So, dann geh ich mal los zur größten Silvesterparty der Welt!!
See you next year!
So, dann geh ich mal los zur größten Silvesterparty der Welt!!
See you next year!
Heute war ich an zwei Orten gleichzeitig
Zwischen den Orten Tweed Heads und Coolangatta verläuft die Grenze zwischen den Staaten Queensland und New South Wales. Somit habe ich 7 der 8 Staaten Australiens abgeklappert ![]()
Ich bin heute morgen mit dem Bus nach Tweed Heads hingefahren; das war eine sehr interessante Fahrt durch kleine Dörfer, große Pfützen und schöne Landschaften!
Danach war ich in Surfers Paradise. Leider war das Wetter immer noch suboptimal und ich musste die ganze Zeit meinen schweren Koffer mit mir herumschleppen…
Jetzt liege ich jedenfalls in meinem Hochbett in Brisbane und gehe demnächst schlafen. Zum Glück wurde mir mit dem “Übertritt” nach Queensland eine Stunde geschenkt (es gibt hier keine Sommerzeit = Daylight Savings Time).
Ich war gestern am “most easterly point of the Australian mainland”!!
Byron Bay ist nun abgehakt, Weihnachten bei der Family in Lismore auch und morgen geht es an die Gold Coast und nach Brisbane…
By the way, it was raining cats and dogs in the last couple of days.. and I’m sick of it!! Stop the rain!
a Merry Christmas and a Happy New Year!!
…ich komme bloß zu nichts mehr! Unter der Woche arbeite ich, abends muss ich tausend Dinge erledigen und planen oder auch mal schlafen, am Wochenende bin ich IMMER mit den Mädels unterwegs, und dann fängt schon wieder die neue Woche an.
Die Zeit fliegt nur so an mir vorbei. Die ersten 3-4 Monate gehen ungefähr so schnell vorbei, wie man sich 3-4 Monate vorstellt…Aber danach vergeht alles wie im Flug! Eine Woche kommt einem vor wie 3 Tage, ein Monat wie 2 Wochen. Montags denkt man sich noch, ach ich habe ja noch die ganze Woche vor mir, aber wenn der Freitag da ist, wundert man sich, wo Dienstag, Mittwoch und Donnerstag geblieben sind. Theoretisch haben wir alle doch ein falsches Zeitverständnis, es kommt uns immer alles viel zu schnell vor.
Aber ich schweife gerade ab. Ihr brennt doch wohl eher darauf, zu wissen, was ich in den mittlerweile letzten Monaten so getrieben habe, oder
Nach unserem Familienurlaub in Port Macquarie haben wir drei (Anja2, Nina und ich) uns jedes Wochenende getroffen und viele verschiedene Dinge unternommen. Wir waren z.B. im Wildlife World Sydney und auf dem Sydney Tower. Von dem Wildlife World war ich ein wenig enttäuscht. Man bekommt zwar alle australischen Tiere, die der Europäer aus dem Fernsehen kennt (oder auch nicht), zu sehen, das allerdings in einer nicht allzu schönen Atmosphäre. Die meisten Tiere haben ein viel zu kleines Gehege, Koalas und Kängurus kann man – im Vergleich zu richtigen Wildlife Parks – nicht einfach so streicheln und und und. Es ist für Kurzzeittouristen ausgelegt, die nicht allzu viel herumkommen, um die Tiere in der Wildnis zu sehen. Ich war noch nicht im Zoo, aber der ist bestimmt etwas schöner. Der Preis ist übrigens auch viel zu überzogen. 40$ für einen einmaligen Eintritt. Wer aber noch in den Tower will und das Aquarium besuchen möchte, sollte sich den „Unlimited Adventure Pass“ besorgen. Der kostet 60$ und ist mehrere Monate gültig, allerdings nicht übertragbar. Den haben wir uns alle besorgt und somit mehr als 40$ gespart. Das Aquarium habe ich mir an einem Donnerstag mal alleine angeschaut. Es ist ähnlich wie das Wildlife World. Es ist zwar schon ziemlich cool, wenn die Haie, Seekühe und Rochen gerade über dem Kopf herumschwimmen, aber ich war auch hier wieder ein wenig enttäuscht. Am Ästhetischen könnte man teilweise noch einiges ändern. Vielleicht bin ich auch zu verwöhnt mit den ganzen Freizeitparks in Florida…Der Sydney Tower hat mich hingegen richtig begeistert! Man hat auf so gut wie die ganze Stadt einen tollen Blick. Es lohnt sich wirklich. Ich gehe demnächst mal nachts hoch.
‘Do you ALL have your ID’s with you?’ Das hat man uns tatsächlich gefragt, als wir drei Bier kaufen wollten. Ich hatte als einzige meinen Ausweis bei Anja2 gelassen, sodass wir unser geliebtes Pure Blonde im Bottleshop lassen mussten. Wenn man in einer Gruppe ist, muss jeder seinen Ausweis dabeihaben, sonst wird kein Alkohol ausgehändigt. Theoretisch eine gute Idee, praktisch hatten wir kein Bier für das große German „Novemberfest“. Anjas Gastpapa Manfred hat anlässlich seines Geburtstages ein deutsches Fest mit deutschem Essen geschmissen
Anja2, Nina und ich waren waitresses und haben die ca. 30 Gäste bedient und auch Geld dafür bekommen. Bier war dann übrigens auch noch genug da.
Am nächsten Wochenende waren wir auf dem The Rocks Moonlight Market (der sich jedoch kaum vom „normalen“ Wochenendemarkt tagsüber unterscheidet). Mittlerweile haben wir beiden Anjas schon zwei Mal bei Nina in Mosman (North Sydney) übernachtet. Wir kochen dann immer lecker Abendessen und gehen am nächsten Tag z.B. an den Strand (der Strand von Belmoral ist sehr schön!). Oder wir waren auf den Glebe Markets (das war richtig klasse, so ein bisschen wie auf dem Hippy Markt auf Ibiza). Wer auf Schokolade steht, sollte die Max Brenner Chocolate Bar nicht verpassen. Da kann man sich u.a. viele Leckereien mit flüssiger Schokolade bestellen. Bei mir haben wir uns abends auch schon getroffen. Als wir auf der Terrasse dann unser leckeres Essen gegessen haben, gab es großes Kino noch dazu: Ein Auto wurde von Zivilpolizisten angehalten und die Frau musste sich halb nackt ausziehen. Die haben das ganze Auto durchsucht; nach was wissen wir leider bis heute nicht.
Steph hat für ihre große Konferenz von ihrem Boss einen Gutschein für ein berühmtes Steakhouse bekommen. Wir 4 sind also alle zusammen an einem Sonntagabend dort essen gegangen. Ich habe mir natürlich lecker Ribs bestellt
Es gab so ein paar Wochen, in denen es mit meiner Family nicht so rund lief. Wir hatten sogar einmal eine richtige Diskussion über die eigentlich banalste meiner Aufgaben, das Abendessen. Wir haben uns gegenseitig Sachen vorgeworfen, die eigentlich alle nur aus Missverständnissen entstanden sind. Jedenfalls war die Situation etwas angespannt für einige Tage. Das hat sich mittlerweile zum Glück gelegt und wir kommen wieder gut klar.
