hat mir für facebook ihren Namen gesagt, aber da gibt es leider zu viele von und ich hab sie nicht mal richtig bei Tagelicht gesehen, ist mir später aufgefallen.

Nach dem Kofferpacken bin ich dann also zum Busterminal gelaufen, um mich dann mit dem Shuttlebus zur Trainstation fahren zu lassen. Es gibt immer und überall Shuttlebusse, was wirklich toll ist, aber nicht immer ganz billig (und manchmal sogar unnötig, später mehr..). Und da stand er dann: The Ghan. Ein langer silberner Zug mit roter Lok und Kamel-Logo. Bevor ich mich jedoch ans Fotoschießen rangemacht habe, musste erstmal das Gepäck weg und davor noch ein Namensschild vom Southern Railway-Shop mit dem Ghan-Logo her. Die Gepäckaufnahme war an einem Schalter wie am Flughafen. 40 Kilo konnte man mitnehmen, ach wie toll :-) So, Gepäck war weg, jetzt wurde erst einmal mein leckere Croissant vom adelaider Bäcker gefrühstückt. Danach stand für den Kamelzug natürlich das angekündigte Fotoshooting auf dem Programm. Hochkant, quer, hinten, vorne und und und. Ich war immer noch ca. 45 Minuten zu früh, also bin ich wieder in den Shop gegangen und habe mir ein paar Souvenirs gekauft. Und dann endlich ging es los! Ich glaube, es gab nicht mal eine richtige Ansage, aber ich bin schon mal zum Red Service-Wagen gelaufen. Und schon wurden die Türen geöffnet. Platz 10, Gang :-( Aber die Beinfreiheit! Die hat man im Flugzeug frühestens ab der Business Class. Das ist auch wichtig, denn wenn man den „Day/Night Seater“ ganz nach hinten stellt, nimmt das ganz schön viel Platz weg. So ist also trotzdem noch genug Platz, selbst wenn der eigene Sitz aufrecht steht. Es gab ziemlich wenige, die mit dem Red Service gereist sind, denn es waren dafür nur zwei Waggons. Ich hatte natürlich wieder unverschämtes Glück! Der Fensterplatz neben mir blieb frei :-) Es könne ja sein, dass nachts noch jemand zusteige, sagt man mir, aber bis dahin, dachte ich mir, könne ich ja mal ruhig am Fensterplatz sitzen und es mir auf den beiden Sitzen gemütlich machen. Gesagt getan, da spricht mich diese Frau vom Fenster gegenüber an. Ob ich nicht tauschen würde mit ihrer Familie, weil es schief gelaufen sei, sie wollten doch alle nebeneinander sitzen. Ich sagte, ich sei ganz zufrieden mit meinem Platz. Sie hat sich damit zufrieden gegeben, aber hat mir mit ihrem Gesichtsausdruck die ganze Fahrt über gezeigt, dass ihr meine Entscheidung nicht gefallen hat. Ich tausche doch nicht, wenn ich mich gerade häuslich eingerichtet habe und sich vorne das große, laute und vor allem einzige Klo befindet (das kleine, hintere war nach wenigen Stunden aufgrund fehlender Belüftung und eigenem Interesse nicht mehr benutzbar). Das mag egoistisch sein, bin ich auch manchmal. Außerdem hätte Platz Nummer 9 auch noch auftauchen können, was ein Chaos mitten in der Nacht gegeben hätte.

Man hat gleich am Anfang gemerkt, dass man im Backpacker-Abteil sitzt. Der Mitarbeiter, der uns willkommen hieß, hat den totalen Pausenclown raushängen lassen und seine kleine Performance vorgetragen. Es war wirklich ziemlich affig, aber mehr hat man vom ihm auf der ganzen Fahrt auch nicht mehr gehört.