Mein Hobby ist in letzter Zeit Kino mit Anja2! Und wenn wir mal nicht ins Kino gehen, gucken wir How I Met Your Mother bei jemandem zu Hause (Das heißt, wir fahren viel Auto, und ich fahre hier unheimlich gerne). Ich war also jetzt schon in The Town, Paranormal Activity 2, Due Date und natürlich: HARRY POTTER 7! Steph hatte eigentlich Freikarten für die Vorpremiere, aber da Clint unbedingt Fußball spielen musste, fiel das ins Wasser. Dafür habe ich aber vor einem Monat schon Karten für die sogenannte Gold Class gekauft. Das war eine interessante Erfahrung (, zu der wir fast zu spät gekommen sind…). Man kann Essen und Trinken vor Beginn bestellen und sagen, wann man bedient werden möchte. Es gab große Sessel, bei denen die Rückenlehnen verstellbar sind. Das heißt, man konnte sich hinlegen, wenn man wollte. Auch wenn nicht allzu viele Personen in den Saal passen, ist es allerdings etwas laut und teilweise nervig. Bedienungen laufen immer mal wieder vor der Nase herum, es wird geschmatzt und Geschirr klirrt. Man sollte es mal gemacht haben, aber Gold Class hat auch seine Nachteile. Einen kleinen Gag haben die sich auch geleistet: mitten im Film lief auf einmal eine als Voldemort verkleidete Gestalt herum und blieb vor jedem mal kurz stehen. Alle haben gelacht. War schon lustig, aber man konnte sich dann nicht wirklich auf den Film konzentrieren. Ich musste irgendwann mal richtig dolle aufs Klo. Das war für mich eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, während eines HP-Films auf die Toilette zu gehen. Aber es ging nicht mehr und bei einer etwas unspannenden Szene bin ich losgerannt – mit noch zwei anderen Mädels
Es war so lustig! Wir sind den stillen Gang langgerannt, waren gleichzeitig fertig und sind wieder lachend zurückgerannt. Haben nicht viel verpasst… Donnerstags habe ich jetzt versucht, die wichtigsten Touristenattraktionen abzuklappern, die mir mein Reiseführer so empfiehlt. Ich bin viel herumgekommen und es hat sich wirklich gelohnt (an dieser Stelle mal ein allgemeines Kompliment an den Reise Know-How Verlag). Der Stadtteil The Rocks hat wirklich viele interessante Orte zu bieten! Es gibt einen echten Kolonialwarenladen, alte Hotels (=Pubs), wo man lecker Essen gehen und Bier trinken kann; das habe ich letztens mit Tina mal gemacht. Man kann sich kostenlos das Sydney Observatory angucken. Von dessen Garten aus hat man einen schönen Blick auf die Harbour Bridge. Man kommt übrigens von The Rocks aus auf die Harbour Bridge. Das haben Anja2, Nina und ich mal gemacht, wir sind dann über die Brücke gelaufen. Wirklich sehr empfehlenswert! Man hat einen richtig tollen Blick auf das Opera House und die ganze Stadt mit ihren Hochhäusern. Auf der anderen Seite befindet sich der älteste Freizeitpark Australiens, der Luna Park. Klein, aber fein. Zurück in der Stadt gibt es den Hyde Park, den Stadtteil Kings Cross und die Botanic Gardens. Sollte man alles mal gesehen haben. Kings Cross ist allerdings nicht unbedingt für abends geeignet, da es sich hierbei um das Rotlichtviertel Sydneys handelt. Ich bin auch nur hingegangen, um die riesige Coca Cola Werbung zu fotografieren. Auf dem Rückweg bin ich an einer Boomerang School vorbeigekommen. Ich habe nachgefragt, leider gibt es nur dienstags Stunden. Vielleicht sollte ich mir eine andere Schule suchen… Die Botanic Gardens sind wirklich sehr schön. Und am Rand gibt es einige Attraktionen, wie die National Gallery (, die ich mir allerdings nicht angetan habe,) auf der einen Seite, das Parliament House und das Government House auf der anderen Seite. Weiter unten am nördlichen Ende des Hyde Parks befindet sich das Australian Museum (kann ich auch nichts zu sagen, 10$ sind mir zu viel, wo man doch in anderen Städten keinen Eintritt für den gleichen Inhalt zahlen muss) und die Hyde Park Barracks. Letztere waren wirklich sehr interessant und ich würde einen Besuch unbedingt empfehlen! Es geht um die Anfänge der (weißen) australischen Geschichte, also um die convicts (=Strafgefangene) und das frühe Sydney. Der Eintritt in das ehemalige Gefängnis kostet 5 bzw. 10$, je nachdem, ob man z.B. Besitzer einer Discount Karte (YHA oder VIP) ist. Man kann sehen, dass sich jemand wirklich große Mühe gegeben hat, das Museum schön zu gestalten. Es waren an dem Tag nicht allzu viele Besucher da und ich war alleine im obersten Stockwerk, als es angefangen hat, zu gewittern. Das war so was von gruselig, denn oben sind die alten Hängematten aufgehängt, in denen früher Verbrecher geschlafen hatten. Die Fenster waren abgedunkelt, dann noch das Donnern im Hintergrund…
Mit Tina habe ich endlich die Opera House Essential Tour gemacht. Man erhält viele Informationen über das Gebäude und bekommt den ein oder anderen Saal zu sehen. War ganz gut, sollte man aber eigentlich nur machen, wenn man sich wirklich dafür interessiert und/oder mal drinnen gewesen sein möchte.
Mit Anja2 und Nina habe ich endlich den Bondi to Coogee Walk gemacht. Wir hatten erst einmal Probleme, nach Bondi Junction zu kommen, da mal wieder Trackwork war. In den letzten Wochen war es besonders schlimm. Ganz viele Züge fallen dann aus und werden teilweise durch Busse ersetzt. Meine Station Ashfield wird zum Glück fast immer noch von den Zügen angefahren. Jedenfalls sind wir mit dem normalen Linienbus von der Stadt aus nach Bondi Beach gekommen. Wichtig zu wissen: Bondi Junction und der eigentliche Strand liegen ca. 30-40 Minuten (zu Fuß) auseinander entfernt. In Bondi Junction gibt es eigentlich nur eine kleine Shopping Mall und ein riesen Shopping Centre von der Kette „Westfield“. Der Stadtteil lohnt sich also nicht wirklich, es sei denn, man hat einen großen Geldbeutel. Den habe ich hier schon lange nicht mehr…Nun gut, wir sind also direkt zum Beach gefahren und haben unseren Walk an der Küste entlang begonnen. Der dauert ungefähr 1.5 – 2 Stunden und ist ganz schön. Problem ist nur: man ist nicht alleine. Alle Touristen quetschen sich – besonders im Sommer – auf den Wegen und man wird alle paar Meter von schwitzenden einheimischen Selbstmördern (=Jogger…wer tut sich das an bei 30° unter knallender Sonne??) überholt. Die Strände und Aussichten sind allerdings wirklich schön und fotogen. Es gibt dort sogar einen Friedhof direkt am Meer. Wenn man allerdings in Coogee ankommt, ist man wohl eher enttäuscht. Coogee Beach ähnelt Bondi Beach. Beide sind viel zu touristisch und haben das Motto „sehen und gesehen werden“. Das Volk besteht also aus Modelfiguren und Gaffern. Außerdem ist der Sand in Coogee gar nicht mal so schön. Also es hat uns dann nicht so viel Spaß gemacht, am Strand zu liegen.
Donnerstag Morgen waren ja immer Hollys Schwimmstunden, wobei Steph die letzten Male gar nicht mehr hingegangen ist. Holly hatte zu viel Angst vor der „Lehrerin“. Kann man ihr aber auch nicht verübeln… Jedenfalls fiel für mich dann auch das Schwimmen aus. Und auch die Möglichkeit, kostenlos in den Olympic Park zu kommen. Das haben wir drei Mädels aber auch schon nachgeholt. Wir waren erst bei IKEA (, um uns natürlich nichts zu kaufen) und sind von dem Shoppingcentre aus dorthin gelaufen. Der Weg war ganz schön und es gibt noch viele weitere Fahrrad- und Wanderwege im Park, die bestimmt auch sehr interessant sind. Im eigentlichen Olympic Park an sich braucht man nicht allzu viel Zeit. Man kann im Novotel Hotel mit dem Aufzug kostenlos bis zu einem Observation Deck fahren, von wo aus man den gesamten Park überblicken kann. Sogar die Harbour Bridge und das Opera House kann man von dort aus sehen. Wir wollten danach eigentlich das ANZ Stadium besichtigen, aber da U2 zwei große Konzerte in den nächsten Tagen hatte, fielen alle Touren flach. Ich werd’s überleben. Das ist übrigens „mein“ Spruch geworden, wenn mal etwas nicht klappt. Später werden dann mal meine Kinder ihren Kindern erzählen: „Das hat Oma Anja immer gesagt“.
Wieder zurück in der Stadt gibt es meinen Lieblingsstadtteil: Darling Harbour! Das ist ein kleiner Hafen mit Bötchen und Yachten, um den sich viele Leute auf der großen Flaniermeile tummeln. Ich war letztens im Maritime Museum. Kostenlos und gut. Daneben gibt es ein schönes Shoppingcentre, das viel zu bieten hat. Ein unheimlich leckeres Pancake Restaurant, das Hurricanes (das Steakhouse, wo wir waren), lange Geschäftszeiten und jetzt wieder gaaanz neu: HARD ROCK CAFE! Die beiden in Sydney und Melbourne wurden aus irgendwelchen Gründen geschlossen. Aber es gibt noch eins in Surfers Paradise und jetzt seit wenigen Tagen auch wieder in Sydney
Und hier gibt es einfach mal den schönsten Gitarren-Pin auf der ganzen Welt! Darling Harbour hat aber noch mehr zu bieten, besonders zur Weihnachtszeit. Es gibt einen (wie immer hier in Australien) unechten Weihnachtsbaum, abends wird darunter gesungen und an manchen Wochenenden gibt es sogar ein Feuerwerk mit Musik. Ich war letzte Woche da, es war wunderschön…
Um es mir selbst ein bisschen weihnachtlich zu machen, habe ich mir einen Adventskalender (hoch lebe ALDI) gekauft, ganz viele Plätzchen gebacken und immer mal wieder deutsche Weihnachtsmusik gehört. Weihnachtliche Stimmung kommt hier nämlich nicht wirklich auf. Es ist zwar ein äußert ungewöhnliche kaltes Wetter dieses Jahr hier in Australien, aber trotzdem ist es noch wärmer als bei euch in Europa. DAS Weihnachtsspektakel hier in Sydney bzw. Australien habe ich dumme Nuss aber leider verpasst! Ich ärgere mich so sehr darüber… Carols in the Domain. Steph hat mir davon erzählt, ich habe es mal im Internet gelesen, aber mich nicht mehr weiter darum gekümmert. Stattdessen waren wir auf der Weihnachtsfeier von Stephs Arbeit. Die war auf einer Farm außerhalb von Sydney, war auch mal interessant, aber für mich relativ langweilig. Jedenfalls kam abends die Live-Übertragung von dem großen Event. Das war so schön! Da sitzt man im Freien mit seinen Freunden und seiner Nikolausmütze, macht Picknick und was nicht alles und abends gibt es dann das große Konzert mit vielen australischen, aber auch internationalen Künstlern, mit Chor und Orchester. Das wäre echt was für mich gewesen…Die Übertragung habe ich gleich aufgenommen, aber das ist ja nicht das Gleiche. Aber ich hätte auch niemanden gehabt, der mit mir gekommen wäre. Ninas boyfriend und Anja2s Freundin (Anja3) sind morgens angekommen. Das heißt, unsere unternehmungsreichen Wochenenden sind nun vorbei. Bis deren Besuch wieder weg ist, kommt meine Mama
. Wir alle sind zu unterschiedlichen Zeiten on Tour, also werden wir uns wohl nicht mehr allzu oft sehen…ich sach’s ja, die Zeit… Als kleine Entschädigung für das verpasste Weihnachtskonzert waren wir am letzten Sonntag bei den Wiggles! Das ist eine Kinderband, die mich meine ganze Au Pair-Zeit begleitet hat. 4 Männer, die Nursery Rhymes (=Kinderlieder) singen. Ich habe mich so auf dieses Konzert gefreut, das war mir fast schon peinlich. Aber die sind auch wirklich gut und Holly liebt sie. Ich werde mir hier eine DVD von denen kaufen, so toll finde ich die^^ Das Konzert war nicht so der Hammer mit den ganzen schreienden Kindern (war aber auch klar), doch dafür waren es mal wieder Freikarten.
Ende dieser Woche geht es nach Byron Bay, wo ich unseren Heiligabend mit Anja2 und ihrer Freundin, Anja3, am Strand verbringen werde. Danach steht Weihnachten mit der Familie an und zwei Tag in Brisbane. Die Gold Coast passt hoffentlich auch noch irgendwo dazwischen. Denn ich möchte pünktlich zu meinem lang ersehnten New Year`s Eve in Sydney sein! Ich freue mich schon so darauf, auch wenn ich noch keine genauen Pläne für den Abend habe… Im November war ich übrigens in Melbourne. Dazu gibt es allerdings ganz bald (!) einen eigenen, ganz interessanten Bericht.
Für all meine komplizierten Satzkonstruktionen und Schreibfehler möchte ich mich entschuldigen, ich leide unter chronischem Schlafmangel…
(Nachtrag)
„Heart of Australia“. Da war ich nun, in der Mitte dieses riesigen Kontinents. Der erste Eindruck war gut, weil: Es war heiß! Die Tage zuvor waren es nur um die 20°, ich aber hatte mit täglich ca. 30° wohl die schönste Woche in diesem ungewöhnlich kalten australischen Frühling erlebt. Nach der Ankunft mit dem Ghan habe ich mich natürlich gleich wieder auf die Suche nach einem kostenlosen Reiseführer gemacht und bin fündig geworden. Da ich die Entfernungen auf der Karte noch überhaupt nicht einschätzen konnte und ich zwei schwere Taschen bei m
ir hatte, habe ich den Shuttlebus zum Hostel genommen. War ja ganz praktisch, aber viel zu teuer für gerade mal 5 Minuten Fahrt. Tatsächlich hätte ich ihn nicht gebraucht.
Schon wegen meiner Mitgliedskarte vom DJH (Deutsches Jugendherbergswerk), aber auch wegen der Qualität habe ich mich auch dieses Mal für das YHA-Hostel entschieden. Bisher war ich jedoch nur in Großstädten, Alice Springs hingegen ist ein Kuhkaff. So hat sich auch die Anlage von den bisherigen unterschieden: Ich kam mir vor wie im Sommerurlaub. Fehlte nur noch das Meer (, welches jedoch mindestens knappe 1000 km entfernt liegt). Ich wurde von einem gutgelaunten Surfer (er sah zumindest so aus) begrüßt und habe mich mit dem Schlüssel (sonst waren es immer Magnet-Karten) auf die Suche nach meinem Zimmer gemacht. Wie gesagt, die Anlage löst Urlaubsfeeling aus. Alles ist sehr offen und familiär und es gibt einen (winzig)kleinen Pool. Die Toiletten sind dieses Mal außerhalb der Hauptgebäude. Leider habe ich das wohl einzige Zimmer ohne Fenster erwischt. Aber gut, war ja eh nur für eine Nacht, w
ie so oft.
Dann saß ich da mit meinem Guide und einer Stadtkarte auf dem Bett und war heftig am Überlegen. Auch wenn Alice nicht allzu groß ist, gab es doch ein paar Dinge, die ich sehen wollte und die meisten davon würden in ca. 1 Stunde schließen. Ich dachte ja, dass ich noch einen ganzen halben Tag in Alice hätte, aber da sich der Ghan verspätet hat und man ja auch nicht gleich für eine Stadttour fertig ist, musste ich mich schnell entscheiden. Was und wann. Ich entschied mich zunächst mal für ein Fahrrad. Ganz blöde Idee… So richtig bescheuert… Ich, untrainiert wie ich sowieso schon bin, komme gerade von einer 25-stündigen Zugfahrt, die ich natürlich hauptsächlich sitzend verbracht habe, und miete mir ein Fahrrad, um schnell noch das Wichtigste von diesem winzigkleinen Alice abzuklappern. Dieser Fehler wurde mir nach ca. 10 Sekunden bewusst. Aber gut, da habe ich schon umgerechnet 10€ für ein Fahrrad bezahlt, dessen Sitz alle paar hundert Meter nach unten rutscht und wieder nach oben geschoben werden will. Und wenigstens musste ich nicht lange nach diesem Drahtmonster suchen, denn man kann sie im Hostel selbst mieten.