Die Fahrt wurde nie langweilig. Es gibt immer was zu sehen, man kann sich immer beschäftigen. Im Speisewagen habe ich mir zu den Mahlzeiten immer etwas zu Essen, was übrigens gar nicht so schlecht war, geholt. 2-3 Stunden nach der Abfahrt haben wir mitten in der Pampa gehalten, um einen Aborigine vom (fehlenden) Bahnsteig abzuholen. Noch ein paar Stunden später haben wir einen Stopp gemacht, bei dem wir sogar für eine Stunde aussteigen konnten. Die meisten sind natürlich nicht weit gelaufen und haben Fotos gemacht. Fotos zu schießen war während der Fahrt sowieso meine Lieblingsbeschäftigung und den GPS-Logger, mein ständiger Wegbegleiter, auf Empfang überprüfen. Und Musik hören natürlich. Man hat auch viel Zeit zum Lesen, wenn man möchte, oder um einfach aus dem Fenster zu schauen (und dem Sonnenuntergang zuzuschauen). Die anderen Fahrgäste lernt man übrigens zwangsläufig kennen, wenn auch nur „von Weitem“. Es gibt erschreckend viele Deutsche, generell in Australien, dass ich mir manchmal denke, ich will gar nicht „dazugehören“. Zwei Dinge konnte man jedoch nicht. Das eine ist Telefonieren; man hat auf der gesamten Strecke zu 90% kein Netz. Das sollte man wissen, wenn man diese Reise machen will. Ich habe mir gedacht, ich hätte ja dann genug Zeit, mit dem ein oder anderen zu telefonieren…Pustekuchen! Das ist besonders fatal, wenn man zum Beispiel eine Tour soundso viele Stunden vorher bestätigen muss (so wie ich.. hat zum Glück kurz vor Alice dann noch geklappt). Mit super teuren Outback-Handyverträgen von Telstra hat man vielleicht mehr Glück, ich weiß es nicht. Die andere Sache finde ich sehr schade, hätte ich zu gerne mal gemacht, durch den ganzen Zug zu laufen. Habe gefragt, darf man nicht. Ich habe also gerade mal 3 Waggons von innen gesehen.

Man kann übrigens nachträglich für einen Schlafwagen draufzahlen, was im Endeffekt billiger ist, als es direkt zu buchen. Das kommt aber bestimmt auch darauf an, wie voll der Zug ist. Außerdem werden kurze Touren angeboten. Das ist interessant, wenn zum Beispiel nach Darwin Reisende während des recht langen Stopps in Alice das Wichtigste von der Stadt sehen wollen.

Na ja, irgendwann macht man sich dann jedenfalls für die Nacht fertig (möchte an dieser Stelle das Wort „bettfertig“ vermeiden). Um 22 Uhr, pardon, 10 pm wird das Licht abgedunkelt und jeder versucht zu schlafen. Die einen mehr, die anderen weniger erfolgreich. Wenn man zum Beispiel einen Schnarcher vor sich hat, dürfte man zu den weniger erfolgreichen gehören. Hatte Glück. Ich habe wirklich an alles gedacht auf der gesamten Reise, habe nichts in der Woche vergessen, vermisst oder ähnliches, nur diese eine Sache: eine Decke. Ich kann ohne nicht schlafen. Ich dachte mir, mein Pareotuch aus Ibiza wird reichen, nur um das Gefühl zu haben, sich zudecken zu können, aber genau das ist bei meinem ewigen Gepacke in Adelaide im Koffer gelandet. Toll. Und irgendwann wird es kalt. Ich habe also gefroren. Ein älterer Mann, Engländer, hat mich wohl beobachtet (keine Angst, war ein ganz lieber, harmloser Kerl) und hat mir eine Decke von vorne holen wollen. Das hatte ich nicht mitbekommen, dass welche gestellt werden. Es waren aber natürlich keine mehr da. Letztendlich konnte ich auch ohne Decke ein paar Stündchen schlafen und bin rechtzeitig zum Sonnenaufgang aufgewacht. Die Erde war dann auch schon so rot, wie man sie sich vorstellt. Nicht überall, aber doch ab und zu. Später haben wir die Grenze zwischen Southern Australia und Northern Territory passiert und ein paar gekennzeichnete „Sehenswürdigkeiten“ gesehen. Es wurde immer angekündigt und der Zug fuhr dann immer extra langsam. Kurz vor Alice ist uns sogar der Schwesterzug aus Darwin entgegengekommen.

Nach den also nicht zu kurzen und nicht zu langen (!) 25,5 Stunden war sie dann schon wieder vorbei, die seit Monaten gewollte und seit Wochen geplante Fahrt mit dem legendären Zug mitten durch Australien. Zum Abschluss durften wir noch über unseren Pausenclown lachen, der angesagt hat: „Welcome to Adelaide Springs“. Na dann… Es wurde ein Wagen mit unseren Koffern und Taschen zum Selbstabholen 20 Minuten später auf den Bahnsteig gestellt. Die Lock wurde leider gleich abgetrennt, um den PKW-Träger freizugeben. Fotos konnte man also nicht mehr schießen. Ein dann doch nicht ganz charmanter Abgang.

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Kangaroo Island

War eine richtig tolle Tour! Mit den (gerade mal) 17 Leuten zwei Tage lang um die Insel zu fahren, hat echt Spaß gemacht.

Erst hatte ich ja gar keine Zeit für Kangaroo Island, was mich ein wenig bedrückt hat, weil mir die Insel immer wieder über den Weg gelaufen ist. Anika und Kaddi fanden es total toll dort, jeder Reiseführer empfiehlt einen Besuch und und und.. Zum Glück hat es sich ja dann doch noch ergeben, dass ich zwei Tage früher fliegen konnte und somit zwei Tage für KI zur Verfügung hatte. Also habe ich mich nach Touren umgeguckt und eine gefunden; und die Tour gab es sogar zum Sonderpreis (3 Tage später nicht mehr :) ). Es hat sich also, wie gesagt, echt gelohnt! PickUp-Time war natürlich wieder in aller Herrgottsfrühe, aber ich beklage mich ja nicht. Den Koffer hab ich im Hostel gelassen und nur meine neue RipCurl-Reisetasche und meinen Rucksack mit den wichtigsten Sachen, inkl. Wertsachen, mitgenommen. Der Tourguide Tony war so ein „cooler“ Surfertyp. Ich hab mir in dem Bus gleich die vorderste Bank geschnappt und neben mir saß glücklicherweise nur mein Rucksack und meine Kameraausrüstung. Nach dem letzten PickUp mussten wir erst mal zwei (oder noch mehr) Stunden zur Fähre fahren. Ich war todmüde, auch wenn ich schon um 9 im Bett war, aber dieser Bus und dieses Geschunkel ist sehr ermüdend :)

Die Fähre hat eine knappe Stunde gedauert. Mich hat ein Mädel von unserer Gruppe angesprochen, ob sie und noch ein paar andere sich neben mich setzen könnten. Es hat sich herausgestellt, dass sie und ihre Schwester aus der Schweiz kommen und die anderen beiden Mädels Deutsche sind. Die eine Schweizerin ist schon 8 Monate hier, Schwester kam sie besuchen, die beiden Deutschen machen seit 2 Monaten Work&Travel. Endlich auf der drittgrößten Insel Australiens angekommen, empfing uns glasklares Wasser und weißer Sandstrand…Meine Welt :) Der erste Stop war ein Supermarkt und der Bottleshop (für ein paar Bierchen am Lagerfeuer). Danach sind wir zu dem Strand gefahren, wo die ersten Siedler unter Matthew Flinders gelandet sind und dachten, sie hätten das Festland erreicht. Die Kerle haben der Insel auch den Namen gegeben: als sie ankamen, waren sie ausgehungert und suchten sofort nach Nahrung. Das erste Tier, das sie gesehen haben, hat ihnen dann das Leben gerettet, das Känguru. Von dort aus sind wir ich-weiß-nicht-wie-viele Stufen zu einem Aussichtspunkt hochgetigert. Ich hasse Treppensteigen! Aber man hat eine ganz schöne Aussicht von da oben über die ganze Insel.