Mein erstes Ziel
war die Shopping Mall, Todd Mall genannt. Sie ist das Zentrum und liegt 100 Meter vom Hostel entfernt. Aber irgendjemand meinte es echt nicht gut mit mir. Zum wohl ersten und letzten Mal in der Geschichte dieses Dorfes in the real Middle of Nowhere gab es eine Bombenwarnung. Es wurde eine herrenlose Tasche in einer Bank gefunden und die gesamte Mall war deswegen gesperrt. Gut, dann fuhr ich eben weiter zur nächsten Attraktion, zur Royal Flying Doctor Service Base. Weil ich, wie gesagt, die Abstände noch nicht einschätzen konnte, bin ich zu weit gefahren. Ich war so gestresst… Im Endeffekt hätte ich das Fahrrad nicht mal gebraucht! Ich wäre auch zu Fuß noch pünktlich zur letzten Führung um 4 pm gekommen. Die sehr kurze, aber interessante Führung kostete Eintritt, der jedoch, wie uns später erzählt wurde, wie eine Spende eingesetzt würde. Der Besuch der RFDS-Base ist empfehlenswert.
Nach diesem ersten Stopp habe ich mich auf die Suche nach etwas Essbarem gemacht. In letzter Zeit schwöre ich auf Subway. Nach der Stärkung bin ich Richtung Todd River gefahren. Der Fluss ist nicht so einfach zu entdecken, da er bis auf wenige Tage im Jahr ausgetrocknet ist. Ich habe Aborigine-Familien gesehen, die im Flussbett gepicknickt haben, andere sind darin Spazieren gegangen. Aus Zeitmangel und im Angesicht der nahenden Dämmerung habe ich mein Rad abgestellt und bin den
sogenannten Anzac Hill hochgetigert. Von diesem Hügel aus hat man einen schönen Blick über ganz Alice Springs und kann dem Sonnenuntergang über dem Outback zuschauen. Da es recht schnell dunkel wird, bin ich zurück zum Hostel gefahren, durch die inzwischen bombenfreie, aber leider auch menschenleere Todd Mall. Ich wollte nur noch duschen und so langsam ins Bett gehen. Nachts alleine in Alice herumzulaufen kam mir nicht so angemessen vor, da hier viele Aborigines leben und mir ihre dunklen Gesichter ehrlich gesagt nachmittags schon ein bisschen Angst gemacht haben; nicht böse gemeint.
Im Hostel wird anscheinend jeden Abend eine DVD auf einer Open Air Leinwand gezeigt. Man kann sich dann in Liegestühlen die (C-Klasse-) Filme ansehen. So habe ich mit meinen Ravioli den Abend ausklingen lassen. Dabei ist mir eine Sache an Alice Springs aufgefallen, die ich als nervig empfunden habe: Wo man hingeht, hört man Deutsch. Diese Stadt muss die größte Dichte deutscher Touristen
haben -.- Ich würde mal sagen, dass 80% der Hostelgäste deutschsprachig waren…
Nachdem ich meine Taschen gepackt habe (den Koffer musste ich schon früher packen, da die Rezeption und der dazugehörige Raum für die Koffer mal nicht 24 Stunden geöffnet hat; wichtig zu wissen!), bin ich schlafen gegangen. Ich hatte eine 2-Day Red Centre Tour vor mir.
Das war es aber noch nicht mit Alice. Nach der Tour hatte ich noch den ganzen Samstag Abend und Sonntag Vormittag Zeit, mich noch mal umzusehen. Als ich nun also nach der Tour zum zweiten Mal im Hostel eingecheckt und meinen Koffer abgeholt habe, habe ich mein neues Bett in einem anderen Zimmer bezogen. Ein anderes Mädchen ist kurz nach mir angekommen und hat es mir gleichgetan. Ich bin mit ihr ins Gespräch gekommen und sie ist sehr nett gewesen. She comes from the U.S. by the way. Wir haben uns Abendessen gemacht und über Gott un
d die Welt geredet (, während vor uns ein D-Klasse Film abgespielt wurde). Sie würde in Canberra studieren, gerade Urlaub machen und in Alice nur für eine Nacht bleiben, um am nächsten Tag mit dem Ghan nach Adelaide fahren. Dann bin ich wenigstens nicht die einzige Verrückte
Sie wollte nach dem Essen noch in einen bestimmten Pub gehen, der ihr von einem Freund ans Herz gelegt wurde. Da ich nichts weiter vorhatte, bin ich einfach mit ihr gegangen. Dieser Pub bzw. die Menschen darin sind ganz interessant, aber mehr auch nicht. Wir haben beide ein Bier getrunken und sind schnell geflüchtet, als mich eine Aborigine-Frau mit irgendeinem Typen verkuppeln wollte. Wir haben uns vor dem Schlafengehen schon verabschiedet, da wir zu unterschiedlichen Zeiten aufstehen wollten. Wir haben uns für das nächste Wochenende in Sydney verabredet (, woraus leider nichts geworden ist, da ich ja krank geworden bin).
Am nächsten Morgen bin i
ch früh aufgestanden, denn mein Tagesziel war die Telegrafenstation, der Geburtsort von Alice Springs. Sie liegt knapp 3 km nördlich vom Stadtzentrum entfernt. Es war sehr schönes Wetter für eine solche Wanderung. Ich kann jetzt sagen, ich bin schon mal auf dem Grund eines Flusses gelaufen. Na denn. Mir sind einige ehrgeizige Jogger, mehr oder weniger viele Spinnennetze und ein kleines Wallaby begegnet. Als ich endlich angekommen bin, war alles geschlossen. Um 8 am sollte diese Touristenattraktion öffnen, ich war von 8:15-8:30 da. Nichts. Gut, man kann vom Zaun aus ein paar Fotos von den gut erhaltenen Gebäuden machen. Nur leider konnte ich nun die Station nicht betreten. Und sehnsüchtig habe ich die Souvenirs vom Ladenfenster aus betrachtet. Ich hatte nämlich noch keine.
So bin ich zügig zurückgelaufen und habe die zuvor menschenleere Einkaufsstraße total überfüllt wieder vorgefunden. Ich weiß
nicht, aus welchem Anlass genau, jedenfalls war die ganze Straße ein großer Markt. Da hat Alice die gesperrte Mall vom Donnerstag wieder gut gemacht. Der Markt war ziemlich gut, mit vielen internationalen Essständen und Beiträgen von den Ureinwohnern. Ich habe mir ein kleines Gemälde a la Aboriginal Kunst und endlich meine Souvenirs gekauft. Danach habe ich noch schnell die letzten kleineren Attraktionen abgeklappert und das war es auch schon. Ich hätte gerne noch die vielen anderen Dinge gesehen, die die Umgebung noch so bereithält, nur leider liegt das meiste außerhalb und ist ohne Auto nicht zu erreichen. So habe ich weder den Desert Park noch das Ghan-Museum gesehen.
Die Flughafenstory habe ich ja schon erzählt, aber eine Kleinigkeit, die beweist, dass es zu viele Arschlöcher auf dieser Welt gibt, habe ich noch zu erzählen: Ich habe an der Stelle gewartet, an der der Bus mich abholen sollte. Da ich fast zu spät war und gerade in dem Moment ein Fahrzeug (so eine Familienkutsche) anhielt und der Fahrer ausstieg, bin ich in seine Richtung gelaufen. Der
Typ hat nicht lange um den heißen Brei herumgeredet und hatte schon meine Koffer in der Hand und ist Richtung Kofferraum gelaufen. Ich hab zum Glück gerade noch das Wort TAXI gelesen, dass ich schnell hinterhergerannt bin und ihm meine Koffer fast aus der Hand reißen musste. Ich habe kein Taxi bestellt und das weiß er ganz genau. Er meinte noch, ich wolle doch zum Flughafen. Arsch. Nach seinem Misserfolg, ist er ganz schnell abgezischt und eine Minute später kam der richtige Bus. Man macht hier in der Tat Erfahrungen.
Montag: Ein ganz normaler Arbeitstag. Einziges Highl
ight war, dass Anja mich mit einem ihrer Jungs besuchen kam und wir vier dann zusammen auf den Spielplatz gegangen sind.
Dienstag: Ganz
normaler Arbeitstag. Seit dieser Woche haben wir endlich schönes Wetter! Im Radio haben die schon gesagt, es sei der kälteste Frühling seit 7 Jahren, was ich nur bestätigen kann… Jedenfalls lege ich mich jetzt immer in die Sonne, wenn Holly schläft. Schööön

Mittwoch: Steph kam zurück von ihrer Konferenz. Sie war 3 Tage weg, aber jetzt ist endlich alles vorbei. Da bin ich so froh drum! Sie ist nicht mehr so im Stress und wir verstehen und wieder super nach meiner Krankheit.
Abends h
abe ich mich mit Anja getroffen und wir sind zu einem Freund ihrer Hostfamily gegangen. Er hat uns zum Essen eingeladen. Es gab selbstgemachte Nudeln. Der Abend war ganz nett, der Typ etwas komisch. Er ist Anfang 30 und lebt mit 3 anderen in einer WG. Dieses Haus ist aber einfach so heruntergekomm
en und eklig. Wenn ich da wohnen müsste, würde ich lieber auf der Straße schlafen. Aber gut, die Pasta war lecker und ich weiß jetzt wenigstens, wie man Nudeln macht.
Donnerstag: Morgens war ich tatsächlich schwimmen im Olympic Park! Ich habe fast verschlafen. Mein Wecker ging nicht an und ich habe geträumt, dass ich verschlafen würde und ich nur noch 3 Minuten Zeit hätte, um mich fertig zu machen. Geträumt, passiert. Ich hatte wirklich nur noch 5 Minuten, als ich aufgewacht bin. Also bin schnell aus dem Bett gesprungen, habe meinen Bikini angezogen und einen Joghurt aus dem Kühlschrank geschnappt und schon sind wir losgefahren. Waren wie letztes Mal natürlich trotzdem zu spät, aber ich konnte schwimmen
Wie lange ich das nicht mehr gemacht habe… Dementsprechend war ich nach 4 Bahnen total K.O. Aber Holly’s Kurs geht ja eh nur 20 Minuten. Danach habe ich mich nur noch in die Sonne gelegt; es wird wirklich wärmer.
Abends bin ich mal wieder mit Anja ins Kino gegangen. Ich habe wieder das Auto genommen. Das mit der Vorfahrt ist so eine Sache. Wenn kein Schild zu sehen ist, gebe ich jedem vorsichtshalber seine Vorfahrt. Außerdem ist die ganze Zeit Polizei hinter mir gewesen. Den Film haben wir uns eigentlich nur angeguckt, weil Steph mir wieder einen Gutschein gegeben hat. Charlie St. Cloud mit Zac Efron. Dieser Film war ja mal so langweilig. Zum Glück hatten wir beide das Kino ganz für uns alleine, dass wir es uns gemütlich gemacht und uns die ganze Zeit über den Film lustig gemacht haben. Technisch ist der Film top, inhaltlich will ich mich nur kurz fassen: Zac Efron und sein „body“ waren das Hauptthema.
Freitag: Partytime! Clint ist abends mit seinen Kumpels feiern gegangen, um in seinen 35. Geburtstag reinzufeiern und ich habe mich auch fertig gemacht für Party. Ich war mit Anja und Nina (ich habe sie vor ein paar Wochen über Anja kennengelernt) in der Stadt verabredet. Wir wollten (das erste Mal) in Sydney richtig feiern gehen. Ich hatte ganz arge Probleme mit meinem Outfit, denn hier feiert man definitiv anders als in Deutschland. So ziemlich jedes Mädchen hat ein Kleid an, schwarze Strumpfhose und Highheels mit Pfennigabsatz. Mit Steph’s Modeberatung hatte ich schließlich mein neues schwarzes Kleid an, das eigentlich für Silvester gedacht war. Aber in Syndey muss alles ein bisschen extravagant sein.
Wir sind zuerst in eine Sportsbar gegangen und haben Bierchen getrunken. Die Bar ist auf verschiedene „floors“ aufgeteilt und wir waren auf der Dachterasse. Das war richtig schön, unter freiem Himmel und zwischen den Hochhäusern zu sitzen. Nächstes Mal gehen wir da bestimmt wieder hin. Danach sind wir in den wohl bekanntesten Club Sydneys gegangen: das Ivy.
Reingekommen sind wir ziemlich schnell und bezahlen mussten wir nicht, da der Eintritt freitags frei ist. Der Club ist ebenfalls auf verschiedene Floors aufgeteilt und in der Mitte ist Open Air. Das heißt, man tanzt mehr oder weniger unter freiem Himmel. Man sollte also nicht unbedingt hingehen, wenn es regnet. Der DJ war anfangs ganz gut und hat meine Musik gespielt: House. So langsam ist er zu R’n’B übergegangen und blieb auch dabei. Es ist nicht nur so, dass ich die Musik nicht mag, sondern ich kann einfach nicht darauf tanzen. Nach einer halben Ewigkeit sind wir ein bisschen enttäuscht gegangen und haben noch lecker bei Hungry Jack’s (Burger King) gegessen. Als wir uns auf den Weg zum Nachtbus gemacht haben, haben wir Housemusik aus dem Ivy gehört…Toll…
Die Nachtbusse sind echt klasse. Die fahren praktisch die ganze Nacht und überall hin, wo auch der Zug tagsüber hinfährt. Anja und ich konnten den gleichen nehmen, da wir ja nicht weit auseinander wohnen. Leider habe ich kein „Day Return“-Ticket gekauft, denn damit kann man auch in dem Night Ride Bus einsteigen. So hat es mich etwas mehr gekostet, aber wenigstens konnte ich beim Busfahrer noch ein Ticket kaufen. Der Nachtbus ist echt lustig, denn man sieht die schrägsten Vögel. Besoffene Jungs, bunt angezogene Schwule, hängende Köpfe von allerlei schlafenden Menschen, die aussehen wie diese Wackeldackel und und und. Von Ashfield aus muss ich normalerweise noch den Bus nehmen. Der fuhr um die Uhrzeit natürlich nicht mehr, also habe ich nicht lange rumgemacht und ein Taxi genommen und war um 3 zu Hause. War aber echt mal eine Erfahrung!
Samstag: Lange Ausschlafen nach der Nacht war nicht drin, denn ich war mit dem Strand verabredet
Anja
und ich haben die Fähre nach Manly genommen. Dieser Ort ist zwar total touristisch, aber der Strand ist einfach herrlich! In Deutschland kennen einige vielleicht Bondi Beach, jedoch kaum einer hat schon mal was von Manly gehört. Ich finde den Strand viel schöner als Bondi, auch wenn ich nicht mal genau sagen kann, woran das liegt.
Man kann in Manly nicht nur faul am Strand liegen oder in den großen Wellen baden, sondern auch viel, viel Geld loswerden. Jede Surfermarke, die es gibt, ist in Manly vertreten, es ist sozusagen ein kleines Shoppingparadies.
Wir haben uns mit Nina und einem anderen Au Pair getroffen. Letztere hat bei Anjas Familie eine Woche lang gewohnt, weil ihre Hostfamily sie noch nicht aufnehmen konnte oder so was in der Art. Dieses „Mädel“ ist schon 26 und strohdoof, richtig merkwürdig und fast schon gruselig. Aber sie will immer überall dabei sein. Boah, es gibt Geschichten über die, darüber könnte man ein ganzes Buch schreiben. Sie ist natürlich auch Lästerthema Nr. 1 unter uns geworden.
Wie auch immer, wir hatten super schönes Wetter: Sonne, 27° und zur Abwechslung mal keinen Wind.
Nur leider war aber für den Nachmittag schlechtes Wetter angesagt. Ich hab nach 10 Minuten am Strand zu Anja gesagt, wenn ich jetzt nicht ins Wasser gehe, gehe ich gar nicht. Und so sind wir beide ins eiskalte aber so wunderbare Wasser gegangen. Es hat so viel Spaß gemacht mit den teilweise riesigen Wellen! Aber immer daran denken: Between the flags. Man darf nur zwischen den rot-gelben Fahnen schwimmen, in den anderen Bereichen ist sehr starke Strömung. Aber zum Glück gibt es ganz viele lifeguards, die aufpassen, dass dort keiner ins Wasser geht.