Halbe Stunde hochlaufen, 10 Minuten Fotos und Videos machen, 20 Minuten wieder runter…ungefähr. Nach einiger Fahrt quer über die Insel folgte ein Besuch bei einer doch relativ wichtigen Eukalyptusöl Distillery (Emuöl gab’s auch), bei der eine kleine DVD gezeigt wurde, um nicht jeder Reisetruppe den gleichen Kram immer und immer wieder erzählen zu müssen. Als geübter „Pinnacle Studio“-User ist mir natürlich sofort aufgefallen, mit welchem Programm diese DVD erstellt wurde; nicht zuletzt weil ich die gleiche Musik auch schon verwendet habe ;) Es gab ansonsten eine Menge Öle und Cremes zu begutachten und man ist auch nicht daran vorbeigegangen, ohne eine kleine Probe davon zu kaufen…Kann man ja immer mal gebrauchen, sagt man sich da, und es sieht auch ganz schön aus in der Vitrine. Dort habe ich übrigens mein erstes Emu gesehen.

Danach haben wir einen kleinen Abstecher zu unserer Unterkunft gemacht, ein Schuppen, umzingelt von mähenden Schafen. Die Zimmer waren ansonsten nicht anders als im Hostel. Wir hatten sogar „freie“ Verpflegung aus dem riesigen Vorratsschrank. Ich hab mir erst mal Hot Chocolate mit Marshmallows gemacht. Es war nämlich ziemlich kalt, besonders der Wind war eisig. Hallo, Frühling, wo bist du?

Nach dem Mittagessen (ich schaffe es immer wieder, zu spät zu sein, wenn es darum geht, wer was vorbereitet…Das tut mir ja leid, aber wenn sich alle darum kloppen, Karotten zu schälen oder das Fleisch zu braten und für mich kein Job mehr übrig ist, wenn ich eine Minute später dazukomme, kann ich auch nichts dafür.

Selbst zum Abwaschen und Abtrocknen bin ich dann zu spät, weil die alle das Essen in sich reinschlingen…nicht mein Problem) sind wir zu einem Koala-Walk gefahren, um in ein paar aneinandergereihten Bäumen Koalas zu suchen. Waren auch ziemlich viele davon da! Ein paar faule Kangaroos lagen auch rum. Nächster Stop sollten die Remarkable Rocks sein, komische Fels- und Steinformationen an der Küste. So ging es also vorbei an komischen KI-Gänsen, von Buschbränden verödeten Wäldern und achterbahnartigen Straßen zur Steilküste, wo wir mal wieder von eisigem Wind in Empfang genommen wurden. Es hat aber viel Spaß gemacht, weil unser Tourguide uns alle möglichen Stellen gezeigt hat, wo man lustige Fotos machen kann. Eine Bucht weiter konnten wir dann noch Neuseeländische Seelöwen beobachten. Es war leider mittlerweile Winter von den Temperaturen her, weil auch noch die Sonne untergegangen war…Dann wollten die auch alle noch ewig dableiben, um auf Haie zu warten…Oh Mann, kam natürlich keiner. Zum Abschluss dieses schönen, aber anstrengenden Tages sind wir zu einem Strand gefahren, wo man Pinguine sehen kann. Wir haben auch tatsächlich ein paar gefunden :) Und was fast noch schöner war, war der Sternenhimmel! Ich glaube, da habe ich zum ersten Mal die Milchstraße gesehen…Sooo schön…

Auf dem Weg zu unserem Mini-Bauernhof, sind wir einigen Kängurus und Wallabies am Straßenrand begegnet, zwei von denen sind sogar eine Zeit lang vor uns hergehoppelt, dass es so aussah, als wollten sie uns den Weg zeigen.

Zum Abendessen gab es Spaghetti mit selbstgemachter Soße. Wir saßen dann alle um das Lagerfeuer und haben uns im Didgeridoo-Spielen versucht…Ging bei mir nur daneben, bis ich mal das Instrument gewechselt habe, dann kam auch mal ein richtiger Ton raus.