Später zog es tatsächlich zu. Dicke Gewitterwolken hingen schon am Himmel. Die haben mich aber eher weniger gestört, denn ich hatte einen Rückschlag…Durchfall ist das Schlimmste, was einem am Strand passieren kann. Zum Glück gibt es in Australien an jeder Ecke öffentliche Toiletten, sogar am Strand. Ich hatte natürlich alle meine Tabletten nicht mit an den Strand genommen, wer rechnet auch damit. Also bin ich schnell zur Apotheke gelaufen und habe mir neue Tabletten gekauft. Ich habe keine Ahnung, wo das schon wieder herkam, aber es geht mir langsam auf den Keks. Ich bin allerdings nicht die einzige, die Magen-Darm-Probleme hat. Alle deutschen Au Pairs kämpfen mit aufgeblähten Bäuchen und Ähnlichem. Wahrscheinlich merkt der Körper nach drei Monaten, dass ihm etwas fehlt, irgendwas, was man Deutschland sonst immer zu sich nimmt, keine Ahnung…
Da es dann aus Kübeln geregnet hat und mir es ja nicht so gut ging, ist unsere Shoppingtour „ins Wasser gefallen“ und wir haben die Fähre zurück genommen. Trotzdem hatten wir einen schönen Tag und ich war endlich im Meer baden
Sonntag: fauler Tag im Bett mit Ausschlafen und so. Es regnet sowieso mal wieder… Heute werde ich wohl weiter meine nächsten Touren planen. Denn nächste Woche bin ich schon wieder im Urlaub! Mit der Family in Port Macquarie für 4 Tage. Ich habe mich schon für einen Surfkurs angemeldet. Der geht zwar nur 2 Stunden, aber das reicht mir. Und ich kann sagen, dass ich es wenigstens ausprobiert habe. Ich hoffe jedenfalls, dass das Wetter einigermaßen mitspielt.
Die nächste Tour ist dann Melbourne und Umgebung. Im Dezember fahren wir wahrscheinlich nicht nur eine Woche an die Goldcoast, sondern zwei. Und größte Neuigkeit: Meine Mama kommt mich besuchen und wir machen zusammen die Eastcoast-Tour und fliegen zusammen dann zurück nach Deutschland! Ich freue mich so
Ich wollte eigentlich nur noch nach Hause. Zu Hause gibt’s die Mama, die immer für mich da ist, zu Hause gibt es das passende Essen für solche Fälle (z.B. Zwieback) und die richtigen Medikamente. Hier habe ich mich so alleine gefühlt wie noch nie. Steph hat mich zwar ab und zu mal gefragt, ob ich etwas brauche und hat mir auch was von der Apotheke geholt, aber Fürsorge ist was anderes. Gerade weil die selbst alle krank waren und es bei ihnen nur 1,5 Tage gedauert hat, haben sie nicht verstanden, warum es mir nach 3 Tagen immer noch schlecht ging. Ich konnte zwei Tage gar nichts essen und am dritten Tag gab es für mich nichts zu essen. Nur Toast. Ich habe Steph dann gebeten, mir Banane und Salzbrezeln zu kaufen. Sie hat dann das Gesicht verzogen, aber das war mir egal. Ich brauchte etwas zu essen, und eben kein bzw. nicht nur Toast. Wie auch immer, als ich so krank war, habe ich gemerkt, dass sie doch immer noch meine Arbeitgeber sind…
Am Montag kam Holly’s Patentante und hat auf sie aufgepasst. Dienstags habe ich wieder gearbeitet, denn es ging mir besser und ich war ja praktisch sowieso die ganze Zeit zu Hause. Die Patentante kam morgens trotzdem noch für ein paar Stunden und hat für mich allerlei Sachen gekauft: Pfefferminztee, Brühe, Bananen, Reis. Das fand ich ja total lieb von ihr. Mittwoch, Donnerstag und Freitag habe ich ebenfalls gearbeitet, da Steph ihre große Konferenz bevorstand. Sie hat mir dann fast mein volles Gehalt gezahlt, obwohl ich in den letzten 2 Wochen nur 6 von eigentlich 8 Tagen gearbeitet habe. Das fand ich sehr nett!
Am Donne
rstag hatte Holly ihre erste Schwimmstunde. Das heißt, Mama trägt Kind im Wasser herum und singt Lieder. Aber gut, vielleicht hilft es ja, Holly ein bisschen an das Wasser zu gewöhnen. Der Schwimmkurs findet im Olympic Park statt, denn si
e haben es zu einem öffentlichen Schwimmbad umgebaut. Das beste an diesem Schwimmkurs ist, dass ich kostenlos mit reinkomme. Ich werde jetzt also jeden Donnerstag Morgen schwimmen gehen
Das ist toll!
Ansonsten ist in der Woche nicht allzu viel passiert, ich musste mich schließlich noch schonen. Im Fernsehen kam Crocodile Dundee. Ich weiß nicht, wie dieser Film auf Deutsch lustig sein konnte, denn der „running gag“ ist nämlich eigentlich der Unterschied zwischen dem australische und dem amerikanische Englisch…
Die letzten Wochen habe ich mich total auf Freitag Abend gefreut. Seit ich die Vorschau gesehen habe, habe ich mir vorgenommen, diesen Film hier in Sydney im IMAX-Kino (auf der größten 3D-Leinwand der Welt) anzuschauen, Harry Potter 7! Ab Freitag Abend konnte man Karten kaufen. Ich hatte mich so gefreut, bis mich die Realität eingeholt hat. Anfang der Woche hat Warner Brother die Vorstellung in
3D aus Zeitgründen abgesagt. Menno. Stattdessen gehe ich mit Steph nach Bondi Junction (Stadtteil von Sydney) in ein Kino mit sogenannter Gold Class. Das heißt, man sitzt in großen Sesseln und wird mit Popcorn vollgestopft. Wenigstens etwas…
Dieses Wochenende war – natürlich – schöner. Ich habe mich mit Anja getroffen und wir sind endlich (!) shoppen gegangen! Das habe ich so lange nicht mehr gemacht. Wir haben so tolle Sachen gekauft. Anja unter anderem Chucks für gerad
e mal 30€ und eine Tasche von Country Road (bekannte Marke hier in Australien), ich einen australischen Lederhut (leider nicht von Akubra…) und den schönsten Bikini (von Rhoxi), den ich je gesehen habe. Obwohl wir beide komplett unterschiedliche Sachen gekauft haben, haben wir fast auf den Dollar genau das Gleiche ausgegeben…lustig…Samstags habe ich bei ihr übernachtet und S
onntags haben wir Aldi ausgeplündert: Lebkuchen, Spekulatius, Dominosteine und Stollen, wie toll ich das denn
In ihrem Suburb Summer Hill gab es an dem Tag ein Food Festival. Wir hatten uns vorher schon etwas zu essen gekocht und hatten deshalb keinen Hunger mehr. Aber man hätte dort alle möglichen Sachen probieren können. Wir haben uns nur mit einem Eis in die Sonne gesetzt. Bis abends war ich noch bei ihr und habe auch mal ihre Family kennengelernt. Ein bisschen zu öko, aber eigentlich ganz nett.
Also gut, hier bin ich mal wieder…Ich habe drei turbulente Wochen hinter mir! Das wird nun eine Herausforderung, alles zusammenzufassen.
Nach meiner Tour (die restlichen Berichte folgen noch) war ich erst einmal 2 Tage alleine. Das hieß leider auch, dass ich alleine erst mal vom Flughafen nach Hause fahren musste. Das war allerdings kein Problem, denn die öffentlichen Verkehrsmittel sind echt klasse. Mein Flug war leider nicht so schön, wie ich es erhofft hatte… Nachdem ich von dem Shuttlebus, den ich einen Tag vorher gebucht hatte, von einem lustigen Busfahrer zum Flughafen gefahren wurde, habe ich die letzten Sonnenstrahlen von Alice Springs genossen und mich für den Check-In angestellt. Leider hatte ich dieses Mal kein Online Check-In, da ich ehrlich gesagt zu faul war, nach einem Drucker im Hostel zu fragen. So musste ich mich also in die längere Schlange einreihen. Aber für Sydney war der Schalter sowieso noch nicht geöffnet, denn auf so einem kleinen Flughafen wie in Alice ist der Check-In erst 60 Minuten vor Abflug geöffnet. Als ich dann endlich an der Reihe war, habe ich eine ziemlich gestresste Frau erwischt, die ständig zwischendurch irgendwelche Durchsagen machen musste. Ich habe ihr gesagt, dass ich nach Sydney fliegen möchte und sie höflich gefragt, ob sie einen Fensterplatz hinten im Flieger für mich hätte. Ihre Antwort war: „Ich hab noch ganz viele freie Plätze für dich, Schätzchen“. Ich habe mir an ihrer Tonart nichts weiter bei gedacht und mich gefreut. Es war ja schließlich kein normaler Flug wie jeder andere, über die rote Erde werde ich vielleicht nie wieder fliegen.
Bei der Sicherheitskontrolle wurde ich dann rausgewunken. Ein ausländischer Mitarbeiter hat mich auf seinem Englisch zugemüllt. Ich meine, ich verstehe ja mittlerweile das australische Englisch sehr gut, aber wenn Ausländer, hauptsächlich Asiaten und Inder, sprechen, verstehe ich kein Wort. Zum Glück hatte er einen Bogen mit allen möglichen Sprachen. Einen Sprengstofftest wollte er also…mal wieder…War natürlich wieder negativ. Ich wollte noch fragen, warum ausgerechnet ich, habe es aber gelassen, denn ich hätte ihn eh nicht verstanden.
Auf dem Flughafen habe ich noch ein paar kleinere Souvenirs und ein kleines Mittagessen gekauft. Kurze Zeit später war das Boarding und ich habe schließlich gemerkt, dass mich diese dumme Kuh am Schalter doch tatsächlich VORNE und in die MITTE gesetzt hat. Ich saß also kurz vor der Tragfläche und hatte weder einen Fensterplatz noch wenigstens einen Platz am Gang. Ich war so sauer! Hätte ich mal gleich auf das Ticket geguckt, denn dann wäre mir aufgefallen, welchen Platz mir diese Tussi gegeben hat. Aber daran hatte ich auch nicht gedacht, ich hatte sie ja schließlich gefragt. Der Flieger war natürlich voll, dass ich mich auch nicht umsetzen konnte. Leider zu spät hatte ich eine klasse Idee, ich hätte mich einfach ans Fenster setzen können und mich doof stellen sollen. Ich hätte doch nach einem Fensterplatz gefragt… Der Mann hätte dann bestimmt nicht auf den Platz bestanden, ihn hat das Fenster nämlich nicht wirklich interessiert. Naja, so hatte ich halt kaum Aussicht und viel Wut im Bauch. Mein teures Mittagessen hätte ich mir auch nicht kaufen müssen, denn bei Qantas bekommt man alles, ganz normal Essen und Trinken, wie sich das gehört.
Das war also mein Flug zurück nach Sydney. Dort angekommen hat es natürlich geregnet und es war kalt. Ich bin, wie gesagt, gut zu Hause angekommen und war allein. Abends habe ich nur noch die Wäsche gewaschen und überall im Haus verteilt aufgehängt. Die Wäscheleine draußen war im Regen nicht zu gebrauchen und Keller gibt es hier in Australien nicht. Essen war fast keines mehr da, also musste meine letzte Pasta (es heißt nicht Noodles!) hinhalten. Der nächste Tag war ziemlich langweilig, das Wetter war immer noch schlecht. Außerdem musste ich auch sehr viel Schlaf nachholen. So habe ich innerhalb von 30 Stunden ca. 20 geschlafen. Steph, Clint und Holly waren für ein paar Tage zu ihren Eltern hochgeflogen. Clints Eltern hatte beide Geburtstag und die Kinder hatten eine große Überraschungsparty veranstaltet. Nach der Feier sind die drei zu Stephs Eltern weitergefahren und haben da noch 1-2 Tage verbracht. Am Dienstag früh sollten alle wieder zurückfliegen. Es kam aber nur Clint, denn Steph und ihre Eltern haben wohl etwas Schlechtes gegessen und Steph konnte den Flieger nicht nehmen. Clint ging es wohl auch nicht so gut. Ich saß dann also da und hatte nichts zu tun. Am Mittwoch kamen dann auch die beiden Mädels zurück, immer noch etwas angeschlagen. So habe ich schließlich in dieser Woche nur Donnerstag und Freitag gearbeitet. Wie ist das dann mit der Bezahlung, habe ich mich die ganze Zeit gefragt, aber dazu später mehr.
Freitag Abend hätte ich zu gerne etwas unternommen, aber wirklich jeder, den ich hier kenne, musste abends noch oder Samstag morgens arbeiten. Mir war so langweilig! Ich wollte dann gerade zu McDonald’s laufen, als Coles an der Tür geklopft hat. Coles ist neben Woolworths die größte Supermarktkette. Man kann sogar online dort einkaufen und es wird alles nach Hause geliefert. Das hat Steph also gemacht. Dann stand ich da mit tausend Tüten und habe alles erst mal ausgepackt. Schließlich habe ich mich dann entschlossen, hier etwas zum Abendessen zu „kochen“. Also habe ich mir Crepes mit Schinken und Käse gemacht. Das war wohl ein großer Fehler, denn die meisten wissen, was dann passiert ist.
3 Tage habe ich mich mit den schlimmsten Bauchkrämpfen und allem, was zu einer schönen Magen-Darm-Grippe dazugehört, herumgeschlagen. Ich lag das ganze Wochenende und den Montag drauf nur im Bett und habe nichts essen können. Woher das kam, kann ich nur vermuten. Dass ich mich bei den anderen angesteckt habe, schließe ich aus, denn ich habe mein eigenes Bad und mir mein eigenes Essen gemacht. Ich tippe eher auf Salmonellen, weil das Ei für meine Crepes schon ziemlich alt war, was mir erst später eingefallen ist.
Wer fährt 25,5 Stunden mit einem Zug hunderte Kilometer durch Wüste und Prärie und das auch noch freiwillig? Ich. Dabei fliegt man vielleicht gerade mal 2 Stunden von Adelaide nach Alice Springs. Aber gut, ic
h wollte ja unbedingt mit diesem Zug fahren und … es hat auch noch Spaß gemacht! Für 100€ bekommt man natürlich keinen Luxus, aber es war ausreichend (, hätte ich eine Decke dabei gehabt…).
Der Zug fährt nur 2x in der Woche, ich habe den am Mittwoch genommen. Morgens bin ich in Adelaide noch kurz zum Supermarkt gelaufen, um mich für mehr oder weniger den Rest der Woche mit Essen und Trinken einzudecken, auch für Alice Springs, denn schließlich ist alles im Outback ein bisschen teurer. Die schweren Tüten mussten im Hostel noch in die Koffer umgepackt werden und fertig war ich. Hat aber auch lange gedauert, bis ich mich entschieden habe, welches Gepäck ich aufgebe, welches ich als Handgepäck mitnehmen soll.. Zum Glück hatte ich nur eine Zimmernachbarin, Claire from England. Die war ja mal supernett! Als ich am Abend vorher von meiner Kangaroo Island-Tour zurückkam, lag sie schon im Bett.
Aber da sie noch nicht schlief, haben wir uns noch ewig unterhalten. Das war das erste Mal, dass ich das mit jemanden aus den ganzen Hostels gemacht habe…Und ich habe geplappert, was das Zeug hält. So viel wie ich auf Deutsch rede, habe ich auf Englisch gebabbelt. Und sie war so nett, war echt schade, dass ich schon wieder weitergereist bin. Sie hat mir für facebook ihren Namen gesagt, aber da gibt es leider zu viele von und ich hab sie nicht mal richtig bei Tagelicht gesehen, ist mir später aufgefallen.