Am nächsten Morgen gab es Bacon & Eggs vom Grill, sowie Pancakes, ebenfalls von Grill :) Sandboarding stand an, mal wieder. Ich hatte das ja schon mal in Lancellin bei Perth versucht, hat mir aber nicht wirklich Spaß gemacht. Und jetzt war auch noch der Sand nass und kalt. Ne, muss nich sein, manchmal bin ich lieber nur der Fotograf… Nach einer halben Ewigkeit sind wir weitergefahren zu den diesmal australischen Seelöwen. Faule Säcke! Aber mal ehrlich, welches australische Tier ist eigentlich nicht faul? Koalas, alle Arten von Kängurus, Seelöwen…Fett sind die auch noch, aber auch süß irgendwie, wie die sich so aneinanderkuscheln. Um unsere Tierpalette noch weiter aufzufüllen, haben wir danach eine Birdshow besucht. Eigentlich interessieren mich Vögel nicht wirklich, aber der Kerl war so begeistert von seinen Schützlingen, dass es richtig Spaß gemacht hat, dem zuzuhören! „Na komm mal wieder her du Racker…willst du grad nicht? Ok, dann warte ich halt meine Süße“ etc. Und die Vögel waren auch interessanter als die europäischen 0815-Vögel. Da hat der eine einen Schnabel wie ein Frosch, der andere „lacht“ und hört sich eher an wie ein Affe.

Und der große Outback-Adler war natürlich auch sehr beeindruckend.

Danach gab es die Möglichkeit entweder Quad zu fahren (für weitere 60$ -.-) oder einen Strandspaziergang zu machen. Da ich noch Sand brauchte, habe ich mich für den Strand entschieden. Gute Entscheidung. So ein schöner Strand! Kajak kann man da auch fahren, aber leider erst im Sommer :( Zum Mittag gab es Kängurufleisch. Ich hatte mir ja vorgenommen, es nicht zu probieren. Aber jetzt war es ja schon mal tot und die hätten die Reste sonst eh weggeschmissen. Aber ich muss sagen, mir sind die ganze Zeit kleine Kängurus im Kopf rumgehoppelt. Und es schmeckt überhaupt nicht! Und zäh ist es auch noch. No, thanks.

Abschluss unserer großen Tour war eine – im Vergleich zu z.B. Mallorca – ziemlich kleine Tropfsteinhöhle und eine noch kürzere Tour hindurch. Ich habe da die Schweizerin aus meinem Zimmer in Adelaide wiedergetroffen.. Nicht nur die Welt ist klein, Australien ist es auch.

Naja, der Tony hat dann doch noch einen draufgelegt und der wirkliche Abschluss war dann eine Pelikanfütterung. Da konnte man sich auf die Felsen setzen und einem lustigen alten Mann zugucken, wie er 30-40 riesige Pelikane füttert. Da haben dann zwei andere Pelikane versucht, dem einen das Fressen wieder aus dem Maul/Schnabel zu schnappen. Große, ausgewachsene Hochseemöwen waren auch da.

Das war sie dann also, meine 2-Tages-Tour, die mir wie mindestens 4 vorkamen. Wir haben so viel gesehen und erlebt! Und die Tiere… Kängurus, Wallabies , Koalas, verschiedene Seelöwen, Pinguine, Emus, australische Gänse und Schafe und alle möglichen Vögel. Es hat sich also richtig gelohnt, auch wenn das Wetter leider nicht wirklich mitgespielt hat. Und Glück hatte ich auch noch, denn eigentlich sind die Vogelshow und die Höhlentour nur ganz selten dabei bzw. gar nicht inbegriffen, das macht der Tony wohl nur ganz selten.

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ADELAIDE

Der Flieger ging natürlich wieder mal um 6 Uhr morgens. Dieses Mal mit Jetstar, der Tochterfluggesellschaft von Qantas. Clint hat mich wieder zum Flughafen gefahren, eigentlich früh genug…dachte ich… Es war rappelvoll vor den Check-In-Schaltern! Ich hab mir natürlich erst mal Stress gemacht, weil der Check-In nur noch 10 Minuten offen war. Als ich eine Angestellte gefragt habe, hat sie gemeint, ich solle mich hinten anstellen, wär alles kein Problem. Würde ja nur ca. eine Stunde dauern, hab ich mir dann gedacht. Ich also bis ans andere Ende der Halle, um dann 5 Minuten später wieder nach vorne geholt zu werden: Fluggäste nach Adelaide hatten plötzlich einen eigenen Schalter. Hat also im Endeffekt doch noch geklappt und ich bin gerade noch rechtzeitig zum Boarding gekommen. Neben mir war ein Platz frei und am Gang saß ein Südafrikaner, der mich zugelabert hat. Was er studiert, wie sehr er Fußball mag etc. Und ich sei doch so mutig, das alles alleine zu machen. Der Flug ging etwas mehr als 2 Stunden und ich hatte teilweise einen guten Ausblick, besonders auf Sydney kurz nach dem Start. Komisch auf die Stadt vom Flugzeug aus zu gucken, weil man nämlich nicht nach Hause fliegt, sondern wieder hierher zurückkommt, zum neuen „zu Hause“. Ankunft in Adelaide, der Koffer war (wie erwartet) sofort da, und auf Richtung Touristen-Informationsstand für Stadtpläne und kostenlose Reiseführer. Zum Glück gibt es so was an jedem Flughafen. Dann muss noch der Shuttle-Bus (in diesem Fall war es jedoch ein Linienbus) gefunden werden und los geht’s. Erstes Ziel war natürlich das Hostel, um den Koffer loszuwerden. In jedem YHA-Hostel gibt es überwachte Räume für die Koffer. Zum Glück findet man in manchen kostenlosen Reiseführern eine 3-4-stündige Stadttour mit den wichtigsten Attraktionen. Die habe ich dann auch gemacht, war dann nach ca. 5 Stunden fertig und habe wohl wirklich alles Wichtige gesehen, was die doch recht überschauliche Stadt zu bieten hat: Eine breite Shoppingmall, einen schönen Sonntagsmarkt, einen gemütlichen botanischen Garten, eine Aborigine-Kunstausstellung, ein Casino und einige Sexshops, natürlich ein Museum und eine Art Gallery, den Victoria Square, das Entertainment Centre am Fluss und ein paar weitere Kleinigkeiten. Was mir an Adelaide gut gefallen hat, ist das Alte, Viktorianische. Es existieren noch viele eindrucksvolle Häuser und Bauten aus dem 19. Jahrhundert, mal was anderes als die Skyline von Sydney. Die Straßen sind sehr breit und symmetrisch gebaut, was natürlich auch den Effekt hat, dass sich alles in die Länge zieht, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Es gibt auch in Adelaide einen freien Bus, den ich aber dieses Mal gar nicht benutzt habe. Nach meiner 5-Stunden-Tour habe ich mich erst mal im Hostel ausgeruht und bin nur noch mal kurz auf die andere Seite des (winzigkleinen) Flusses gelaufen und habe nach Magnetics & co. geguckt. Souvenirläden sind nicht ganz so schlimm davon betroffen, aber eigentlich wird um 17 Uhr der Bürgersteig hochgeklappt. Selbst die Supermärkte haben schon geschlossen (Sydney ist ja zum Glück schon so weit, dass Coles und Woolworths, die Hauptsupermärkte, meistens bis Mitternacht geöffnet haben). Stattdessen musste ich meine Getränke für meine Kangoroo Island Tour in einem viel zu teuren Convenience Store kaufen.

Abends habe ich mir nur Ravioli im Hostel gemacht. Das wirklich Blöde am Alleine-Reisen ist, dass man immer doof angeguckt wird, nach dem Motto „Warum ist (bzw. isst) die denn alleine?!“ Naja, nach dem Essen habe ich meine Tasche für die nächsten 2 Tage gepackt und bin schon um 9 schlafen gegangen. Adelaide war mal was anderes, sowohl im positiven als auch im negativen Sinn. Die Stadt hat eine ziemlich ruhige Atmosphäre, alle sind ziemlich gechillt drauf. Auf der anderen Seite kann es schnell langweilig werden und ich bin der Meinung, 1-2 Tage reichen für Adelaide alleine völlig aus. Aber natürlich gibt es auch hier zahlreiche Tagestouren, z.B. an den Strand von Glenelg oder nach Barossa Valley für die Weintrinker.

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