Nach dem Kofferpacken bin ich dann also zum Busterminal gelaufen, um mich dann mit dem Shuttlebus zur Trainstation fahren zu lassen. Es gibt immer und überall Shuttlebusse, was wirklich toll ist, aber nicht immer ganz billig (und manchmal sogar unnötig, später mehr..). Und da stand er dann: The Ghan. Ein langer silberner Zug mit roter Lok und Kamel-Logo. Bevor ich mich jedoch ans Fotoschießen rangemacht habe, musste erstmal das G
epäck weg und davor noch ein Namensschild vom Southern Railway-Shop mit dem Ghan-Logo her. Die Gepäckaufnahme war an einem Schalter wie am Flughafen. 40 Kilo konnte man mitnehmen, ach wie toll
So, Gepäck war weg, jetzt wurde erst einmal mein leckere Croissant vom adelaider Bäcker gefrühstückt. Danach stand für den Kamelzug natürlich das angekündigte Fotoshooting auf dem Programm. Hochkant, quer, hinten, vorne und und und. Ich war immer noch ca. 45 Minuten zu früh, also bin ich wieder in den Shop gegangen und habe mir ein paar Souvenirs gekauft. Und dann endlich ging es los! Ich glaube, es gab nicht mal eine richtige Ansage, aber ich bin schon mal zum Red Service-Wagen gelaufen. Und schon wurden die Türen geöffnet. Platz 10, Gang
Aber die Beinfreiheit! Die hat man im Flugzeug frühestens ab der Business Class. Das ist auch wichtig, denn wenn man den „Day/Night Seater“ ganz nach hinten stellt, nimmt das ganz schön viel Platz weg. So ist also trotzdem noch genug Platz, selbst wenn der eigene Sitz aufrecht steht. Es gab ziemlich wenige, die
mit dem Red Service gereist sind, denn es waren dafür nur zwei Waggons. Ich hatte natürlich wieder unverschämtes Glück! Der Fensterplatz neben mir blieb frei
Es könne ja sein, dass nachts noch jemand zusteige, sagt man mir, aber bis dahin, dachte ich mir, könne ich ja mal ruhig am Fensterplatz sitzen und es mir auf den beiden Sitzen gemütlich machen. Gesagt getan, da spricht mich diese Frau vom Fenster gegenüber an. Ob ich nicht tauschen würde mit ihrer Familie, weil es schief gelaufen sei, sie wollten doch alle nebeneinander sitzen. Ich sagte, ich sei ganz zufrieden mit meinem Platz. Sie hat sich damit zufrieden gegeben, aber hat mir mit ihrem Gesichtsausdruck die ganze Fahrt über gezeigt, dass ihr meine Entscheidung nicht gefallen hat. Ich tausche doch nicht, wenn ich mich gerade häuslich eingerichtet habe und sich vorne das
große, laute und vor allem einzige Klo befindet (das kleine, hintere war nach wenigen Stunden aufgrund fehlender Belüftung und eigenem Interesse nicht mehr benutzbar). Das mag egoistisch sein, bin ich auch manchmal. Außerdem hätte Platz Nummer 9 auch noch auftauchen können, was ein Chaos mitten in der Nacht gegeben hätte.
Man hat gleich am Anfang gemerkt, dass man im Backpacker-Abteil sitzt. Der Mitarbeiter, der uns willkommen hieß, hat den totalen Pausenclown raushängen lassen und seine kleine Performance vorgetragen. Es war wirklich ziemlich affig, aber mehr hat man vom ihm auf der ganzen Fahrt auch nicht mehr gehört.
Die Fahrt wurde nie langweilig. Es gibt immer was zu sehen, man kann sich immer beschäftigen. Im Speisewagen habe ich mir zu den Mahlzeiten immer etwas zu Essen, was übrigens gar nicht so schlecht war, geholt. 2-3 Stunden nach der Abfahrt haben wir mitten in der Pampa gehalten, um einen Aborigine vom (fehlenden) Bahnsteig abzuholen. Noch ein
paar Stunden später haben wir einen Stopp gemacht, bei dem wir sogar für eine Stunde aussteigen konnten. Die meisten sind natürlich nicht weit gelaufen und haben Fotos gemacht. Fotos zu schießen war während der Fahrt sowieso meine Lieblingsbeschäftigung und den GPS-Logger, mein ständiger Wegbegleiter, auf Empfang überprüfen. Und Musik hören natürlich. Man hat auch viel Zeit zum Lesen, wenn man möchte, oder um einfach aus dem Fenster zu schauen (und dem Sonnenuntergang zuzuschauen). Die anderen Fahrgäste lernt man übrigens zwangsläufig kennen, wenn auch nur „von Weitem“. Es gibt erschreckend viele Deutsche, generell in Australien, dass ich mir manchmal denke, ich will gar nicht „dazugehören“. Zwei Dinge konnte man jedoch nicht. Das eine ist Telefonieren; man hat auf der gesamten Strecke zu 90% kein Netz. Das sollte man wissen, wenn man diese Reise machen will. Ich habe mir gedacht, ich hätte ja dann genug Zeit, mit dem ein oder anderen zu telefonieren…Pustekuchen! Das ist besonders fatal, wenn man zum Beispiel eine Tour soundso viele St
unden vorher bestätigen muss (so wie ich.. hat zum Glück kurz vor Alice dann noch geklappt). Mit super teuren Outback-Handyverträgen von Telstra hat man vielleicht mehr Glück, ich weiß es nicht. Die andere Sache finde ich sehr schade, hätte ich zu gerne mal gemacht, durch den ganzen Zug zu laufen. Habe gefragt, darf man nicht. Ich habe also gerade mal 3 Waggons von innen gesehen.
Man kann übrigens nachträglich für einen Schlafwagen draufzahlen, was im Endeffekt billiger ist, als es direkt zu buchen. Das kommt aber bestimmt auch darauf an, wie voll der Zug ist. Außerdem werden kurze Touren angeboten. Das ist interessant, wenn zum Beispiel nach Darwin Reisende während des recht langen Stopps in Alice das Wichtigste von der Stadt sehen wollen.
Na ja, irgendwann macht man sich dann jedenfalls für die Nacht fertig (möchte an dieser Stelle das Wort „bettfertig“ vermeiden). Um 22 Uhr, pardon, 10 pm wird das Licht abgedunkelt und jeder versucht zu schlafen. Die einen meh
r, die anderen weniger erfolgreich. Wenn man zum Beispiel einen Schnarcher vor sich hat, dürfte man zu den weniger erfolgreichen gehören. Hatte Glück. Ich habe wirklich an alles gedacht auf der gesamten Reise, habe nichts in der Woche vergessen, vermisst oder ähnliches, nur diese eine Sache: eine Decke. Ich kann ohne nicht schlafen. Ich dachte mir, mein Pareotuch aus Ibiza wird reichen, nur um das Gefühl zu haben, sich zudecken zu können, aber genau das ist bei meinem ewigen Gepacke in Adelaide im Koffer gelandet. Toll. Und irgendwann wird es kalt. Ich habe also gefroren. Ein älterer Mann, Engländer, hat mich wohl beobachtet (keine Angst, war ein ganz lieber, harmloser Kerl) und hat mir eine Decke von vorne holen wollen. Das hatte ich nicht mitbekommen, dass welche gestellt werden. Es waren aber natürlich keine mehr da. Letztendlich konnte ich auch ohne Decke ein paar Stündchen schlafen und bin rechtzeitig zum Sonnenaufgang aufgewacht. Die Erde war dann auch schon so rot, wie man sie sich vorstellt. Nicht überall, aber doch ab und zu. Später haben wir die Grenze zwischen Southern Australia und Northern Territory passiert und ein paar gekennzeichnete „Sehenswürdigkeiten“ gesehen. Es wur
de immer angekündigt und der Zug fuhr dann immer extra langsam. Kurz vor Alice ist uns sogar der Schwesterzug aus Darwin entgegengekommen.
Nach den also nicht zu kurzen und nicht zu langen (!) 25,5 Stunden war sie dann schon wieder vorbei, die seit Monaten gewollte und seit Wochen geplante Fahrt mit dem legendären Zug mitten durch Australien. Zum Abschluss durften wir noch über unseren Pausenclown lachen, der angesagt hat: „Welcome to Adelaide Springs“. Na dann… Es wurde ein Wagen mit unseren Koffern und Taschen zum Selbstabholen 20 Minuten später auf den Bahnsteig gestellt. Die Lock wurde leider gleich abgetrennt, um den PKW-Träger freizugeben. Fotos konnte man also nicht mehr schießen. Ein dann doch nicht ganz charmanter Abgang.
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